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Akuthilfe in Notsituationen

Gewalttätige Konflikte und Naturkatastrophen stellen unsere Projektpartner vor große Probleme. Sie müssen schnell auf Notlagen reagieren. Gefordert sind sie vor allem im Nahen Osten oder Ländern wie Nigeria. Ihre Strategie: Zuerst geht es um das Nötigste zum Überleben. Dann müssen die Menschen in Sicherheit gebracht werden. Schließlich organisieren sie für die Überlebenden psychologische Betreuung und Seelsorge. Denn nicht allein, dass in akuten Krisenfälle Menschen getötet, verletzt und ihre Lebensgrundlagen wie Felder, Geschäfte oder Häuser zerstört werden – auch ihre Seele leidet und trägt schwere Wunden davon.

  • Traumatisiert sind sie anfällig für Depressionen und demagogische Botschaften zugleich. Ohne seelsorgerische und psychologische Begleitung verfestigen sich seelische Wunden und erschweren Frieden und Versöhnung. Deshalb legen unsere Partner in Krisenlagen Wert auf eine ganzheitliche Familienhilfe.
  • Spenden für unsere Akuthilfe kommen vorrangig solchen Projekten zugute, die die Bekämpfung der materiellen Notlagen mit der pastoral-psychologischen Begleitung verbinden.
  • 2017 finanzierten wir Projekte der Akuthilfe mit mehr als 1,1 Millionen Euro.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass auch Priester, Ordensleute und ehrenamtlich tätige Laien der Kirche in Krisenregionen selbst zu Opfern werden können. Auch sie brauchen unsere Unterstützung, damit sie weiter anderen Menschen in Not helfen können.

Neben Kriegen gibt es lokale Naturkatastrophen, die es nicht in die internationalen Schlagzeilen schaffen. Regionale Überschwemmungen in Indien oder kleinere Beben in Tansania finden kaum Aufmerksamkeit. Gerade dort braucht die Ortskirche Unterstützung, um die Opfer zu begleiten. Auch hier helfen wir dank Ihrer Spenden.

Foto: Burchard Schlömer/missio
In der Zentralafrikanischen Republik geraten die Zivilisten zwischen die Fronten eines schwelenden Bürgerkrieges. Im Akutfall brauchen sie medizinische Versorgung.
Foto: Jesuiten/missio
Pater Magdi Seif ist missio-Partner. Im ägyptischen Minia leitet er ein Reha-Zentrum für Behinderte. 2013 brannte es ein Mob nieder. Eine Katastrophe.

Beispiel Nepal: So wirkt unsere Akuthilfe

Foto: Margarethe Roßkopf/missio
Eines der Häuser in den Bergregionen Nepals, die die betroffenen Familien mit Hilfe von missio nach dem schweren Erdbeben 2015 neu bauen konnten.

Im April und Mai 2015 erschütterte ein schweres Erdbeben Nepal. Die Kirche in dem kleinen asiatischen Land hilft den Bedürftigsten und Verletzlichsten. Daran lässt sich beispielhaft zeigen, wie wir mit unseren Projektpartnern zusammenarbeiten, um nachhaltige Hilfe zu ermöglichen.

Das Problem

Von den 72 Distrikten Nepals sind 31 Distrikte von einer Serie schwerer Erdbeben im Frühjahr und Frühsommer 2015 schwer geschädigt worden. Schreckensbilanz: 9.000 Tote, 23.000 Verletzte, über 600.000 Häuser und mehr als eine Million Hilfsbedürftige. Zügig liefen internationale Hilfs- und Wiederaufbauprogramme an. Es bestand jedoch die Gefahr, dass die Bedürftigsten nicht von der Hilfe profitieren. Wir und unsere Projektpartner wollen aber gerade ihnen eine ganzheitliche Rehabilitation ermöglichen.

Wie wir helfen

Unsere Projektpartner ist der Orden der Jesuiten in Nepal. Die Mitarbeitenden des 'Nepal Jesuit Social Institute' (NSJ) kennen sich in der Region seit Jahren gut aus. Sie konzentrieren ihre Arbeit auf die am 30 stärksten betroffenen Dörfer und rund 40.000 Frauen, die nach dem Erdbeben akut durch Menschenhandel und Prostitution gefährdet sind. Aus dem auf drei Jahre angelegten Projekt fördert missio die erste Phase 2016/17 mit 290.000 Euro.

  • Das Geld kommt zunächst 100 Familien zugute, die so ihre Häuser wieder aufbauen können. Ein erdbebensicheres Haus kostet etwa 7.000 Euro. Die Familien erhalten maximal 4.350 Euro, den Rest erbringen sie in Eigenleistung.
  • Danach bauen unsere Projektpartner drei Frauenbildungszentren in den drei ärmsten Bergregionen Dolkha, Sindhupalchowk und Kavrepalanchowk. Der erhalten die jungen Frauen und Mädchen psychologische Begleitung und können einen Beruf erlernen.

Was bringt das?

Das Hausbauprogramm bietet den Familien zunächst ein sicheres, neues Zuhause. So können sie weitere Schritte für den Wiederaufbau ihres Lebens unternehmen. Das stärkt auch ihre Eigeninitiative. So gewinnt die Akuthilfe zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeit. Das Frauenprogramm konzentriert die Arbeit auf die verletzlichsten Opfer des Erdbebens und gibt ihnen ihre Würde zurück.

Die katholische Kirche in Nepal hat ungefähr 8.000 Mitglieder. Diese Arbeit steigert in dem mehrheitlich hinduistischen Land auch die Akzeptanz der Christen, weil ihre Arbeit den Angehörigen aller Religionen zugute kommt.

Jetzt spenden für Akuthilfe im Krisenfall