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Hexenverfolgung heute

Hexenverfolgung ist kein Kapitel aus der Vergangenheit. In vielen Ländern werden Frauen, Kinder und Männer zu Sündenböcken gemacht, wenn Krankheit, Tod, Armut oder soziale Krisen eine Gemeinschaft erschüttern. missio dokumentiert diese Gewalt, unterstützt Partnerinnen und Partner weltweit, die Betroffene schützen und Leben retten. 

Was Hexenverfolgung heute bedeutet

Wer heute der Hexerei beschuldigt wird, dem drohen Ausgrenzung, Folter und Tod. Betroffen sind besonders Menschen, die wenig Schutz haben: Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. 

Die Vorwürfe entstehen oft dort, wo Angst, Aberglaube, Machtmissbrauch und die Suche nach Schuldigen zusammenkommen. Hexenverfolgung ist deshalb kein Randthema, sondern eine aktuelle Menschenrechtsverletzung.

Warum Menschen als „Hexen“ verfolgt werden

Hexenverfolgung entsteht nicht aus einem einzigen Grund. Eine Rolle spielen der Glaube an schädliche Zauberei, aber auch Armut, Epidemien, soziale Krisen und fehlende Bildung. Besonders verbreitet ist Hexenglaube dort, wo staatliche Institutionen schwach sind, Korruption hoch ist und gesellschaftliches Misstrauen wächst.

Wenn Angst in Gewalt umschlägt

Wo Menschen keine verlässlichen Antworten und keinen Schutz erfahren, entstehen schnell Gerüchte, Verdächtigungen und falsche Schuldzuweisungen. Dann werden Einzelne verantwortlich gemacht für Krankheit, Ernteausfälle, Todesfälle oder familiäre Krisen. Genau an diesem Punkt wird aus Angst Gewalt.

Hexenverfolgung in 46 Ländern

Gewalt im Zusammenhang mit Hexereivorwürfen ist laut missio-Dokumentation aktuell in 46 Ländern präsent. Berichte kommen vor allem aus Afrika, Asien, Ozeanien sowie Lateinamerika. Die Vorwürfe treffen oft Menschen, die ohnehin wenig Schutz oder Einfluss haben. 

Wo Hexenverfolgung heute dokumentiert ist

Eine nachdenkliche Frau mit kurzen, lockigen Haaren sitzt in einem Raum mit einer holzvertäfelten Wand. Sie trägt ein orangefarbenes, geblümtes Oberteil und schaut ernst in die Ferne. Das Licht fällt weich auf ihr Gesicht.

missio aktualisiert jedes Jahr eine Weltkarte zu Gewalt im Zusammenhang mit Hexereivorwürfen. 

Der aktuelle Stand (Juli 2025) nennt 46 Länder in Afrika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten sowie Mittel- und Südamerika. 

Die Karte zeigt: Hexenverfolgung ist kein lokales Einzelphänomen, sondern ein globales Menschenrechtsthema. 

Gewalt und Aberglaube in 46 Ländern

Die Weltkarte zeigt in Rot die Länder, in denen Frauen, Kinder und Männer als Hexen stigmatisiert, verfolgt und getötet werden. Die betroffenen Regionen sind vor allem in Afrika, Asien und Zentralamerika hervorgehoben.
Diese Weltkarte dokumentiert Länder, in denen Frauen, Kinder und Männer in Gefahr sind, als Hexen stigmatisiert, gefoltert und getötet zu werden.

Wen die Gewalt besonders trifft

Hexereivorwürfe treffen nicht zufällig irgendwen. Besonders gefährdet sind Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen, die als schwach wahrgenommen werden. Sie haben oft keine Möglichkeit, sich zu wehren oder Unterstützung zu bekommen. 

In Ghana hilft missio Frauen, die aus ihren Dörfern verstoßen werden », und Kindern, die als sogenannte „Hexenkinder“ gebrandmarkt werden », etwa weil sie eine Behinderung haben oder weil in ihrer Familie ein Unglück geschah. 

Wie missio Betroffene schützt

missio verbindet Dokumentation, Aufklärung und konkrete Hilfe. Wir unterstützen Partnerinnen und Partner, die Menschen aus akuter Gefahr retten, Schutzräume schaffen, medizinisch und seelisch begleiten und in Gemeinden gegen die Mythen rund um Hexerei arbeiten. 

