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PredigtPlus ‒ Predigtvorschläge

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Foto: Hartmut Schwarzbach/missio

August 2018

AUGUST 2018
17. SONNTAG IM JAHRESKREIS, B
1KÖN 19,4-8 / JOH 6,41-51


Waren Sie schon einmal in der Wüste? Haben Sie schon einmal erlebt, wie es ist, wie Elija in die und durch die Wüste zu gehen, die Hitze am Tag und die Kälte in der Nacht erfahren, vielleicht sogar ihre Schönheit und Stille genossen? Vielleicht haben Sie auch schon einmal Wüstentage oder Wüstenzeiten mitgemacht? Wenn wir uns auf den Weg in die Wüste machen oder solche Besinnungszeiten wahrnehmen, tun wir dies freiwillig und versuchen, durch eine geeignete Form des Verzichts uns besser auf Gott auszurichten.

Wir folgen damit einer uralten Praxis, denn schon im frühen Christentum gab es mit den sogenannten „Wüstenvätern“ Menschen, die zurückgezogen in der ägyptischen oder syrischen Wüste lebten. Ihre Lebensweise war durch Askese, Gebet und Arbeit geprägt. Sie wählten die Wüste, um dem hektischen Betrieb in der Stadt zu entgehen und sich ungestört der Besinnung und dem Gebet widmen zu können. Die Wüste war dazu besonders geeignet, weil sie biblisch der Ort der Erwählung und des Bundes ist, in der zeitgenössischen Umwelt als idealer Ort für ein gesundes und zurückgezogenes Leben galt und religiös-mythisch als Bereich des Todes und der lebensbedrohenden Gefahr gedeutet wurde. Der Gang in die Wüste war für viele daher nicht nur oder auch nicht vorwiegend asketisch motiviert, sondern wurde theologisch gedeutet, um an diesem besonderen Ort der Versuchung den Kampf mit den Gegnern Christi – Teufel und Dämonen – aufzunehmen. Heute verstehen wir dies eher psychologisch als vertiefte Auseinandersetzung mit dem, was uns beschäftigt und unsere innere Freiheit zur Begegnung mit Gott einschränkt.

Auszug des Predigttextes von Dr. Dr. Thomas Fornet-Ponse,
Abteilungsleiter Bildung
missio Aachen

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