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missio Aachen fordert UN-Tag gegen Hexenwahn

Aktions- und Gedenktag soll auf Leid von Menschen aufmerksam machen, die der Hexerei bezichtigt werden. Sexualisierte Gewalt nimmt zu. Jemen als 47. Land auf missio-Weltkarte Hexenwahn.

Eine Gruppe von Frauen versammelt sich in einer ländlichen Umgebung, während eine ältere Frau in einem grauen Kleid mit einer weißen Haube im Zentrum steht. Die Frauen hören aufmerksam zu, wobei einige traditionelle Kleidung tragen. Die Szenerie wird von Bergen und bewölktem Himmel umgeben.
Die katholische Ordensfrau Sr. Lorena Jenal und ihre Mitarbeiterinnen Meshia Kenny, Rika Robert und Lovina Nipay behandeln die erlittenen Trauma der Frauen, die von Gewalt nach Vorwürfen vermeintlicher Hexerei betroffen sind, ganzheitlich. Das Haus der Hoffnung liegt im Südlichen Hochland von Papua-Neuguinea.

Das internationale katholische Hilfswerk missio Aachen hat Annalena Baerbock als Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) dazu aufgerufen, einen offiziellen Gedenk- und Aktionstag der UN gegen Hexenwahn einzuführen. Der 10. August soll weltweit auf die physische und psychische Gewalt aufmerksam machen, die Menschen infolge von Beschuldigungen vermeintlicher Hexerei erleiden. Den Brief an Annalena Baerbock können Sie hier im Wortlaut lesen »

Pfarrer Bingener: Unrecht, das international geächtet werden muss

„Menschen werden als vermeintliche Hexen stigmatisiert, misshandelt oder getötet. Dieses Unrecht ist eine Menschenrechtsverletzung, die als solche klar benannt und international geächtet werden muss“, fordert Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. Ein offizieller UN-Tag könne 

  • den Betroffenen stärkere Sichtbarkeit verleihen und sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität. 
  • Er kann dazu motivieren, offizielle Daten über diese Form von Menschenrechtsverletzung zu erheben und Strategien für Prävention und Strafverfolgung sowie die Begleitung von Überlebenden zu entwickeln. 

Bereits 2020 rief missio Aachen den 10. August als eigenen Internationalen Tag gegen Hexenwahn » aus. Das Datum erinnert an eine Frau mit dem Namen Christina aus Papua-Neuguinea. Sie wurde der Hexerei beschuldigt und gefoltert, konnte aber am 10. August 2012 mit Hilfe von missio-Partnerin Schwester Lorena Jenal fliehen. 

Sexualisierte Gewalt nimmt  beim Phänomen Hexenwahn zu

Projektpartnerinnen und Expertinnen wie die Ordensfrau Schwester Lorena Jenal berichten, dass sexualisierte Gewalt bei Angriffen auf Frauen, denen vermeintliche Hexerei vorgeworfen wird, eine immer größere Rolle spielt. Misshandlungen würden zunehmend öffentlich inszeniert, gefilmt und über soziale Medien verbreitet. Das vergrößere das Leid der Betroffenen. Nötig seien hier auch strengere Regelungen, die die Verbreitung solcher Aufnahmen auf digitalen Plattformen unterbinden.

Jemen ist das 47. Land auf der Weltkarte Hexenwahn

Menschenrechtsverletzungen in Folge von Vorwürfen vermeintlicher Hexerei sind ein globales Problem, das jedoch noch zu wenig bekannt ist. Deshalb dokumentiert missio Aachen Vorkommen dieser Art des Unrechts seit 2020 auf einer jährlich aktualisierten Weltkarte. 2026 wird der Jemen als 47. Land aufgenommen. Dort werden Menschen wegen angeblicher Hexerei ausgegrenzt und im schlimmsten Fall Opfer von Gewalt. Bürgerkrieg und der Zerfall staatlicher Strukturen verschärfen die Gefahr. Bewaffnete islamistische Gruppen nutzen solche Vorwürfe, um die Bevölkerung einzuschüchtern. „Der Jemen als 47. Land auf unserer Weltkarte zeigt, dass Hexenwahn weder ein Phänomen der Vergangenheit noch auf einzelne Weltregionen begrenzt ist“, sagte Bingener. 

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