Das Bild zeigt eine ländliche Szene, in der zwei Nonnen im blauen Habit mit einer Frau in traditioneller Kleidung interagieren. Die Nonnen tragen ihre typischen blauen Gewänder, die ihnen eine freundliche und respektvolle Präsenz verleihen. Die Frau in der Mitte trägt ein bunt gemustertes Kleid und eine Kopfwrap, und sie scheint mit den Nonnen zu sprechen. Im Hintergrund sind mehrere einfache, strohgedeckte Hütten und ein Haufen trockenes Holz zu sehen, die das ländliche, ursprüngliche Umfeld verdeutlichen. Die Atmosphäre wirkt freundlich und kommunikativ, während die Umgebung einen typischen Blick auf das Leben in einer ländlichen Gemeinde bietet. Die Nonnen scheinen sich für die Menschen und ihre Bedürfnisse zu interessieren, was auf ein Gefühl von Gemeinschaft und Unterstützung hinweist.
Batido (Name geändert) flüchtete vor 18 Jahren nach Gnani. Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde die heute 70-jährige mit ihrem Schwager verheiratet. Der beschuldigte sie der Hexerei und verstieß sie. Schwestern einer lokalen Gemeinschaft besuchen die Siedlung regelmäßig, um den Frauen beizustehen.

Projekte gegen Hexenverfolgung

Eine ältere Frau steht in einem Raum und spricht leidenschaftlich. Zwei Nonnen in blauen Gewändern hören aufmerksam zu. Hinter ihnen hängen bunte Stoffe, die den Raum umgeben. Die Szene vermittelt eine Atmosphäre des Austauschs und der Unterstützung.

Ghana: Hilfe für verstoßene Frauen

Ghana: Hilfe für verstoßene Frauen

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Das Bild zeigt eine schwangere Frau, die auf einer Holzbank sitzt. Sie trägt ein einfaches, drapiertes Oberteil und hat ein aufmerksamkeitsstarkes, konzentriertes Gesicht. Neben ihr steht eine Frauenärztin, die in einem weißen Kittel gekleidet ist und eine Spritze in der Hand hält. Sie wirkt professionell und freundlich, während sie sich um die Patientin kümmert. Im Hintergrund steht eine weitere Frau, die ein Kopftuch trägt und ebenfalls in einem einfachen blauen Kleid gekleidet ist. Sie beobachtet die Szene aufmerksam und vermittelt ein Gefühl von Unterstützung und Gemeinschaft. Die Umgebung ist schlicht und funktional, mit weißen Fliesen an den Wänden und einigen medizinischen Utensilien auf einem Tisch. Tageslicht strömt durch das Fenster, das die Atmosphäre gleichmäßig beleuchtet und einen Eindruck von Ruhe und Fürsorge in einer medizinischen Umgebung vermittelt. Diese Szene spiegelt die Wichtigkeit der pränatalen Pflege und den Zusammenhalt zwischen Frauen wider.

Benin: Schutz vor rituellen Kindstötungen

Benin: Schutz vor rituellen Kindstötungen

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Vier Personen halten ein Banner mit der Aufschrift „ACTION SECOURS NIGER - SAUVONS DES VIES!“ Es handelt sich um eine Botschaft zur Unterstützung und Hilfe für Niger. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen zu sehen.

Niger: Schutz für beschuldigte Frauen

Niger: Schutz für beschuldigte Frauen

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Das Bild zeigt eine fröhliche Nonne, die ein kleines Kind in ihren Armen hält. Die Nonne trägt eine klassische, hellblaue Tracht mit marineblauen Akzenten und hat einen strahlenden Ausdruck auf ihrem Gesicht. Ihr Lächeln vermittelt Wärme und Zuneigung. Das Kind, das ein leuchtend grünes T-Shiert trägt, lehnt sich sanft an die Nonne und hat einen neugierigen Blick. Der Hintergrund ist unscharf, mit minimalistischen Wänden in sanften Farben, was die positive Interaktion zwischen der Nonne und dem Kind in den Vordergrund rückt. Die Szene strahlt Freude, Fürsorge und ein Gefühl der Gemeinschaft aus.

