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Pfarrer Giday Alema

Seelsorge im Flüchtlingslager

Von Beatrix Gramlich

„Jeden Tag kommen neue Flüchtlinge an, und die Zahlen steigen“, sagt Giday Alema. Seit fünf Jahren arbeitet der Priester in vier riesigen Flüchtlingslagern entlang der eritreischen Grenze im Norden Äthiopiens. Die Camps liegen rund 90 Kilometer von seiner Pfarrei Mariä Himmelfahrt in der Kleinstadt Shire entfernt. Die Fahrt durch das Simin-Gebirge dorthin dauert Stunden. Aber seit ihn der Bischof mit der Flüchtlingsseelsorge beauftragt hat, setzt sich der 55-Jährige häufig ans Steuer. Er weiß, was es heißt, wenn man alles verloren hat.

Als 1998 der Bruderkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea ausbrach, lag Alemas Pfarrei an der Front. Soldaten überfielen sie und plünderten, was sie tragen konnten. Mit seinen Pfarreimitgliedern versteckte sich der Pfarrer drei Jahre lang in den Bergen. „Wir hatten keinen Strom, kein Wasser, kein Haus. Wir haben gelebt wie die Tiere“, erinnert er sich.

So schrecklich diese Erfahrungen waren – heute helfen sie ihm bei der Arbeit. Alema kann nachfühlen, was Menschen auf der Flucht durchgemacht haben, er kennt ihre Ängste und ihre Verzweiflung. „Die Flüchtlinge haben keine Chance zu arbeiten oder zu lernen“, erklärt er. Viele warten jahrelang darauf, in den USA oder Europa Asyl zu bekommen.“

Mission bedeutet für mich,
diese Menschen zu unterstützen
und ihnen zu helfen.
Pfarrer Giday Alema

Den Menschen in den Camps zur Seite stehen: Alema nennt das seine „Mission“. Mit zwei anderen Priestern kümmert er sich um die kleine katholische Gemeinde dort und die vielen, die Hilfe brauchen. Alte, Kranke, Menschen mit Handycap und kinderreiche Familien versucht die Kirche, auch materiell zu unterstützen. Oft kann Alema nicht mehr verschenken als seine Zeit. „Jeden Tag werde ich gerufen, um zuzuhören“, sagt er, „von Flüchtlingen, die sich verlassen fühlen, weit weg von ihrer Heimat und ihren Familien“.

Doch wenn er sich abends mit all den Fragen, auf die er keine Antwort weiß, vor das Kreuz stellt, spürt er, wie er selbst getragen ist und neue Kraft schöpfen kann. Und immer wieder gibt es diese Momente, in denen er selbst überrascht ist, dass er plötzlich eine Lösung, einen Weg, Hoffnung aufzeigen kann. Es sind Momente, in denen er fähig ist Dinge zu sagen, die er vorher nie für möglich gehalten hätte.

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Pfarrer Giday Alema

Gast im Monat der Weltmission 2018

Film über die Arbeit von Pfarrer Giday Alema

Flüchtlingshilfe in Äthiopien

Der missio-Projektpartner Pfarrer Gidey Alema war durch den eritreisch-äthiopischen Grenzkrieg vor einigen Jahren zum Flüchtling geworden. Jetzt setzt er sich selbst für Flüchtlinge in Äthiopien ein - hier im Flüchtlingslager Mai-Aini.

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