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Pater Joaquim Moreira da Silva

An der Seite der Gumuz

Von Bettina Tiburzy

An der Seite der Ausgegrenzten zu stehen, das bedeutet für Pater Joaquim Moreira da Silva Mission. Seit acht Jahren lebt und arbeitet der portugiesische Comboni-Missionar, den alle nur Pater Quim nennen, im Westen Äthiopiens. Dort engagiert er sich für die Gumuz, ein Volk, auf das in Äthiopien viele herabschauen. „Bis in die 1930er Jahre sind die Gumuz von den Nachbarvölkern versklavt worden“, berichtet Quim. „Ich habe selbst gehört, wie Leute sie als ‚Hunde‘, ‚Tiere‘ oder ‚Sklaven‘ bezeichneten.“

Die Gumuz leben als Jäger, Sammler und Kleinbauern in der Region Benishangul-Gumuz, einem entlegenen Gebiet, so groß wie das Bundesland Niedersachsen. Es liegt nördlich des Blauen Nils und grenzt an den Sudan. Die Gesundheitsversorgung in der Region ist schlecht, die Müttersterblichkeit sehr hoch. Mädchen werden oft früh verheiratet. Viele Kinder gehen nicht zur Schule.

Wir wollen den jungen Menschen zeigen,
dass sie genauso viel wert sind
wie alle anderen.
Pater Joaquim Moreira da Silva

Die meisten Gumuz gehören traditionellen afrikanischen Religionen an. Als die katholische Kirche vor 18 Jahren in der Region ihre Mission begann, organisierte sie medizinische Versorgung, errichtete eine Klinik, bohrte Brunnen und baute Kindergärten und Schulen. Und die Missionare erzählten den Menschen von Gott, davon, dass er immer an ihrer Seite sei. Heute wird die Kirche in der Region geschätzt. „Einer der Dorfältesten sagte mir: ‚Wir sind dankbar, weil jemand an uns gedacht hat, uns als Menschen wahrgenommen hat‘“, erzählt Pater Quim. „Das hat mich sehr glücklich gemacht.“

Zusammen mit seinem Team junger enthusiastischer Katecheten, deren Ausbildung von missio unterstützt wird, besucht der 43-Jährige fast täglich Dörfer. Besonders Jugendliche kommen zum Katecheseunterricht, in dem viel gesungen, getrommelt und gelacht wird. Der Missionar spricht auch darüber, dass die Gumuz das Potenzial ihrer Tradition und Kultur ausschöpfen sollten, wirbt für den Schulbesuch und erklärt, warum Kinderehen ungerecht und schädlich sind. Und Pater Quim wird nicht müde, die Jugendlichen zu ermutigen: „Wir wollen ihnen zeigen, dass sie mit Hilfe ihrer eigenen Fähigkeiten ihre Situation verändern können. Sie haben die Talente, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Sie müssen sie nur entdecken.“

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Pater Joaquim Moreira da Silva

Pater Joaquim Silva

Gast im Monat der Weltmission 2018

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