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PRESSEMITTEILUNG

Katholisches Hilfswerk missio Aachen stärkt Arbeit seiner Partner gegen Missbrauch an Ordensfrauen

Aachen / Köln - missio-Umfrage: 69 Prozent der Befragten in Afrika, Asien und Ozeanien messen dem Thema hohe bis sehr hohe Bedeutung bei – missio richtet Koordinationsbüro ein - Präsident Dirk Bingener: „Initiativen gegen den Missbrauch dürfen nicht versanden“

Foto: Katholisch-kroatische Mission (KKM) Kassel
Ordensschwestern beim Gebet

Das katholische Hilfswerk missio Aachen stärkt die Prävention und Arbeit seiner kirchlichen Partnerorganisationen gegen den Missbrauch an Ordensfrauen durch Kleriker in Afrika, Asien und Ozeanien. Dafür richtet das Hilfswerk ein neues Koordinationsbüro mit einer hauptamtlichen Stelle ein. In dessen Arbeit fließen die Ergebnisse einer extern begleiteten missio-Umfrage unter kirchlichen Organisationen im globalen Süden ein, die Einschätzungen und Erfahrungen mit dem Thema Missbrauch an Ordensfrauen abfragte. Danach messen 69 Prozent der 101 Befragten aus 19 Ländern vor allem in Afrika und Asien dem Thema eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Die Ergebnisse der Umfrage und das Profil des neuen Koordinationsbüros stellte missio Aachen am Freitag vor.

Herausforderung patriarchalische Machtstrukturen

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage berichten von Angst, Scham, einer Kultur des Schweigens und der Vertuschung, denen missbrauchte Ordensfrauen in den Gesellschaften und Ortskirchen in Afrika oder Asien ausgesetzt sind. Sie beklagen eine Stigmatisierung der Opfer, wenn Kleriker gegenüber Ordensfrauen übergriffig wurden. Für sie sind patriarchalische Machtstrukturen und ein überkommener Klerikalismus die größten Herausforderungen. Die Umfrage macht deutlich, dass es sich hier nicht um Einzelfälle handelt“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. „Wir müssen das Leid der missbrauchten Ordensfrauen sehen, anerkennen und es zum Thema in der Weltkirche machen, das ist eines der wichtigsten Anliegen unserer Partner“, so Pfarrer Bingener.

In der Umfrage wurden die Partnerinnen und Partner gefragt, wie missio ihre Arbeit gegen den Missbrauch unterstützen kann. Danach wünschen sie sich vor allem die Förderung ihrer Workshops und Trainings, mit denen sie Ordensfrauen, Priester und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Problem des Missbrauchs sensibilisieren. Die Partner sehen missio in einer aktiven Rolle bei der Stärkung der Rechte von Ordensfrauen und dem Aufbau von Netzwerken.

Psychologische, spirituelle und juristische Begleitung der Ordensfrauen

„Zuerst genießt für uns die psychologische, spirituelle und juristische Begleitung der Ordensfrauen, die unter den Folgen von Missbrauch leiden, eine hohe Priorität. Wir werden dabei helfen, Schutzräume aufzubauen und Beschwerdestellen einzurichten. Entsprechende Projekte unserer Partner behandeln wir mit Vorrang“, sagte Pfarrer Bingener.

Einen weiteren Schwerpunkt will missio bei der Ausbildung setzen. Das gilt sowohl für die theologische und kirchenrechtliche Qualifizierung der Ordensfrauen, als auch für die Ausbildung von Priestern und Seminaristen. „Wir möchten helfen, dass auch die Priester selbst und die kirchlichen Hierarchien vor Ort noch stärker Teil einer Bewegung sind, die den Missbrauch beendet“, erklärte Pfarrer Bingener.  

missio Aachen gehört zu rund 120 Päpstlichen Missionswerken weltweit, die die Kirche im globalen Süden fördern. „Wie dieses Leid der Ordensfrauen beendet werden kann, werden wir in Rom und im Netzwerk der missio-Werke zum Thema machen und so die Initiative von Papst Franziskus gegen den Missbrauch unterstützen“, kündigte Pfarrer Bingener weiter an.  

Koordinationsbüro erarbeitet konkrete Maßnahmen

missio richtet jetzt ein Koordinationsbüro mit einer hauptamtlichen Stelle und einer Arbeitsgruppe ein, die konkrete Maßnahmen erarbeiten. „Wir wollen sowohl in der Weltkirche, als auch in Deutschland ein Netzwerk aufbauen, das das Thema Missbrauch von Ordensfrauen dauerhaft auf die Tagesordnung setzt. Wir laden dazu auch die Bistümer, Hilfswerke und andere Organisationen in Deutschland zur Mitarbeit ein“, sagte Pfarrer Bingener. „Durch ein breites Netzwerk wollen wir erreichen, dass die Initiativen gegen den Missbrauch nicht versanden“, betonte Pfarrer Bingener.

Die missio-Umfrage steht Journalistinnen und Journalisten unter dieser Pressemitteilung zum Download » zur Verfügung.

Für Rückfragen steht Ihnen missio-Pressesprecher Johannes Seibel unter oder Telefon 0241/7507-286 oder mobil unter 0163/14 54 691 zur Verfügung.



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Johannes Seibel

Abteilungsleiter Kommunikation & Presse
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