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Januar 2026

Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben – und es in Fülle haben!

Joh 10,10
 

Hier finden Sie den Beginn des Predigttextes für Januar 2026:

Liebe Gemeinde,

steht bei Ihnen zu Hause noch die Weihnachtskrippe? Ich gestehe, ich bin immer ein bisschen wehmütig, wenn wir sie hier abbauen. Dann fehlt etwas. Es fehlt mir die sichtbare Erinnerung an einen wichtigen Satz Jesu: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, und es in Fülle haben.“

Das kleine Kind von Betlehem bringt ein Versprechen auf Großes: auf Leben – in Fülle! Ein echtes Weihnachtsgeschenk, das uns das ganze Jahr über Freude und Hoffnung schenken will. Leben – für die Kinder im Flüchtlingslager in Juba, der Hauptstadt des Südsudan, ist das vor allem Überleben.

Etwas zu essen erbetteln, um den heutigen Tag zu überleben. Sich vor dem Krieg in Sicherheit bringen, der brutalen Gewalt, die im Südsudan immer wieder aufflammt und keine Rücksicht nimmt auf die Träume von Kindern. Ein paar Minuten bleiben dürfen bei Schwester Pasqua und Schwester Amabilis, ein bisschen spielen, ein paar Buchstaben lernen, nicht mit leerem Magen ins Elend des Lagers zurückkehren müssen. Ist das schon Leben? Leben in Fülle?

(…)

Auszug des Predigttextes von:

Christina Brunner,
Redakteurin missio-Magazin kontinente

Februar 2026

Ihr seid das Salz der Erde

MT 5,13
 

Hier finden Sie den Beginn des Predigttextes für Februar 2026:

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

wir haben soeben dieses Wort Christi aus dem Matthäusevangelium gehört: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Was soll das eigentlich heißen?

 

Die libanesische Theologin Maryse Saghbini hat hierzu einige wichtige Gedanken für uns notiert. Aus ihren Worten sprechen ihre eigenen Erfahrungen als Christin im Libanon. In diesem Land sind die Christen zwar keine religiöse Minderheit wie in anderen Staaten des Nahen Ostens, aber das Land erlebt seit Jahren eine schwere Wirtschaftskrise und politische Vertrauenskrise. Zugleich enthalten die Worte von Maryse Saghbini weltumspannende Botschaften des heutigen Evangeliums. Hören wir, was sie sagt:

 

„Zunächst einmal sehe ich in diesem Ausspruch Jesu eine Öffnung, die sich nicht auf ein Land, eine Region oder einen Kontinent bezieht, sondern auf die ganze Erde. Jesus sagt nicht, ihr seid das Salz des Libanon, Syriens oder Deutschlands, sondern ihr seid das Salz der Erde. Schon das lässt mich zittern. Warum? Weil alles, was ich bin, alles, was ich tue oder nicht tue, alles, was ich gebe oder nicht gebe, eine Konsequenz und eine Tragweite für die ganze Erde hat. Das nennen wir menschliche Solidarität oder in kirchlicher Sprache: Gemeinschaft in Christus. Weil wir im mystischen Leib Christi verbunden sind, sind wir füreinander verantwortlich – unabhängig von unseren Ländern, unserer Kultur, unserer sozialen oder kirchlichen Stellung. 

(…)

Auszug des Predigttextes von:

Maryse Saghbini, 
Theologin in Beirut/Libanon

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