Zum zehnten Jahrestag der Heiligsprechung von Mutter Teresa am 4. September erinnert das katholische Hilfswerk missio Aachen mit einer Ausstellung an Leben, Glauben und Wirken der Ordensfrau. Damit will das Hilfswerk auch einen Beitrag gegen aktuelle politische Tendenzen leisten, die den Wert der Empathie in der Gesellschaft und Solidarität mit dem globalen Süden in Frage stellen. Die Schau „Missionarin der Nächstenliebe. Heilige Mutter Teresa von Kalkutta“ kann bundesweit von Gemeinden, Schulen und Bildungseinrichtungen ausgeliehen werden. Acht großformatige Banner mit Fotografien, Zitaten und Hintergrundinformationen laden dazu ein, Mutter Teresa neu zu entdecken. Die Aufnahmen stammen vom früheren missio-Fotografen Karl Heinz Melters, der Mutter Teresa mehrfach persönlich begegnete und sie fotografierte.
Mutter Teresa prägende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts
„Mutter Teresa gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie hat gezeigt, dass gelebte Nächstenliebe die Welt verändern kann. Sie hat Menschen gesehen, an denen andere vorbeigegangen sind. Diese Haltung macht sie bis heute zu einem wichtigen Vorbild“, sagt die Theologin Dr. Regina Illemann, die bei missio Aachen für die Ausstellung verantwortlich ist.
Papst Franziskus hatte Mutter Teresa am 4. September 2016 auf dem Petersplatz in Rom heiliggesprochen. Dabei würdigte er ihren Dienst an den Ärmsten und Ausgegrenzten als bleibendes Zeugnis christlicher Barmherzigkeit.
Der Wert des Lächelns als politische Botschaft
Für missio besitzt ihre Haltung auch zehn Jahre später besondere Aktualität. Der gesellschaftliche Umgang werde rauer, Egoismus und Einsamkeit nähmen zu, zugleich bestimmten in der Politik nationale und eigene Interessen zunehmend die Debatten. Der Wert der Solidarität bröckele. „Mutter Teresas Satz ‚Lächeln erzeugt Lächeln‘ wirkt da zunächst fast unscheinbar. Tatsächlich steht dahinter eine Haltung, die wir heute dringend brauchen: den anderen wahrnehmen, ihm mit Empathie begegnen und ihm zeigen, dass er nicht allein ist“, sagt Illemann. Die Bedeutung des Lächelns bildet deshalb einen eigenen Schwerpunkt der Ausstellung.
Dabei gehe es nicht darum, Mutter Teresa zu einer makellosen Ikone zu machen. Ihr Wirken wurde und wird auch kritisch diskutiert. Gleichzeitig ist bekannt, dass sie über lange Zeit tiefe Glaubenszweifel und Phasen innerer Dunkelheit erlebte. Davon zeugen Briefe, die nach ihrem Tod veröffentlicht wurden.
Brüche im Leben von Mutter Teresa machen sie für Menschen von heute interessant
„Gerade diese Brüche machen Mutter Teresa für Menschen heute interessant“, sagt Illemann. „Sie zeigt, dass Zweifel, Rückschläge und Krisen nicht bedeuten müssen, die eigenen Überzeugungen oder das Engagement für andere aufzugeben. Durchhalten, mit Enttäuschungen umgehen und neue Kraft entwickeln: Auch darin liegt eine sehr aktuelle Botschaft ihres Lebens.“
Die missio-Ausstellung zeichnet zentrale Lebensstationen Mutter Teresas nach und stellt ihren Glauben sowie ihren Einsatz für Menschen in Not vor. Sie besteht aus acht Bannern im Format 80 mal 180 Zentimeter. Die Ausleihe ist kostenfrei. Für Versand und Verpackung berechnet missio eine Pauschale von 25 Euro. In der Regel kann die Ausstellung bis zu drei Wochen ausgeliehen werden . Begleitmaterialien für Gemeinden, Gruppen und Bildungseinrichtungen stehen ebenfalls zur Verfügung.