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missio Aachen fordert stärkere Ebola-Prävention im Kongo

Partner berichten von fehlenden Waschmöglichkeiten in Schulen, Gesundheitsstationen und öffentlichen Einrichtungen. Appell an Bundesregierung und EU.

Ein Informationsschild über Ebola, das eine Bedrohung für Menschen und Tiere darstellt. Es zeigt ein Bild eines Gorillas und enthält Hinweise zur Übertragung des Virus sowie Sicherheitsmaßnahmen, die beachtet werden sollten. Logos von verschiedenen Organisationen sind ebenfalls abgebildet.
In der Millionenstadt Bukavu im Osten des Kongo macht ein Plakat auf das Ebola-Virus aufmerksam.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen warnt vor erheblichen Lücken bei der Ebola-Prävention im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Partner berichten, dass vielerorts sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel und Waschmöglichkeiten fehlen. Diese Mängel erschwerten es, den Ausbruch einzudämmen.

„Die Bundesregierung und die Europäische Union sollten Hygiene und Prävention in ihren Hilfspaketen zur Bekämpfung von Ebola stärker berücksichtigen, damit es sich nicht in bisher kaum betroffene Regionen ausbreitet“, fordert Johannes Seibel, Pressesprecher von missio Aachen.

Stark bedrohte Region um Bukavu

Wie groß die Lücken sind, zeigen Beobachtungen des missio-Partners Raymond Ekanga von der Katholischen Universität des Kongo. Er war in den vergangenen Wochen in Bukavu Süd-Kivu unterwegs. Die Region zählte bisher noch nicht zum Zentrum der Krise, ist aber stark bedroht. Dort leben rund 1,4 Millionen Menschen.

An mehreren Grund- und weiterführenden Schulen gebe es nur eine einzige Handwaschstelle für bis zu 300 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, berichtet Ekanga. Auf Märkten, in Verwaltungsgebäuden mit viel Publikumsverkehr und selbst in Gesundheitsstationen fehlten Waschmöglichkeiten teilweise ganz. Vorhandene Anlagen seien mitunter defekt. Auch Kirchengemeinden falle es schwer, vor Gottesdiensten die nötigen Hygienemittel bereitzustellen.

„Mehr Angst vor Epidemie als vor Schüssen und Hunger“

„Vor dieser Epidemie haben die Menschen mehr Angst als vor den Schüssen und vor dem Hunger. Sie schicken ihre Kinder zur Schule oder in die Kirche, aber sie wissen nicht, womit sie nach Hause kommen. Das verunsichert sie zutiefst“, gibt Ekanga Gespräche mit Familien in Bukavu wieder.

Das Ebola-Virus breitet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo wesentlich stärker als in den vergangenen Jahren aus. Seit Mai wurden 8.000 bestätigte Fälle und 4.000 Todesfälle nach Angaben der Gesundheitsagentur der Afrikanischen Union gemeldet.


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