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Pastoral an der Seite der Armen

Für Christinnen und Christen in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten, Asien und Ozeanien ist Religion ein wesentlicher Teil ihrer Identität. Religion durchdringt selbstverständlich den Alltag. Seelsorge ist für sie unmittelbare, heilsame Lebenshilfe, stiftet Gemeinschaft und lässt sie ihre eigenen Stärken entdecken. Das gilt vor allem für die armen, benachteiligten, an Leib und Seele verletzten Menschen. Ohne die Seelsorge der Ordensschwestern, Brüder, Priester, Katecheten und andere ehrenamtliche kirchliche Laien würden die an den Rand gedrängten Menschen verloren sein.

  • Weil ihre Heimatländer oft wirtschaftlich schwach und politisch instabil sind, können viele unserer Projektpartner ihre Pastoralarbeit kaum finanzieren. Wir helfen ihnen durch unsere Förderung.
  • 2017 unterstützten wir die pastorale Arbeit unserer Partner mit etwas mehr als 18,1 Millionen Euro.

Wichtig für die Seelsorge an der Seite der Armen ist eine gute pastorale Planung. Deshalb realisieren wir mit unserer Partnern nicht allein einzelne Projekte, sondern bauen pastorale Infrastruktur auf und entwickeln gemeinsam Pastoralpläne. So können unsere Partner ihre Seelsorge mittel- und langfristig bessern steuern. Gleichzeitig begleiten wir unsere Partner dabei, die Ergebnisse der Arbeit, die durch diese Pastoralpläne erzielt werden, stetig zu überprüfen und gegebenenfalls neu anzupassen.

Foto: Fritz Stark/missio
Foto: Hartmut Schwarzbach/missio
Katechistinnen und Katechisten sind das Rückgrat der Seelsorge in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens. Hier unterrichtet ein Katechist in einem Dorf der Volksgruppe Kutchi Kohli, einer unterdrückten ethnischen Minderheit, in Pakistan.

Beispiel Philippinen: So wirkt Pastoral an der Seite der Armen

Foto: Preda/missio
missio-Partner Shay Cullen hilft straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen, die in Erwachsenengefängnissen auf den Philippinen heftigen Repressionen ausgesetzt sind, ein neues Leben zu beginnen.

Kinder und Jugendliche landen in den mehrheitlich katholisch geprägten Philippinen viel zu schnell im Gefängnis. Durch eine integrierte Familienpastoral sollen sie ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten.

Das Problem

Laut Gesetz sind in den Philippinen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren nicht strafmündig. Sie sollen nach Straftaten in Rehabilitationszentren untergebracht werden, aber solche Zentren gibt es kaum. Deshalb werden jährlich zwischen 20.000 und 50.000 betroffene Kinder und Jugendliche mit Erwachsenen zusammen in Gefängnissen inhaftiert. Dort erleben sie Gewalt und Missbrauch durch andere Gefangene. Die philippinische katholische Organisation PREDA (People's Recovery, Empowerment and Development Assistance) holt sie aus den Strafanstalten, bringt sie sicher unter und eröffnet ihnen eine neue Lebensperspektive.

Wie wir helfen

Wir förderten dieses Rettungsprogramm 2016 mit 20.000 Euro. Damit konnte PREDA 117 Jugendlichen und Kindern unter 15 Jahren in therapeutischen Wohnheimen helfen. Sie werden sozial, medizinisch, psychologisch und seelsorgerisch betreut, erhalten Rechtshilfe und Schulbilding.

  • PREDA legt Wert darauf, dass die Kinder und Jugendlichen wieder in ihre Herkunftsfamilien integriert werden, aus denen sie wegen ihrer Straffälligkeit zumeist ausgestoßen wurden.
  • 2016 konnten 55 Jungen wieder mit ihren Eltern versöhnt werden. PREDA arbeitet dabei auch in der Familienpastoral der Kirchengemeinden mit.

Was bringt das?

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren werden meist aus Armut straffällig. PREDA stärkt durch Lobbyarbeit das Bewusstsein dafür, dass man ihnen helfen muss, anstatt sie wegzusperren. Diese ganzheitliche Seelsorge wird auch von ausländischen Politikern unterstützt. Der frühere Beauftragte für Menschenrechte der Bundesregierung, Christoph Strässer, besuchte 2015 das Projekt. Die Bedeutung dieser pastoralen Arbeit wird weiter wachsen, weil der gegenwärtige philippinische Präsident Rodrigo Duterte die Strafmündigkeit von 15 auf zwölf oder sogar neun Jahre senken möchte.

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