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missio Aachen: Waffenruhe muss auch für Südlibanon gelten

Pfarrer Dirk Bingener fordert Schutz für rund 5.000 christliche Familien im Südlibanon und diplomatischen Druck auf USA, Israel und Iran.

Eine Gruppe von sechs Personen sitzt in einem Raum. Einige Unterhalten sich, während eine Person in einem Rollstuhl sitzt. Auf einem Tisch sind Snacks und Spiele zu sehen. Die Atmosphäre ist freundlich und gesellig.
Diese Familie aus dem Südlibanon leidet unter dem Krieg zwischen Israel, der Hisbollah, den USA und dem Iran im März und April 2026. Sie will Frieden.

„Wir begrüßen grundsätzlich die angekündigte Waffenruhe von 14 Tagen zwischen den USA, Israel und Iran. Aber sie muss auch für den Südlibanon gelten“, fordert Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerkes missio Aachen. Er reagiert auf die Ankündigung des israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu, dass die Waffenruhe nicht für den Südlibanon gelte und er dort weiterkämpfen wolle.  

Zerstörte Infrastruktur macht Versorgung der Menschen schwierig

„Nur wenn alle beteiligten Akteure zu einer befristeten Feuerpause bereit sind, kann Raum für humanitäre Hilfe, Schutz der gesamten Zivilbevölkerung und neue politische Gespräche entstehen“, sagte Pfarrer Bingener. Das Hilfswerk ist auch in großer Sorge um rund 5.000 christliche Familien, die noch im Südlibanon leben. Wegen der bisher zerstörten Infrastruktur kann die Versorgung nur sehr schwer aufrechterhalten werden, berichten missio-Partner aktuell aus der Region.

Libanesischen Staat bei der Entwaffnung der Hisbollah unterstützen

Deshalb fordert missio Aachen die Bundesregierung und die Europäische Union auf, ihren diplomatischen Einfluss auf die USA, Israel und den Iran gleichermaßen zu nutzen, damit die vereinbarte Waffenruhe auch im Südlibanon durchgesetzt wird. Darüber hinaus sollten sie diplomatische Initiativen starten, die Wege und Partner findet, um den libanesischen Staat bei der Entwaffnung der Hisbollah zu unterstützen. „Diese für die Sicherheit Israels und des Libanons notwendige Entwaffnung darf nicht in eine neue innere Zerreißprobe des Landes führen. Nötig sind Diplomatie, international abgestimmte Sicherheitsgarantien und ein klarer Wille, den Libanon vor einem weiteren Absturz zu bewahren“, so Pfarrer Bingener. 

„Wer Frieden im Nahen Osten will, darf den Südlibanon nicht ausklammern“, sagt Bingener. „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt alles daransetzen, dass aus einer begrenzten Feuerpause ein umfassender Prozess der Deeskalation wird.“


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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