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missio Aachen startet Hilfsaktion für 6.000 Familien im Libanon

Folgen des Irankrieges katastrophal für den Libanon. Mehr als 60.000 Menschen auf der Flucht. missio-Partner helfen.

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf der Straße. Ein älterer Mann mit einem weißen Bart hantiert mit einem Gaskocher, während ein kleiner Junge mit einem Stück Brot spielt. Eine Frau in traditioneller Kleidung schaut nachdenklich. Im Hintergrund ist städtisches Leben sichtbar.
Auf diesem Symbolbild von 2024 ist eine libanesische Familie in Beirut zu sehen, die damals vor Gewalt im Süden des Libanons fliehen musste.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen hat eine Hilfsaktion für 6.000 Familien im Libanon » gestartet. Mit den Spendengeldern aus Deutschland unterstützt die christliche missio-Partnerorganisation CNEWA (Catholic Near East Welfare Association) vor Ort die Versorgung der Betroffenen mit Unterkünften, Lebensmitteln, Medikamenten, Heizmaterial oder Hygienesets. Nach Angaben der CNEWA sind im Libanon derzeit knapp 60.000 Menschen, also rund 13.000 Familien, in mehr als 320 Notunterkünften registriert. Dazu zählen Schulen, Pfarreien oder auch Einrichtungen von Universitäten.

Mehr als 120 Dörfer im Südlibanon unter Evakuierungsdruck

Michel Constantin, Regionaldirektor der CNEWA, berichtete gestern Abend gegenüber missio Aachen, dass im Süden des Libanons weitere 30 Dörfer, darunter auch einige mit christlicher Bevölkerung, vor drohenden Kriegshandlungen gewarnt worden seien. Insgesamt seien inzwischen mehr als 120 Dörfer von den militärischen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Luftwaffe und den von Iran unterstützten Hisbollah-Milizen betroffen. Die Familien stehen vor einem schrecklichen Dilemma. „Entweder sie müssen sofort fliehen, oder sie bleiben und leben in ständiger Angst“, sagt Constantin. So hätten etwa die christlichen Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes Alma al-Shaab nachts die Kirchenglocken geläutet, um zu zeigen, dass sie bleiben wollen, obwohl der Krieg näher rückt. „Explosionen, Drohnen und Evakuierungsdrohungen gehören inzwischen zum Alltag“, so Constantin.

Lage in der Region Deir El-Ahmar spitzt sich zu

Besonders in der Region Deir El-Ahmar in der Bekaa-Ebene spitzt sich die Lage derzeit zu. Dort haben rund 8.000 Binnenflüchtlinge aus dem Süden des Landes Zuflucht gesucht. Schulen, Pfarreien und Privathäuser sind zu Notunterkünften geworden. Helferinnen und Helfer der maronitischen Erzdiözese Baalbek–Deir El-Ahmar kümmern sich um die Menschen vor Ort. „Alle Straßen in unserer Region sind derzeit unpassierbar. Gleichzeitig kommen immer mehr Vertriebene zu uns. Wir fürchten, dass unsere Vorräte an Lebensmitteln und Medikamenten bald nicht mehr ausreichen“, berichtet Marianne Rahme vom Entwicklungsbüro der Erzdiözese gegenüber missio Aachen. Der missio-Partner hat in der Vergangenheit bereits Geflüchtete aus Syrien und anderen Regionen des Nahen Ostens unterstützt.

Ausweitung des Iran-Krieges gefährdet politische Stabilität des Libanons

Die Ausweitung des Iran-Krieges auf den gesamten Nahen Osten bedroht den Libanon nicht nur humanitär, sondern auch politisch. Nachdem die libanesische Regierung die Hisbollah aufgefordert hat, keine weiteren militärischen Aktionen von libanesischem Boden aus zu starten, stellt sich die Frage, wie diese Aufforderung konkret umgesetzt werden kann. Bei den missio-Partnern wächst daher die Sorge vor inneren Unruhen und Konflikten, die die Sicherheit im gesamten Libanon gefährden könnten. „Wir haben derzeit eine höchst instabile und volatile Lage“, fasst Michel Constantin zusammen. 


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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