Nach den Überschwemmungen in Nepal warnt das katholische Hilfswerk missio Aachen vor dramatischen Langzeitfolgen und stellt 50.000 Euro für Akuthilfe zur Verfügung. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen weiterhin Lebensmittel, sauberes Trinkwasser, Medikamente und sichere Unterkünfte. Zugleich müssen wir schon heute an die kommenden Monate denken. Viele Familien haben ihre Lebensgrundlage verloren“, sagt missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener.
Partner stellen sich auf lange Phase der Rehabilitation ein
„Die Herausforderungen werden weit über die akute Notlage hinausreichen“, bestätigt missio-Partner Pater Roby Ku, Direktor der kirchlichen Organisation „Nepal Little Flower Society“, gegenüber dem Hilfswerk. „Wir müssen uns auf eine lange Phase der Rehabilitation und des Wiederaufbaus einstellen.“ Neben der Zerstörung von Wohnraum, Infrastruktur sowie Wasser- und Sanitärsystemen, hätte viele Menschen nichts mehr, wovon sie leben können, und seien durch die katastrophalen Ereignisse traumatisiert.
Nach Angaben von Pater Roby Ku ist die Lage immer noch sehr angespannt. Tausende Menschen seien obdachlos, viele Familien suchten noch immer nach vermissten Angehörigen. Lebensmittel und andere Hilfen stünden zwar teilweise bereit, könnten aber die Menschen wegen der beschädigten Verkehrswege schwer erreichen. Gerade abgelegene und bislang kaum erreichbare Gemeinden müssten schnell versorgt werden.
Katholische Kirche in Nepal aktiviert Hilfsstrukturen
Die katholische Kirche in Nepal hat nach der Katastrophe ihre Hilfsstrukturen aktiviert. Der Administrator des Apostolischen Vikariats Nepal, Pfarrer Silas Bogati, rief Gemeinden, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen zur Unterstützung auf. Gemeinsam mit Caritas Nepal sammelt das Vikariat Spenden, mobilisiert Hilfsgüter und nutzt lokale Netzwerke, um schwer erreichbare Regionen zu versorgen.
Auch missio Aachen ruft in Deutschland zu Spenden auf, um in der Region weiterhin Soforthilfe zu leisten und gleichzeitig den Wiederaufbau zu unterstützen. Das Hilfswerk stellt insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung, damit Unterkünfte geschaffen, die Versorgung mit Trinkwasser sichergestellt und traumatisierte Familien psychosozial begleitet werden können.
„Die kleine katholische Kirche in Nepal ist mit ihren Gemeinden, Ordensgemeinschaften und Partnerorganisationen nah bei den Menschen. Sie muss unterstützt werden, damit sie den Betroffenen helfen kann. missio Aachen steht fest an der Seite der Kirche in Nepal,“ sagt Pfarrer Bingener.