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Zu Gast in Syrien

Unsere Reihe Zu Gast in ...“ hat nun ihre sechste und letzte Station erreicht: Syrien. Ein Land, das wir aus den vergangenen zehn Jahren vor allem aufgrund eines fürchterlichen Krieges kennen. Dabei hat dieser Staat im Nahen Osten viel mehr zu bieten: eine lange Geschichte und reichhaltige Kultur sowie eine große Gastfreundschaft und leckeres Essen.

 

Uralte Kulturregion

Die Syrische Arabische Republik ist ein Land des nahen und mittleren Ostens und Teil des Maschrek. Syrien grenzt an Israel, Jordanien, den Libanon, die Türkei und im Osten an den Irak. Mit einer Landfläche von rund 185.000 km² ist es etwa halb so groß wie Deutschland. Das Klima ist trocken und relativ heiß, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind aber nicht selten. Die Landschaft ist sehr vielfältig mit seiner Mittelmeerküste, dem Alawitengebirge, dem schneebedeckten Antilibanon, dem Haurangbiet, der Wüste. Die beiden wichtigsten Flüsse sind der Euphrat und der Orontes.

Syrien ist uraltes Kulturland mit großartigen Ruinen antiker Städte wie Palmyra, Apameia und Deir al Zor. In der Antike war es ein hoch entwickeltes Land, in dem sich später das Christentum ausbreitete. Im 7. Jahrhundert eroberten Muslime die Region, die von nun an islamisch geprägt waren. Es gab zwar zwei kurze Zeiten, in denen einige Gebiete durch Byzanz und die Kreuzzügler geprägt war.  

Der syrische Bürgerkrieg ist eine bereits seit 2011 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung verschiedenster Gruppen. Unter diesen aktuellen Bedingungen verwundert eine negative Wirtschaftsrate von 36 Prozent nicht, die Arbeitslosenquote ist mit nahezu 50 Prozent extrem hoch. Im Human Development Index (HDI) Ranking des Jahres 2020 belegt Syrien den 151. von 198 Plätzen.

 

Die Situation der Christen

Syrien ist mehrheitlich von einer sunnitisch-muslimischen Bevölkerung bewohnt, aber es gibt auch andere Religionsgemeinschaften. Dazu gehören die Alewiten, Drusen, Jesiden und Christen. Paulus hatte sich in Damaskus bekehrt und in Antiochien, heute Türkei, wurden die Anhänger Jesu zum ersten Mal Christen genannt. Es entstand eine reichhaltige christliche Kultur, jedoch wurde im Laufe der Zeit die Zahl der Christen immer geringer. Heute gibt es noch viele katholische, orthodoxe, orientalische und protestantische Kirchenfamilien. Das Zusammenleben mit den Muslimen in demformal säkularen Staat war einigermaßen geordnet; Christen konnten ähnliche Freiheiten in dem autoritären Staat genießen wie die Muslime. Mit dem sogenannten Islamischen Staat und anderen islamistischen Gruppierungen kam es auch in Syrien zu heftigen Verfolgungen der Christen, die sich überwiegend Schutz vom Assad-Regime versprechen.

Ein besonderer Ort ist das wiederbelebte Kloster Mar Musa bei Jabrud, in dem Ordensmitglieder, die sich dem christlich-islamischen Dialog verschrieben haben, in einer spirituellen Umgebung Muslime und Christen als Gäste empfangen. Wenn die Kriegsverhältnisse es erlauben, versammelt sich eine große Anzahl Muslime vor dem Kloster, um gemeinsam die Freizeit zu verbringen und mit den Ordensmitgliedern und anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Christliche Syrer bei einer Beerdigung in einem Wüstendorf bei Homs. Foto: Karl Heinz Melters / missio
Christliche Syrer bei einer Beerdigung in einem Wüstendorf bei Homs.
Das Gericht Tabouleh und Kibbeh aus Syrien. Foto: Sigrid Hillebrand / missio

Rezept für Tabouleh und Kibbeh aus der syrischen Küche

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