Ghana: Hilfe für ausgegrenzte Kinder

Ghana: Hilfe für ausgegrenzte Kinder

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10. August: Internationaler Tag gegen Hexenwahn

Der 10. August steht bei missio für ein konkretes Schicksal. Im August 2012 wurde Christina, eine junge Mutter aus Papua-Neuguinea, als angebliche Hexe beschuldigt und über Tage hinweg gefoltert. Am 10. August gelang ihr die Flucht. Dieser Fall wurde für missio zum Wendepunkt und machte das Ausmaß der Hexenverfolgung international sichtbar

Heute steht Schwester Lorena Jenal für die Hilfe, die daraus entstanden ist. Sie bringt bedrohte Frauen in Sicherheit, versorgt Überlebende medizinisch und begleitet sie zurück in ein Leben ohne Angst. In den vergangenen Jahren hat sie 352 Frauen vor dem Foltertod gerettet. Lesen Sie hier mehr zum Projekt von Schwester Lorena. »

Um auf diese Form von Gewalt aufmerksam zu machen, rief missio 2020 den Internationalen Tag gegen Hexenwahn ins Leben. Er findet jedes Jahr am 10. August statt und erinnert an Christinas Flucht im Jahr 2012. Gleichzeitig lenkt er den Blick auf weltweite Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Hexereivorwürfen.

Zwei Frauen sitzen in einem hellen Raum mit Holzbänken. Eine Frau mit lockigem, dunklem Haar trägt ein rotes, blumiges Kleid, die andere ist eine Nonne mit grauem T-Shirt und einer weißen Haube. Beide lächeln und halten sich an den Händen, was Freundschaft und Freude symbolisiert.
Schwester Lorena mit Christina: Lorena betreute sie, nachdem sie im August 2012 als angebliche Hexe über mehrere Tage gefoltert wurde. Im Juni 2021 ist Christina an den Folgen der Misshandlungen verstorben.

KI-Video erzählt Christinas Geschichte

Zum Internationalen Tag gegen Hexenwahn teilen wir die bewegende Geschichte von Christina aus Papua-Neuguinea. Christina wurde grausam gefoltert, weil sie zu Unrecht der „Hexerei“ beschuldigt wurde. Nur durch eine mutige List und die Hilfe von Schwester Lorena gelang ihr die Flucht. Mit Hilfe unseres KI-Videos können wir ihre Geschichte erneut erzählen – um auf das Leid vieler Betroffener aufmerksam zu machen und ein starkes Zeichen gegen Hexenwahn und Gewalt zu setzen.

Veranstaltungen zur Hexenthematik

Datum
Veranstaltung Ort Uhrzeit
12.05.2026

„Mut gegen den Wahn: von Ellwangen bis Papua-Neuguinea“

Ellwangen (Jagst) Di., 17:30 bis 18:30 Uhr
15.05.2026

„Hexenwahn zwischen Würzburg und Papua“

Würzburg Fr., 16:30 bis 18:00 Uhr
  1. 12.05.2026

    Di., 17:30 bis 18:30 Uhr

    „Mut gegen den Wahn: von Ellwangen bis Papua-Neuguinea“

    Ellwangen (Jagst)
  2. 15.05.2026

    Fr., 16:30 bis 18:00 Uhr

    „Hexenwahn zwischen Würzburg und Papua“

    Würzburg

Weltkarte, Studien und didaktisches Material zum Download

Weltkarte „Hexenwahn“

Unsere jährlich aktualisierte Weltkarte dokumentiert Länder, in denen Frauen, Kinder und Männer in Gefahr sind, als Hexen stigmatisiert, gefoltert und getötet zu werden. Inzwischen betrifft das Menschen in 46 Ländern in Mittel- und Südamerika, in Afrika, im Nahen Osten und in Asien. Wir beteiligen uns aktiv an der Bekämpfung dieser Gewalt und haben mit unseren Projektpartner/-innen in Ghana, Benin und Papua-Neuguinea bislang 352 Frauen gerettet. Aberglaube und Gewalt stellen weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar. Stand: Juli 2025

Hexenwahn zwischen damals und heute

Eine didaktische Handreichung für Lehrkräfte und Schulklassen zum Thema „Hexenverfolgung“ und zum Besuch der missio-Ausstellung „Hexenwahn in Papua-Neuguinea“. 

Menschenrechte: Hexenwahn in Papua-Neuguinea (Fallbeispiel Christina)

Gibbs, Philip, Hexenwahn in Papua-Neuguinea: Fallstudie Christina, hrsg. vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V. (Menschenrechte 76), Aachen 2020.

Fragen und Antworten (FAQ)

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