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Walpurgisnacht: missio Aachen weist auf heutige Hexenverfolgung hin

Menschen heute noch in 46 Ländern weltweit als angebliche Hexen verdächtigt, ausgegrenzt und gefoltert. Sr. Lorena Jenal klärt auf.

Eine nachdenkliche Frau mit kurzen, lockigen Haaren sitzt in einem Raum mit einer holzvertäfelten Wand. Sie trägt ein orangefarbenes, geblümtes Oberteil und schaut ernst in die Ferne. Das Licht fällt weich auf ihr Gesicht.
Stella ist Überlebende einer „Hexen“-Verbrennung 2016 in Papua-Neuguinea

In vielen Regionen Deutschlands wird in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Walpurgisnacht mit Festen und Bräuchen, die auf überlieferte Hexengeschichten zurückgehen, gefeiert. Das katholische Hilfswerk missio Aachen nimmt dies zum Anlass, auf eine erschütternde Realität aufmerksam zu machen: In mehr als 40 Ländern, vor allem im Globalen Süden, werden Menschen bis heute als vermeintliche Hexen verfolgt, gefoltert oder getötet.

„Die Walpurgisnacht erinnert uns auch daran, dass brutale Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Hexereivorwürfen bis heute Realität sind. Das dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren“, sagt Schwester Lorena Jenal, Ordensfrau und Projektpartnerin von missio Aachen in Papua-Neuguinea. Die katholische Ordensfrau hat dort ein Schutzzentrum für Frauen aufgebaut, die wegen angeblicher Hexerei verfolgt werden. In den vergangenen Jahren konnte sie gemeinsam mit ihrem Team mehr als 350 Frauen aus den Händen von Folterern retten.

Sr. Lorena Jenal auf dem Katholikentag in Würzburg

In den kommenden Wochen wird Schwester Lorena Jenal gemeinsam mit missio Aachen auf Deutschland-Tournee gehen, um über diese Form schwerer Gewalt gegen Frauen zu berichten. Den Auftakt bildet ein Vortrag der gebürtigen Schweizerin im Museum Kulturspeicher am 14. Mai während des bundesweiten Katholikentags in Würzburg. Am darauffolgenden Tag lädt sie gemeinsam mit Experten zudem zu einem historischen Stadtrundgang ein. Die Veranstaltung trägt den Titel „Hexenwahn zwischen Würzburg und Papua“ und zeigt Parallelen zwischen der historischen Verfolgung unschuldiger Frauen und heutigen Menschenrechtsverletzungen auf.

Weitere Veranstaltungen mit Schwester Lorena Jenal sind unter anderem in Ellwangen, Trier, Mainz, Köln und Berlin geplant. Für ihr Engagement wurde die Ordensfrau mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Das Frauenschutzzentrum in Papua-Neuguinea wurde mit Spenden von missio Aachen aufgebaut.

Aktuelle missio-Weltkarte zum Thema Hexenwahn

Die aktuelle missio-Weltkarte zum Thema Hexenwahn » dokumentiert 46 Länder, in denen vor allem Frauen Gefahr laufen, aufgrund von Hexereivorwürfen stigmatisiert, verfolgt oder getötet zu werden. missio Aachen setzt sich gemeinsam mit seinen Partnerinnen und Partnern weltweit dafür ein, Betroffene zu schützen und über Ursachen und Folgen dieser Gewalt aufzuklären. Dafür hat das Hilfswerk den 10. August zum jährlichen Internationalen Tag gegen Hexenwahn ausgerufen.

Ausführliche Informationen zum Thema Hexenwahn und zur Arbeit von missio Aachen finden sich unter www.missio-hilft.de/hexenwahn »


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Jörg Nowak

stv. Pressesprecher / Team „Aktion Schutzengel”
+49 (0)241 / 7507 - 216