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missio Aachen kritisiert EU-Abkommen mit Indien

Religionsfreiheit und Menschenrechte kein Thema beim Handel mit Indien. Europas Glaubwürdigkeit gefährdet. Es muss nachverhandelt werden.

Auf dem Bild ist eine ältere Frau zu sehen, die alleine in einem von der Sonne durchfluteten Bereich steht und in gesenkter Haltung die Hände vor ihrem Gesicht zusammenführt, was auf Nachdenklichkeit oder Trauer schließen lässt. Ihr Gesicht zeigt feine Linien und graues Haar, das zurückgebunden ist, und sie trägt ein traditionelles, farbenfrohes Kleid in verschiedenen Grüntönen mit roten und gelben Akzenten. Der Hintergrund ist geprägt von einem Friedhof mit vielen Bäumen, deren Blätter das Licht sanft filtern. Neben der Frau stehen vier weiße Holzkreuze im Boden, die an Gräber erinnern. Der Boden wirkt uneben, von Erde und trockener Vegetation bedeckt, was dem Ort eine stille und etwas vergessene Atmosphäre verleiht. Das Sonnenlicht fällt schräg von oben rechts ein und sorgt für eine leichte Lens-Flare, die die Szene warm und lebendig erscheinen lässt. Insgesamt vermittelt das Bild das Gefühl von Einsamkeit und Erinnerung, vielleicht an Verstorbene. Die Farbpalette ist hauptsächlich natürlich und warm, mit grünlichen und erdigen Tönen, die die einfache Umgebung betonen.
Bei den hindu-nationalistischen Unruhen gegen Christen 2008 in der Region Kandhamal sind nach Schätzung von Menschenrechtlern rund 100 Menschen zu Tode gekommen. Hier trauert eine Angehörige auf einem Friedhof. Die Frau kommt nur wenige Male im Jahr an den Ort, weil sie immer noch Feindseligkeit spürt.

Aachen (27. Januar 2026) Vor der Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union (EU) und Indien kritisiert das internationale katholische Hilfswerk missio Aachen, dass bei den Verhandlungen das Thema Religionsfreiheit und Menschenrechte anscheinend keine Rolle gespielt hat. Kirchliche Partner von missio Aachen berichten seit Jahren von zunehmender Diskriminierung, rechtlicher Unsicherheit und Gewalt gegen religiöse Minderheiten, zumeist Christen und Muslime.

„Schweigen wird häufig als Zustimmung interpretiert“

Für Menschen, die aufgrund ihres Glaubens ausgegrenzt oder bedroht werden, ist das Verhalten internationaler Partner wie der Europäischen Union von großer Bedeutung“, so Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. „Schweigen wird häufig als Zustimmung interpretiert. Eine klare, sachliche Haltung kann hingegen Schutz bieten und Dialogräume offenhalten“, so Bingener weiter. 

missio Aachen fordert, dass die EU auch nach der Unterzeichnung des Handelsabkommens gegenüber Indien menschenrechtliche Risiken ernsthaft benennt, regelmäßige und strukturierte Menschenrechtsdialoge führt, sowie wirksame Monitoring-Mechanismen unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher und religionsbasierter Akteure verankert. 

Langfristige Partnerschaften bauen auf Menschenrechte

Dem katholischen Hilfswerk missio Aachen sei durchaus bewusst, dass Indien unter den aktuellen geopolitischen Bedingungen ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner für Europa ist. „Aber es geht um eine wertebasierte europäische Politik, die langfristige Partnerschaften auf Vertrauen, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Stabilität aufbaut und damit auch die internationale Glaubwürdigkeit der EU stärkt“, erklärte Pfarrer Bingener. „Zu diesen fundamentalen europäischen Werten zählt eben auch der Einsatz für Religionsfreiheit, der hier fehlt“, ergänzte Pfarrer Bingener.

Ein neuer pragmatischer Realismus in der europäischen Außenpolitik dürfe nicht bedeuten, dass in internationalen Beziehungen Menschenrechte angesichts einer Welt, in der das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts verdrängt, zunehmend keine Rolle mehr spielen. „Darüber müssen wir endlich eine Debatte führen“, forderte Pfarrer Bingener weiter. 

Zuletzt hatte missio Aachen an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor dessen Indienreise Mitte Januar appelliert », sich für bedrängte Christen und Muslime einzusetzen. 


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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