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PRESSEMITTEILUNG

missio Aachen beauftragt externe Untersuchung zu Pfarrer Leonhard Meurer

Das katholische Hilfswerk missio Aachen beauftragt externe Untersuchung zu Pfarrer Leonhard Meurer. Die unabhängige Untersuchung führt die Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen (Köln) durch.

Das missio-Logo als GIF-Datei ohne transparenten Hintergrund.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen hat eine externe Untersuchung seiner Zusammenarbeit mit dem 1991 verstorbenen Pfarrer Leonhard Meurer, Priester des Bistums Aachen, in Auftrag gegeben. Das Hilfswerk hatte Pfarrer Leonhard Meurer, der nicht in einem hauptamtlichen Verhältnis mit missio stand, zwischen 1978 bis 1988 mit verschiedenen Aufgaben beauftragt. 

Das Bistum Aachen hatte im vergangenen Jahr – auch auf Bitte von missio Aachen hin – den Namen von Pfarrer Leonhard Meurer veröffentlicht, dem sexueller Missbrauch an minderjährigen Mädchen in mehreren Fällen vorgeworfen wird, und Betroffene wie Zeitzeugen gebeten, sich zu melden. Die bekannten Vorwürfe betreffen einen Zeitraum von 1955 bis 1987.

Veröffentlichung der Ergebnisse nach Abschluss der Untersuchung

Die unabhängige Untersuchung, für die eine Dauer von rund zehn Monaten veranschlagt wird, führt die Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen (Köln) durch.

Die Untersuchung hat das Ziel, das Verhältnis und die Zusammenarbeit zwischen missio Aachen und Pfarrer Leonhard Meurer von 1978 bis 1991 aufzuarbeiten. Sie soll klären, ob in diesem Zeitraum die Vorwürfe des mehrfachen sexuellen Missbrauchs an minderjährigen Mädchen gegen Pfarrer Leonhard Meurer bei missio Aachen bekannt waren und falls ja, wie damit umgegangen wurde. Zudem soll mit der Untersuchung der Umgang mit dem Erbe von Pfarrer Leonhard Meurer hinterfragt werden. Nach Abschluss der Untersuchung werden die Ergebnisse und Empfehlungen veröffentlicht.

Präsident von missio Aachen: „Transparente und umfängliche Aufarbeitung unumgänglich für Arbeit von missio Aachen.“

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, sagte anlässlich der Beauftragung der externen Untersuchung: „Eine transparente und umfängliche Aufarbeitung der Rolle von missio Aachen während und nach der Zusammenarbeit mit Pfarrer Leonhard Meurer ist unumgänglich. Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen, um Betroffenen gerecht zu werden und um für unsere zukünftige Arbeit zu lernen.“ 

Zusammenarbeit von missio Aachen mit Pfarrer Leonhard Meurer

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde Pfarrer Leonhard Meurer von missio Aachen unter anderem als Gastredner im Rahmen der „missio-Sonntage“ in verschiedenen Diözesen eingesetzt. Zudem hat er in den 1970er und 1980er Jahren die „Sammlung Africana“ zusammengestellt. Diese Sammlung umfasst rund 2.500 indigene Artefakte aus verschiedenen westafrikanischen Ländern, die sich heute im Besitz von missio Aachen befinden. Das Hilfswerk prüft derzeit Möglichkeiten des weiteren Umgangs mit der Sammlung, die nicht mehr öffentlich zugänglich ist. 

Zum Hintergrund

Im November 2020 veröffentlichte das Bistum Aachen ein Gutachten zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, in dem Pfarrer Leonhard Meurer anonymisiert genannt wird. Das Gutachten erwähnte auch Reisen des Pfarrers in Länder Westafrikas, vor allem nach Burkina Faso. Daraufhin stellte missio Aachen Anfang 2021 eigene Recherchen im missio-Archiv zum Verhältnis des Hilfswerks zu Pfarrer Leonhard Meurer an. Im September 2021 nahm missio Aachen in der Angelegenheit erstmals Kontakt zum Bistum Aachen auf, steht seitdem mit dem Bistum im Austausch und hat dieses gebeten, weitere Betroffene im Fall von Pfarrer Leonhard Meurer öffentlich aufzurufen, sich zu melden. Dies erfolgte dann 2023. Neben der jetzt beauftragten, unabhängigen Untersuchung ist missio Aachen zudem mit dem Bistum Koupéla in Burkina Faso im Gespräch, in das Pfarrer Leonhard Meurer öfter gereist war. 

Betroffene, frühere Mitarbeitende und Zeitzeugen sollen sich melden

Es haben sich bereits Betroffene des Aachener Pfarrers Leonhard Meurer bei Dr. Bettina Janssen gemeldet, die die Untersuchung begleiten werden. Weitere Betroffene, frühere Mitarbeitende und/oder Zeitzeugen, die sich an der unabhängigen Untersuchung mit ihren Erfahrungen und Informationen beteiligen möchten, können sich ab dem 27. Mai 2024 bei Dr. Bettina Janssen unter  melden. 


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