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Nigeria muss für mehr Sicherheit für Christen sorgen

Überfall auf katholische Schule am 21. November mit über 300 Entführungsopfern: Angst der Christen endlich ernst nehmen. Die deutsche Außenpolitik soll sich darum kümmern.

Ein leerer, verwahrloster Klassenzimmer mit mehreren Holzschreibtischen in Reihen. Die Wände sind abgenutzt, und es gibt große Fenster, durch die schwaches Licht einfällt. Im Hintergrund sind schwarze Tafeln sichtbar. Das Ambiente wirkt vernachlässigt und trist.
Einer der Schlafsäle der Schule mit Internat St. Mary im Bundesstaat Niger in Nigeria: Hier wurden in der Nacht zum 21. November mehr als 300 Schüler entführt.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen fordert die Bundesregierung auf, die Sicherheitslage in Nigeria noch heute (22. November 2025) beim G-20-Gipfel in Südafrika und in seiner künftigen Afrikapolitik zu thematisieren. „In Johannesburg versammeln sich führende Industrienationen, Schwellenländer des Globalen Südens, die Europäischen Union und die Afrikanische Union. Sie können Einfluss auf Nigeria nehmen, um die Sicherheit aller Bürger und Christen zu gewährleisten. Sie müssen die Angst der Christen endlich ernst nehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz sollte hier die Initiative ergreifen“, erklärte Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. Das Hilfswerk kooperiert eng mit der katholischen Kirche in Nigeria. 

„Unsere Gedanken sind bei den Entführten der Familien“

Der Anlass für diese Forderung ist ein Überfall auf das katholische Internat St. Mary im Bundesstaat Niger in der Nacht auf Freitag. Nach Angaben von missio-Partnern werden 303 Schülerinnen und Schüler sowie zwölf Lehrer vermisst (Stand: 22. November, 12 Uhr). Weitere Fälle werden von den Behörden geprüft. „Unsere Gedanken sind bei den Familien der Entführten. Unsere Partner hoffen auf Solidarität der internationalen Gemeinschaft und der Kirche weltweit und bitten um Gebete für ihre Heimat und alle Entführungsopfer“, sagte Bingener. 

In den jüngsten Wochen erschütterte eine Welle krimineller und terroristischer Gewalttaten Nigeria. Eine Art Entführungsmafia terrorisiert die Menschen, weil sich damit eine hohe Summe Geld verdienen lässt. Gleichzeitig werden ethnische Konflikte religiös aufgeladen. Dies nutzen auch islamistische Gruppen. Zuletzt entführten Täter 25 Mädchen aus einer Schule im Bundesstaat Kebi und den katholischen Priester Bobbo Paschal. Am 18. November attackierten Angreifer die „Christ Apostolic Church“ im Bundesstaat Kebbi, entführten knapp 40 Gläubige und ermordeten einige Angehörige der Gemeinde. Bei Zusammenstößen mit dschihadistischen Terroristen starb zudem Armeegeneral Muhamad Uba im Bundesstaat Borno. 

Partner von missio fordern stärkere internationale Unterstützung

Partner von missio Aachen, darunter Erzbischof Ignatius Kaigama, forderten zuletzt stärkere internationale Unterstützung. Dazu gehören Maßnahmen, um die Sicherheitsstrukturen des Landes auszubauen und zu reformieren. Die USA und der Westen sollten Nigeria helfen, die Sponsoren von Terrorgruppen wie Boko Haram oder ISWA zu identifizieren und deren Geldflüsse zu stoppen. Zudem müssen Korruption und Armut bekämpft werden, da sie junge Menschen in die Arme von Kriminellen und Terroristen treiben.


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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