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Papst Leo setzt in Kamerun kraftvolles Zeichen für Frieden

Die Krise um den anglophonen Teil Kameruns forderte bisher 6.500 Tote und 500.000 Vertriebene. missio-Partner erhoffen sich vom Papstbesuch diplomatische Impulse zur Lösung des Konflikts.

Eine Nonne in einem hellen Gewand steht neben einem Tisch in einer kleinen Kapelle. Im Hintergrund sind religiöse Bilder und ein großer Kreuz angebracht, während ein Blumenstrauß auf dem Tisch dekoriert ist.
Sr. Marie Anne Ngono leitet das missio-Regionalbüro in Kamerun. Sie berichtet von großen Hoffnungen im Land während des Besuchs von Papst Leo im April 2026.

Papst Leo setzt ein kraftvolles und unübersehbares konkretes Zeichen für Frieden, Dialog und Versöhnung als einzige Alternative zu Gewalt und Krieg. So würdigt das katholische Hilfswerk missio Aachen die aktuelle Afrikareise von Papst Leo, der morgen in Kamerun auch das Epizentrum eines seit zehn Jahren dauernden blutigen Konfliktes besucht. „Angesichts der Auseinandersetzungen mit Politikern wie Donald Trump und in einer Zeit weltweiter Spannungen erinnert der Friedenspapst mit dieser Visite nicht allein mit Worten an einen weltweit vergessenen Krisenherd. Seine persönliche Präsenz dort ruft ganz konkret die Mächtigen dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen“, sagte missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener am heutigen Mittwoch.

Papst Leo wird morgen (16. April 2026) mit der Stadt Bamenda eine Region besuchen, in der seit rund zehn Jahren Kämpfe zwischen der frankophon dominierten Regierung und bewaffneten Gruppen im englischsprachigen Nordwesten und Südwesten Kameruns toben. Dabei kamen nach Angaben der Vereinten Nationen bisher rund 6.500 Menschen ums Leben, mehr als 500.000 wurden vertrieben.

Deutschland und Europa müssen aktivere Rolle spielen 

„Für die Kirche in Kamerun ist dieser pastorale Besuch ein historischer Moment, der einen neuen politischen Dialog in Gang setzen kann. Unsere Partner erhoffen sich insbesondere von Deutschland und Europa eine aktivere politische Rolle, um zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und Friedensgespräche international abzusichern“, sagte Pfarrer Bingener weiter. Zugleich müssten Deutschland und die Europäische Union ihre wirtschaftliche und entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Kamerun stärker an guter Regierungsführung, Fortschritten bei den Menschenrechten und dem Schutz der Zivilgesellschaft ausrichten.

missio-Regionalbüro Kamerun: Hoffnung auf Freilassung politischer Gefangener

„Deutschland und die Europäische Union sollten daran mitwirken, dass die von Papst Leo angestoßene Hoffnung auf Frieden in eine dauerhafte Stabilität für alle Kameruner verwandelt wird“, sagte Sr. Marie Anne Ngono, Leiterin des Regionalbüros von missio Aachen in Kamerun, ebenfalls am Mittwoch. „Mit seinem Besuch in Bamenda rückt Papst Leo endlich das Leid der Zivilbevölkerung ins weltweite Rampenlicht. Das ist das stärkste Signal seiner Reise. Hoffentlich erkennen die Konfliktparteien, welche Chance dieser Papstbesuch für eine dauerhafte Versöhnung bietet“, sagt die Ordensfrau.

Kirche und Zivilgesellschaft in Kamerun verbinden mit der Visite des Papstes darüber hinaus die Erwartung, dass sie ganz konkret zur Freilassung politischer Gefangener und inhaftierter Demonstranten beiträgt, wie Sr. Marie Anne Ngono berichtet.


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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