missio - glauben.leben.geben

Spiritualität der Weltkirche

Veranstaltungsreihe

In einer losen Reihe von Veranstaltungen gehen wir mit Partnern aus Ländern des Südens der Frage nach, welche Bereicherung die christliche Spiritualität beim Zusammentreffen mit anderen Religionen erfahren kann. Ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet geben Einblicke in andere Kulturen und Religionen und zeigen auch praktische Übungen.

Foto: Harald Oppitz/missio

„Die Zerstörung der Natur ist der Untergang der Menschheit”: Über das Glaubenssystem der Adivasi

Ein Vortrag von Jacinta Kerketta am Donnerstag, 9. September 2021, 18:00 bis 19:30 Uhr

In Indien leben ca. 100 Millionen Adivasis. Ihre Weltanschauung und ihr Glaubenssystem unterscheiden sich von denen religiöser Organisationen. Viele Adivasi-Gemeinschaften in Indien haben zwar eine andere Religion angenommen, aber es gibt nach wie vor viele, die immer noch nach dem Adivasi-Wertesystem leben. Wenn wir über ihre Kultur sprechen, dann ist es auch sehr wichtig, über den Glauben der Adivasis zu
sprechen, denn bei ihnen ist alles miteinander verbunden.

Wenn die Welt heutzutage über den Schutz der Natur spricht, dann sollte sie sich ebenfalls um den Schutz derjenigen kümmern, die der Natur am nächsten sind und die sie am besten verstehen. Das sind die Adivasis.

Sie kämpfen für ihre Rechte und um das Überleben ihrer Kultur. Die Welt ist aufgerufen, sich mit den Adivasis solidarisch zu erklären und ihr Glaubenssystem zu verstehen.

In der Weltanschauung der Adivasis steht die Natur im Mittelpunkt jeder Lebensform und alle sind gleichwertig. Natur bedeutet nicht nur Bäume und Pflanzen, sondern das gesamte Universum der Lebenssysteme.

Die Zerstörung der Natur ist für die Adivasis gleichbedeutend mit dem Sterben der Menschheit, deshalb verteidigen sie jeden Bereich, der bedroht sein könnte.

Das ist der Unterschied zu den institutionellen Religionen:

  • die Adivasi-Gemeinschaften haben eine enge Beziehung zur Natur;
  • sie betrachten sie als ihre Heimat und als Teil ihrer selbst, mit dem sie untrennbar verbunden sind.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, wird gedolmetscht und ist kostenfrei. missio ist auf Spenden angewiesen, um die Kirche in den ärmsten Ländern weltweit unterstützen zu können. Wir freuen uns über Ihre Spende: missio Aachen, IBAN: DE23 3706 0193 0000 1221 22 / BIC: GENODED1PAX, Verwendungszweck: Spende HF21

Jacinta Kerketta aus Jharkhand (Indien)

Die Referentin

Jacinta Kerketta ist Dichterin, Autorin und freiberufliche Journalistin, die einer Oraon Adivasi-Gemeinschaft im West Singhbhum Distrikt von Jharkhand, Indien, angehört. Sie schreibt in Hindi.
In ihren Gedichten hebt Jacinta die Ungerechtigkeiten hervor, die den Adivasi-Gemeinschaften widerfahren, sowie deren Kampf dagegen. Ihre Gedichte sind wichtige Dokumente über die Weltanschauung der Adivasis. Jacinta ist Autorin von zwei zweisprachigen (Hindi und Englisch) Gedichtsammlungen: „Angor“ (Adivani, Kalkutta) und „Jadon Ki Zameen“ (Bharatiya Jnanpith, Neu Delhi). Beide Bücher wurden von Johannes Laping ins Deutsche übersetzt und sind im Draupadi Verlag, Heidelberg, erschienen (Glut. Gedichte Hindi-Deutsch, 2016; Tiefe Wurzeln. Gedichte Hindi-Deutsch, 2018).