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PredigtPlus ‒ Predigtvorschläge

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Foto: Hartmut Schwarzbach/missio

April 2021

PREDIGT ZUM 4. SONNTAG DER OSTERZEIT B
JOH 10,11–18

„Es ist leicht, einen Menschen zum Schweigen zu bringen, aber niemals kann man einen Menschen zum Zuhören zwingen“, so sagt Bernhard Pörksen.

Richtig zuhören, das ist schwierig, sagen nicht nur die Eltern von pubertierenden Kindern. Die Betroffenen von sexuellem Missbrauch berichten, dass sie oft acht Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner brauchten, ehe ihnen Gehör geschenkt wurde. Und wie viel Kraft brauchen Frauen, ehe in der Kirche ihre Stimme vernommen wird? In der Bewegung Maria 2.0 wird uns vor Augen geführt, wie viele Hindernisse überwunden werden müssen, ehe die Fragen und Forderungen von Frauen innerhalb der Kirche, bis hin zur Frage nach der gleichberechtigten Teilhabe an den Ämtern, überhaupt einen Raum zur Platzierung finden, geschweige denn zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung.

Und im Alltag können wir uns die Frage stellen, wie oft es uns passiert, dass wir zwar ein Gespräch geführt haben, am Ende aber doch die Frage bleibt, was wir wirklich gehört haben. Telefon- und Videokonferenzen, die seit der Corona-Pandemie viel stärker als früher eingesetzt werden, machen deutlich, dass auch hier die Gewähr zum Zuhören nicht immer gegeben ist, denn es bestehen ebenfalls Möglichkeiten, sich abzulenken und nicht konzentriert der Kommunikation mit den Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern zuzuwenden.

Wenn wir in der Frage des Zuhörens noch eine Schicht tiefer gehen, können wir uns auch der Frage zuwenden, wie groß grundsätzlich unsere Bereitschaft ist, anderen vorurteilsfrei zu begegnen, sie nicht abzustempeln vor dem Hintergrund, dass wir sowieso schon wissen, was der andere und die andere uns sagen will.

Auszug des Predigtextex von Rolf-Peter Cremer - Aachener Dompropst

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