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50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei – warum wir jetzt handeln müssen

Offiziell ist Sklaverei seit mehr als 150 Jahren weltweit abgeschafft – das gilt jedoch nur auf dem Papier.

Tatsächlich sind rund 50 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei, schätzt die Internationale Arbeitsorganisation ILO - 10 Millionen mehr als im Jahr 2016.

In Asiens Textilfabriken, auf den Plantagen in Afrika und an vielen Orten, an denen Produkte für den westlichen Konsum und den Welthandel produziert werden, arbeiten Menschen unter katastrophalen und sklavereiähnlichen Bedingungen.

Mit unserer neuen Kampagne „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ kämpfen wir im Rahmen der Aktion Schutzengel aktuell gegen diese grenzenlosen Formen der Ausbeutung. Wir setzen uns mit vollem Herzen für die Abschaffung moderner Sklaverei ein. Zum Auftakt der Kampagne diskutierten im Juni 2021 bei einer Online-Konferenz » führende Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Strukturen und effektive Handlungsansätze zur Überwindung moderner Sklaverei.

Helfen Sie uns und setzten Sie sich gegen moderne Sklaverei ein!

Ein Junge ohne Oberteil greift in kontaminiertes Wasser und versucht, etwas zu fangen. Um ihn herum schwimmen Pflanzenreste und Müll. Er trägt einen Ausdruck von Konzentration und Anstrengung. Im Hintergrund sind undeutlich Container und ein grauer Himmel zu sehen.
Der kleine Junge sammelt Müll im Wasserslum Happyland auf den Philippinen.

Moderne Sklaverei – Was heißt das eigentlich?

Zwangsarbeit, Menschenhandel, Zwangsprostitution, Arbeitsausbeutung, Schuldknechtschaft und Versklavung von Kindern – moderne Sklaverei hat viele Gesichter. 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Mädchen. Sie werden besonders oft Opfer von sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit und erzwungenen Eheschließungen.

Weltweit müssen nach Schätzungen von UN-Experten über 27,6 Millionen Menschen Zwangsarbeit verrichten. Jedes vierte Opfer moderner Sklaverei ist noch ein Kind. Jungen und Mädchen werden zu Kindersoldaten ausgebildet oder auf Kakaoplantagen ausgebeutet, Frauen und Männer müssen für Rebellen in Minen nach Gold schürfen oder schuften für einen Hungerlohn unter lebensgefährlichen Bedingungen in Fabriken für den Weltmarkt.

 

Wo ist dein Bruder, der Sklave? Wo ist der, den du jeden Tag umbringst in der kleinen illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den Kindern, die du zum Betteln gebrauchst, in dem, der heimlich arbeiten muss, weil er nicht legalisiert ist? Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung! Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Die Frage geht alle an! 

Papst Franziskus Evangelii Gaudium, Nr. 211    

 

Die Sklaverei der heutigen Zeit ist geprägt durch einen globalen Teufelskreis aus Ausbeutung, Unfreiheit und Verletzung der Menschenwürde. Zwar wurde der rechtliche Besitz an einem anderen Menschen abgeschafft, doch ist es für die Betroffenen heute oft nicht möglich, sich aus eigener Kraft aus den Strukturen der Sklaverei zu befreien. Dies kann viele Gründe haben, wie zum Beispiel Zwang, Gewalt, wirtschaftliche Not oder Abhängigkeitsverhältnisse.

kleiner Junge auf einem Friedhof in Cebu
Auf dem Friedhof in Cebu kämpfen viele Familien ums Überleben.
Ein Mädchen sitzt Zähne putzend auf dem Friedhof in Cebu
Für die Friedhofskinder ist eine normale Kindheit weit entfernt

Globale Ausbeutung: Wo gibt es heute noch Sklaverei?

„Wenn Sie Kleidung tragen, Nahrung zu sich nehmen, ein Auto fahren oder ein Smartphone haben, arbeiten derzeit ungefähr 60 Sklaven für Sie.“

Prof. Evi Hartmann, Wirtschaftswissenschaftlerin

 

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen ausgebeutet und missbraucht werden: Armut, politische Instabilität und mangelnde Bildung zählen zu den häufigsten Ursachen moderner Sklaverei. Besonders gefährdet sind Menschen in akuten Notlagen. Familien, die auf der Flucht oder in extremer Armut leben, fehlt meist jede Perspektive für die Zukunft. In ihrem täglichen Kampf um den Lebensunterhalt erliegen sie ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und moderner Sklaverei.

Auch der Lebensstil der Menschen in Industrieländern beeinflusst die schlechten Arbeitsbedingungen. Löhne unterhalb des Existenzminimums, gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit ermöglichen Dumpingpreise für unseren Konsum. Besonders gefährdet sind Frauen und Männer fernab ihrer Heimat, da sie ihren Arbeitgebern oft ausgeliefert sind. Der Bau der WM-Stadien in Katar kostete tausende Wanderarbeiter das Leben. Und auch in Deutschland bereichern sich Menschenhändler an Zwangsarbeit und sexueller Ausbeutung.

Die Folge: Den Preis für unfaire Lieferketten und gedankenlosen Konsum zahlen Menschen in Not mit ihrer Gesundheit und ihrer Würde.
In unserem kontinente-Beitrag zum Thema „Moderne Sklaverei”    , finden Sie weitere Informationen über diese weltweite Ungerechtigkeit.

Eine Frau in gestreiftem Shirt und grüner Rock schaufelt Gestein aus einem schmalen Graben, der mit Wasser gefüllt ist. Sie befindet sich in einer natürlichen Umgebung mit üppigem Grün im Hintergrund und konzentriert sich auf ihre Arbeit.

Lieferketten

Lieferketten

Von den Coltanminen in der DR Kongo über die Produktion in China bis zum gesundheits- und umweltgefährdenden Elektroschrott-Verwertung in Ghana verläuft auch die Lieferkette moderner Elektrogeräte wie Handys oder Laptops über zahlreiche Stationen moderner Sklaverei.

In einer Nähwerkstatt arbeiten Frauen an Nähmaschinen. Sie nutzen Maschinen, um Kleidungsteile zu verarbeiten. Die Atmosphäre ist geschäftig, und verschiedene Textilien liegen auf den Tischen. Die Arbeiterinnen tragen einfache Kleidung und konzentrieren sich auf ihre Aufgaben.

Alltagsprodukte

Alltagsprodukte

Moderne Sklaverei steckt hinter vielen Produkten unseres täglichen Lebens. Z.B. Kaffee, Tee, Tabak und Fleisch. In Asiens Textil- und Spielzeugfabriken wird unter gesundheits-gefährdenden Arbeitsbedingungen “Fast Fashion“ produziert. 

Ein Mädchen sitzt auf einer Treppe, hält ein Smartphone in den Händen und schaut darauf. Sie trägt ein Cap und hat lange Haare. Im Hintergrund ist eine Wand mit Schatten und ein rotes Vorhang sichtbar. Auf dem Boden steht eine Flasche Cola.

Sexuelle Ausbeutung

Sexuelle Ausbeutung

Viele Kinder auf den Philippinen werden Opfer sexueller Ausbeutung: durch Online-Missbrauch, Sextourismus und Zwangsprostitution.Viele Täter kommen aus westlichen Ländern. Nur wenige wurden bisher zur Rechenschaft gezogen.

Menschenhandel

Menschenhandel

70 Prozent aller Betroffenen moderner Sklaverei sind weiblich. Viele fallen skrupellosen Menschenhändlern zum Opfer, die sie mit Gewalt und Zwang in die Prostitution treiben - auch hier in Deutschland. Auch Kinder werden als billige Arbeitskräfte gehandelt.
 

Wo treffe ich auf moderne Sklaverei?

