missio - glauben.leben.geben

missio Aachen informiert über Umsetzung Empfehlungen aus Untersuchung Pfarrer Leonhard Meurer

Im Fokus stehen der Umgang mit der „Sammlung Africana“, Aufarbeitung, Prävention und der Austausch mit Kirche und Politik.

Das Bild zeigt das Titelblatt eines Berichts, der sich mit Pfarrer Leonhard Meurer und einer damit verbundenen missionarischen Institution befasst. Der Bericht trägt die Überschrift „Untersuchung zu Pfarrer Leonhard Meurer (1916–1991) und missio – Internationales Katholisches Missionswerk e. V., Aachen“. Das Wort „ABSCHLUSSBERICHT“ ist in großen, auffälligen Buchstaben in der Mitte des Dokuments hervorgehoben. Darunter steht der Ort „Köln“ und das Datum „Februar 2025“. In der unteren Ecke sind die Angaben zu Dr. Bettina Janssen vermerkt, die als Rechtsanwältin und Mediatorin arbeitet. Das Design des Titelblatts enthält farbige Ränder, die orange und gelb sind, was dem Dokument eine visuelle Akzentuierung verleiht. Der Hintergrund ist weiß, was die Lesbarkeit des Textes unterstützt. Insgesamt vermittelt das Titelblatt den Eindruck eines offiziellen und gut strukturierten Abschlussberichts.
Das katholische Hilfswerk missio Aachen informierte heute darüber, welche Empfehlungen aus dem Abschlussbericht der im April 2024 beauftragten unabhängigen Untersuchung zu seiner Zusammenarbeit mit Pfarrer Leonhard Meurer umgesetzt wurden.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen hat im März 2025 den Abschlussbericht der unabhängigen Untersuchung zu seiner Zusammenarbeit mit Pfarrer Leonhard Meurer (*1916, †1991) » veröffentlicht. Die Untersuchung wurde von der Kölner Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen durchgeführt. In ihrem Bericht formulierte Dr. Janssen Empfehlungen für das weitere Vorgehen des Hilfswerkes. Wie vertraglich vereinbart, informiert missio Aachen nun nach einem Jahr darüber, welche Empfehlungen umgesetzt wurden.

Meurer (*1916, †1991) war Priester des Bistums Aachen. Gegen ihn wurden erstmals 2020 Tatvorwürfe sexualisierter Gewalt veröffentlicht. Im Zeitraum von 1978 bis 1991 arbeitete der Verstorbene punktuell mit missio Aachen zusammen, obwohl die Vorwürfe laut Abschlussbericht damals bei missio Aachen bekannt waren. Er stellte eine Sammlung von circa 2.500 Artefakten aus Westafrika („Sammlung Africana“) zusammen, die sich bis heute im Besitz von missio Aachen befindet.

Runder Tisch spricht Empfehlungen zum Umgang mit „Sammlung Africana“ aus

missio Aachen hat gemäß den Empfehlungen von Frau Dr. Janssen im September 2025 einen extern moderierten Runden Tisch eingerichtet. Dieser beriet darüber, wie künftig mit den Artefakten der „Sammlung Africana“ umgegangen werden soll. Daran nahmen Fachexpertinnen und -experten, darunter eine Person aus Westafrika, sowie Mitarbeitende von missio Aachen teil. Die Perspektiven von Betroffenen wurden ebenfalls vertreten. Er tagte insgesamt vier Mal, zuletzt Mitte März 2026.

Generell empfiehlt der Runde Tisch dem Hilfswerk einen verantwortungsvollen Umgang mit den Artefakten der Sammlung, als deren Eigentümer missio Aachen durch eine erneute juristische Prüfung bestätigt wurde.

Dafür soll der inzwischen vollständig inventarisierte Sammlungsbestand in einem weiteren Schritt klassifiziert werden. Dabei geht es in erster Linie um die Identifizierung kulturell sowie historisch sensibler Objekte und potenziell durch den Missbrauchskontext belasteter Artefakte. Für die historisch und kulturell sensiblen sowie die durch den Erwerbskontext belasteten Artefakte sollte eine Rückkehr in die Herkunftsgesellschaften, möglichst im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern dieser Gesellschaften, angestrebt werden.

Für alle unbelasteten Artefakte soll eine Schenkung beziehungsweise ein Verkauf geprüft werden. Der Runde Tisch empfiehlt, Schenkungen bevorzugt Museen und Forschungszentren in afrikanischen Ländern anzubieten sowie den Erlös im Falle eines Verkaufs Präventions- beziehungsweise Safeguardingprojekten zugutekommen zu lassen.

Zudem empfiehlt der Runde Tisch, dass missio Aachen die Geschichte der „Sammlung Africana“, des Missbrauchskontextes und der Umgang des Hauses missio Aachen damit in geeigneter Weise öffentlich darstellt.

missio Aachen setzt sich politisch und kirchlich für Aufarbeitung und Prävention ein

Das Hilfswerk ist 2025 ferner in Austausch mit den Bistümern Trier und Fulda getreten, die daraufhin Aufrufe an den Orten des weiteren Wirkens von Leonhard Meurer gestartet haben, damit sich gegebenenfalls weitere Betroffene melden können.

Auf politischer Ebene setzte sich missio Aachen für eine Abschaffung beziehungsweise Verlängerung der gesetzlichen Verjährungsfristen für sexuellen Kindesmissbrauch ein. Hierzu richtete das Hilfswerk Briefe an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM).

Auf kirchlicher Ebene engagierte sich missio Aachen zum einen für eine stärker betroffenenzentrierte Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt, zum anderen für einen verbesserten Informationsaustausch zwischen kirchlichen Institutionen zu Verdachtsfällen oder Beschuldigten. Diesem Ziel diente unter anderem die Fachtagung „Sexueller Missbrauch durch deutsche Priester im Ausland und die Verantwortung von Kirche und Hilfswerken“ im November 2025 ». Eine weitere Fachtagung ist für Februar 2027 geplant.

missio Aachen sieht die beschriebenen Maßnahmen als wichtigen Meilenstein seines anhaltenden Einsatzes gegen sexualisierte Gewalt durch Aufarbeitung, Prävention und Intervention im weltkirchlichen Kontext an. Das Hilfswerk bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des Runden Tisches für deren Engagement im Zusammenhang mit der „Sammlung Africana“.
 


Diese Mitteilung teilen: