Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, ist von Natur aus eine Schatzkammer an einzigartiger Biodiversität. Doch das Land steht heute vor tiefen politischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen. Gemeinsam mit kirchlichen Partnerinnen und Partnern unterstützt missio zahlreiche Projekte – von Bildungs- und Frauenförderung über Nothilfe bei Hungersnot bis hin zu Programmen für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in Mica-Minen.
Gen Z und der Putsch 2025
Ein dramatischer Einschnitt ereignete sich im Oktober 2025: Nach wochenlangen Protesten, angeführt besonders von jungen Menschen der Gen Z, kam es zu einem Militärputsch. In der Bevölkerung – vor allem unter den Protestierenden – überwiegt eine vorsichtige Mischung aus Hoffnung und Skepsis. Viele sehen im Umbruch die Chance auf einen politischen Neuanfang, zugleich aber auch die Gefahr, dass sich alte Machtmuster unter neuer Führung wiederholen.
Armut und Umweltzerstörung
Über drei Viertel der Menschen leben in Armut. Landraub, illegale Abholzung und die Folgen des Klimawandels – Dürren, Überschwemmungen, Ernteausfälle – zerstören Lebensgrundlagen. Besonders im Süden verschärfen lange Trockenzeiten die Hungersnot, viele Familien sind auf Nothilfe angewiesen. Papst Franziskus mahnte, dass der Raubbau an der Natur die Ärmsten am härtesten trifft.
Rohstoffe und Ausbeutung
Rohstoffe wie Mica (Glimmer) und Saphire spielen eine zentrale Rolle in der Wirtschaft Madagaskars. Doch der Abbau ist häufig mit gravierenden sozialen und ökologischen Problemen verbunden. Besonders im Mica-Abbau, der oft von illegalen und gefährlichen Arbeitsbedingungen geprägt ist, leiden viele Minenarbeiterinnen und ihre Familien. Das missio-Projekt zum Mica-Abbau setzt sich für diese Menschen ein..
Kirche als Hoffnungsträger
Die katholische Kirche in Madagaskar spielt eine zentrale Rolle. Sie betreibt Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren und ist besonders in ländlichen Regionen oft die einzige verlässliche Anlaufstelle. In Zeiten politischer Unsicherheit bleibt sie an der Seite der Menschen – mit Halt, Hoffnung und konkreter Hilfe im Alltag.
Helfen Sie mit, sich für eine nachhaltige und gerechte Zukunft in Madagaskar einzusetzen!
Im Land der Baobabs
Der Sonntag der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion von Katholikinnen und Katholiken weltweit. In Deutschland wird er am 25. Oktober 2026 gefeiert. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Madagaskar mit seinen sozialen und pastoralen Herausforderungen. Die Kollekte unterstützt kirchliche Partnerinnen und Partner in den ärmsten Regionen der Welt.
Lesen Sie hier mehr über das natürlich vorkommende Mineral „Mica“ aus Madagaskar:
Länderinfo Madagaskar
- Viele Menschen in Madagaskar praktizieren eine Kombination von indigenen und christlichen oder muslimischen Glaubensrichtungen.
- Enge Verbindung zu den Ahnen: Ein zentrales Ritual in Madagaskar ist die "Famadihana" oder "Umbettung der Toten". Dabei werden die Überreste verstorbener Familienmitglieder aus den Gräbern geholt, in frische Leinentücher gewickelt und mit Musik und Tanz durch das Dorf getragen.
- Einzigartige Tierwelt: Über 90 Prozent der Tierarten Madagaskars, darunter Lemuren, Chamäleons und die Fossa (ein Raubtier), kommen ausschließlich auf der Insel vor.
- Vanille-Produktion: Madagaskar ist der weltweit größte Produzent von Vanille und liefert etwa 80 Prozent der globalen Ernte.
Religionszugehörigkeit
- Protestantisch 34%
- Römisch-katholisch 32,3%
- Andere Christen 8,1%,
- Traditionelle Religionen 1,7%
- Muslimisch 1,4%
- Andere 0,6%,
Keine Zugehörigkeit 21,9%
(Quelle: CIA World Factbook, 2021 est.)
Zur Lage der Menschenrechte
Verfassung und Gesetz garantieren zwar Meinungs- und Pressefreiheit, diese Rechte werden aber zunehmend eingeschränkt. Nur der private Fernseh- und Radiosender des Präsidenten kann landesweit senden.
Die Regierung hat auch immer wieder versucht, kritische Meinungen zu unterbinden. Die Schließung von Radiostationen und das Verbot regierungskritischer Sendungen schüchtern die Medien ein. Als im Dezember 2008 der private Fernsehsender VIVA im Besitz des damaligen Bürgermeisters der Hauptstadt, Andry Rajoelina, geschlossen werden sollte, führte das zu einer Protestbewegung und dem Rücktritt des Präsidenten.
Mehr zur Lage der Menschenrechte in Madagaskar finden Sie in einer zum Download bereitstehenden Studie.