Sklaverei ist offiziell abgeschafft - doch viele Menschen leiden weiterhin unter Zwangsarbeit und Ausbeutung. Sie arbeiten unter Druck, ohne gerechte Bezahlung und Schutz. Wir stellen sechs Beispiele von moderner Sklaverei vor - aber zeigen auch, wie wir selbst aktiv werden können.

Helfen Sie mit, moderne Sklaverei zu verhindern!

So können Sie Frauen, Männer und Kinder vor moderner Sklaverei schützen:

Eine Frau wirft ein altes Mobiltelefon in eine transparente Spendenbox. Im Hintergrund stehen mehrere Personen, die Aufmerksamkeit auf die Aktion richten. Die Box und die Handys sind deutlich sichtbar, was die Sammlung von Handys für einen guten Zweck zeigt.

Handys spenden

Durch fachgerechtes Handy-Recycling müssen weniger Konfliktmineralien unter ausbeuterischen Bedingungen abgebaut werden. Ein Teil des Recycling-Erlöses kommt unseren Hilfsprojekten vor Ort zugute. Ihre Handyspende wirkt also doppelt.

Hier mitmachen
Frauen ernten in traditionellen Kopftüchern Tee in einem großen, grünen Teeplantagenfeld, während sie Flechtkörbe tragen, um die gepflückten Blätter zu sammeln.

Deine Spende hilft!

Unsere Hilfsprojekte stehen im Zentrum der Aktion Schutzengel und sind darauf ausgerichtet, insbesondere Frauen und Kinder zu schützen, die Opfer von Menschenhandel, Gewalt, Ausbeutung und moderner Sklaverei geworden sind.

Mehr lesen
Ein Polizeibeamter steht vor einem Einsatzfahrzeug und hält Informationsmaterialien sowie eine Sammlungskiste für die "Aktion Schutzengel" in den Händen. Im Hintergrund sind weitere Polizistenfahrzeuge zu sehen. Der Beamte lächelt und vermittelt Sicherheit und Unterstützung.

Aktion starten

Starten Sie eine eigene Aktion und widmen Sie ihr nächstes Fest in Gemeinde, Schule oder Unternehmen dem Kampf gegen moderne Sklaverei. Anregungen und Materialien wie das Schutzengel-Aktionsheft erhalten Sie kostenfrei im missio-Onlineshop.

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Ihre Spende für Projekte gegen Menschenhandel

Weitere Themen:

Ihre Stimme gegen Ausbeutung in den Mica-Minen

Mica (Glimmer) wird weltweit u. a. in Schminke, Autolacke und Solarpanels eingesetzt – doch der Abbau in Madagaskar geschieht oft unter ausbeuterischen Bedingungen. Mit der Aktion Schutzengel rufen wir zu fairem Mica-Handel auf und fordern deine Unterstützung.

Der missio-Truck „Eine Welt. Keine Sklaverei.“

Moderne Sklaverei betrifft heute Millionen Menschen weltweit – oft unsichtbar, mitten in unserem Alltag. Unsere mobile Ausstellung in einem Truck informiert anschaulich und multimedial zum Thema „Eine Welt. Keine Sklaverei.“

Ihr Kontakt zur Aktion Schutzengel

Sie haben Fragen zur Aktion Schutzengel oder möchten sich über unsere Angebote und Materialien informieren?

Gerne sind Martin Stauch und Alexandra Götzenich für Sie da.

Ihr Ansprechpartner

Porträt eines Mannes mit Brille, der lächelt. Er trägt ein schwarzes Sakko und ein weißes Hemd.

Dr. Martin Stauch

stv. Leiter der Abteilung Inland und Leiter des Teams „Aktion Schutzengel”
+49 (0)241 / 7507 - 289

Ihre Ansprechpartnerin

Alexandra Götzenich

Assistentin in den Teams „Aktion Schutzengel” und „Monat der Weltmission / Katholikentag”
+49 (0)241 / 75 07 - 294