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Weitere 100 entführte Kinder der katholischen Schule St. Mary in Nigeria frei

Zuständiger Bischof Dauwa hofft auf weitere Freilassungen im größten Entführungsfall seit Jahren. Auf internationalen Druck handelt die Regierung Nigerias.

Ein Schild der St. Mary's Private Catholic Secondary School in Papiri, Niger State. Es enthält Informationen zur Schule, einschließlich der Adresse. Umgebung prägt eine ländliche, trockene Landschaft mit wenig Vegetation.
Aus dieser Schule in Nigeria wurden am 21. November 2025 rund 320 Kinder und Lehrer entführt.

Bischof Bulus Yohanna Dauwa aus Nigeria hat heute Vormittag (8. Dezember 2025) gegenüber dem katholischen Hilfswerk missio Aachen Meldungen bestätigt, dass weitere 100 Kinder von rund 320 Entführten aus der katholischen Schule St. Mary seiner Diözese Kontagora unmittelbar vor der Rückkehr zu ihren Familien stehen. „Die Kinder sind nicht mehr bei den Entführern. Ihren genauen Aufenthaltsort kennen wir aktuell nicht. Sie werden von Regierungsbehörden betreut und sollen jetzt in Gruppen zu ihren Familien zurückkehren. Dies will die Regierung organisieren“, sagte Bischof Bulus telefonisch heute Vormittag missio Aachen. Demnach sind die Kinder auf dem Weg in die Hauptstadt des Bundesstaates Niger und werden dort vom Generalvikar der Diözese Kontagora abgeholt. 

Hoffnung auf baldige weitere Freilassungen

Am 21. November hatten Unbekannte die katholische Schule St. Mary im Bundesstaat Niger überfallen. Sie entführten 320 Kinder und Lehrer. 50 Kinder konnten sehr schnell fliehen. Jetzt werden 100 weitere Kinder freikommen. Damit sind immer noch 165 Kinder und Lehrer in der Hand der Entführer. Bischof Bulus Yohanna Dauwa hofft, dass die Verhandlungen der Regierung bald zu weiteren Freilassungen führen. „Wir kennen nicht den Aufenthaltsort der Verschleppten, die Regierung hat jetzt alles in die Hand genommen, es liegt jetzt alles in ihrer Verantwortung“, berichtet Bischof Dauwa weiter. Ob Lösegeld gezahlt wurde, konnte er nicht sagen. „Die meisten Kinder kommen aus ganz armen Familien. Sie haben manchmal nicht genug zu essen. Die Entführer können von diesen Familien unmöglich Lösegeld fordern und bekommen“, so Bischof Dauwa.

Oberster Nationaler Sicherheitsberater Nigerias greift ein

Laut Bischof Dauwa hat der oberste Nationale Sicherheitsberater (NSA) der Bundesregierung Nigerias die Koordination der Aktion zur Befreiung der Kinder übernommen. Am vergangenen Samstag hatte er sich auch mit Bischof Dauwa getroffen. Die Eltern seien über den Fortgang der Bemühungen laufend informiert worden. „Der Druck der internationalen Gemeinschaft und die Berichterstattung in internationalen Medien hat die Regierung in Nigeria dazu gebracht, ihre Verantwortung zu übernehmen, und alles für die Freilassung der Kinder zu tun“, ist der Kirchenmann überzeugt.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen ist über die Freilassung der 100 Kinder hoch erfreut. Gleichzeitig startete missio Aachen heute die E-Mail-Aktion „Sichere Weihnachten für Nigerias Christen“ ». Über die Website von missio Aachen können Unterstützerinnen und Unterstützer eine E-Mail an Nigerias Präsidenten Bola Ahmed Tinubu schicken, und ihn auffordern, alles für die Sicherheit der Christen an Weihnachten in Nigeria zu tun und alle entführten Kinder aus der Schule St. Mary zu ihren Familien zurückzubringen. 


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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