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Pater Angelo Antolini

Kleine Kirche, große Aufgabe

Von David Grzeschik

Für die Menschen da zu sein und die Liebe Gottes zu den Ärmsten zu tragen, das ist für den italienischen Priester Angelo Antolini eines seiner wichtigsten Anliegen. Als Apostolischer Präfekt von Robe arbeitet der Kapuziner-Missionar unter schwierigsten Umständen.

Die katholische Kirche stellt in der Präfektur mit rund 900 Katholiken unter vier Millionen Einwohnern eine absolute Minderheit dar. 95 Prozent der Menschen, die meisten gehören zu den Volksgruppen der Oromo und Somali, bekennen sich zum Islam. Das Gebiet der Präfektur, das Teile der beiden Regionalstaaten Oromia und Somali umfasst, ist so groß wie die beiden Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen zusammen. Angesichts wachsender ethnischer und politischer Auseinandersetzungen zählt die Region zu den gefährlichsten Landesteilen Äthiopiens.

Die Präsenz unserer Kirche,
auch wenn sie prozentual noch so klein ist,
steht immer klar für Gerechtigkeit.
Pater Angelo Antolini

Doch Herausforderungen scheut Pater Angelo nicht. Seit 1981 lebt und arbeitet er an verschiedenen Orten im Süden Äthiopiens, allein 26 Jahre in der Region Wolaita. 2012 gründete Papst Benedikt die Apostolische Präfektur Robe, eine Vorstufe zur Diözese, und ernennt den Kapuziner-Missionar zum Apostolischen Präfekten. Heute hat die Kirche dort Gestalt gewonnen. Dabei spielen für Pater Angelo die Laien, Jugendlichen und katholischen Familien als zukünftige Katecheten eine Schlüsselrolle. Mit Hilfe von missio investiert er in ihre kontinuierliche fachliche und spirituelle Aus- und Weiterbildung. „In unserer christlichen Gemeinschaft wollen wir gemeinsam eine konkrete Idee von Gott entwickeln“, sagt der Ordensmann.

Mit neun Kindergärten, zehn Schulen und vier Frauenzentren versucht die Kirche, so gut es geht zu helfen. „Obwohl wir in Robe klein sind, setzen wir uns für die Menschen ein. Wir teilen dieselben Leiden und Enttäuschungen wie unsere Nachbarn“, erklärt der 65-Jährige.

Manchmal weiß Pater Angelo nicht, wie er am Monatsende die Gehälter für Mitarbeiter und den Unterhalt für Priester und Schwestern bezahlen soll. Doch Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. „Die Kirche ist Zufluchtsstätte der Armen, Schwachen und Verstoßenen“, erklärt er. Und so sammeln die Katholiken auch für Geflüchtete der Volksgruppe der Oromo, die nach dem jüngsten Konflikt mit dem Volk der Somali ihre Heimatdörfer verlassen mussten.

Pater Angelo Antolini aus Äthiopien

Pater Angelo Antolini

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Pater Angelo Antolini

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