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Schändung eines christlichen Kreuzes im Südlibanon

Pfarrer Bingener verurteilt Tat eines israelischen Soldaten. Umfassende Aufklärung und Entschuldigung gefordert. 5.000 christliche Familien abgeschnitten.

Auf dem Bild ist ein Soldat mit einem Hammer in der Hand zu sehen. Er schlägt auf den Kopf einer Statue.
Dieser Ausriss aus einem Tweet auf der Plattform X soll zeigen, wie Mitte April 2026 ein israelischer Soldat einen christlichen Korpus im Südlibanon zerschlägt. Der Vorgang selbst wurde von der israelischen Regierung bestätigt.
Eine Gruppe von sieben Personen steht in einem Raum mit Holzwänden und festlicher Dekoration. In der Mitte steht eine zentrale Figur mit einem Zepter. Alle tragen formelle Kleidung. An den Wänden hängen Rahmen mit Portraits.
Pfarrer Dirk Bingener (4. von rechts) besucht am 19. April 2026 den koptischen Patriarchen von Ägypten, Tawadros II. (5. von rechts) gemeinsam mit missio-Nahostreferentin Romina Elbracht (3. von links) und dem für Libanon und Syrien zuständigen missio-Partner Michel Constantin (2. von rechts). Dabei ist auch die schwierige Lage im Südlibanon ein Thema.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen verurteilt „aufs Schärfste die Schändung eines christlichen Kreuzes im Südlibanon durch einen israelischen Soldaten“. Das erklärte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, der sich derzeit mit einer missio-Gruppe in Ägypten aufhält und dort auch Partner aus dem Libanon trifft. „Wir hoffen, dass die israelische Regierung die angekündigte Aufklärung umfassend vorantreibt, die notwendigen Maßnahmen ergreift und eine Entschuldigung erfolgt“, sagte Pfarrer Bingener heute Morgen. Die Bundesregierung solle sich ebenfalls für eine solche Aufklärung bei der Regierung Israels und den Schutz der Zivilbevölkerung einsetzen. 

„Dieses Bild der Schändung hat auch bei unseren Partnern aus dem Libanon, die ich hier treffe, großes Entsetzen ausgelöst“, berichtet Pfarrer Bingener. Zugleich stehe es sinnbildlich für das Schicksal von rund 5.000 christlichen Familien im Südlibanon. „Diese Familien sind derzeit vom übrigen Libanon abgeschnitten, und wir wissen nicht genau, wie es ihnen geht“, so Pfarrer Bingener. Die missio-Partner versuchten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Familien wieder zu erreichen und ihnen zu helfen. missio Aachen unterstützt die Versorgung dieser Familien finanziell.

Große Angst bei christlichen Familien im Südlibanon

Grundsätzlich begrüßt missio Aachen die Waffenruhe, die nun auch für den Südlibanon gelten soll. Gleichzeitig hat Pfarrer Bingener in Ägypten Hinweise erhalten, dass im Südlibanon gezielt Häuser abgerissen und Land zerstört würden – auch durch private Unternehmen –, um die Region für eine Rückkehr der Bevölkerung unbewohnbar zu machen. „Derzeit scheinen noch keine christlichen Dörfer betroffen zu sein. Doch dieses Vorgehen schürt bei unseren Partnern große Ängste“, berichtet Pfarrer Bingener.


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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