missio - glauben.leben.geben

Liturgische Hilfen

Aufruf der deutschen Bischöfe

zum Sonntag der Weltmission 2018

Liebe Schwestern und Brüder,

„Gott ist uns Zuflucht und Stärke“ (Ps 46). So lautet das Leitwort der diesjährigen Aktion der missio-Werke. Das Bekenntnis aus dem Alten Testament ist eine Kraftquelle für Christen weltweit, besonders in Ländern, in denen die Kirche bedrängt wird. Das gilt auch für Äthiopien. Das Land ist einer der ärmsten Staaten der Welt, zugleich aber Aufnahmeland für Flüchtlinge aus ganz Ostafrika. Die kleine katholische Kirche in Äthiopien engagiert sich für die entwurzelten Menschen und eröffnet ihnen neue Lebensperspektiven. Sie antwortet aber auch auf die allgemeine Verunsicherung, von der vor allem Jugendliche betroffen sind. Sie werden zwischen Tradition und Moderne zerrissen. In dieser Situation macht das Zeugnis der Kirche in Äthiopien beispielhaft deutlich, wie der Glaube den Menschen Heimat gibt.

Im Monat der Weltmission und vor allem am Sonntag der Weltmission, dem 28. Oktober, stellen die missio-Werke die Arbeit der Kirche in Äthiopien in den Mittelpunkt. Zugleich erinnern sie daran, dass wir alle gerufen sind, missionarisch Kirche zu sein und den Glauben an Jesus Christus auf der ganzen Welt zu bezeugen. Mit der Kirche in allen Kontinenten sind wir in diesem Ziel und in dieser Aufgabe verbunden. Sichtbarer Ausdruck dieser Solidarität ist die Kollekte, deren Ertrag den ärmsten Ortskirchen zugutekommt.

Liebe Schwestern und Brüder, bitte setzen Sie am Sonntag der Weltmission ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität. Wir bitten Sie um Ihr Gebet und um eine großzügige Spende bei der Kollekte für die Päpstlichen Missionswerke missio.

Ingolstadt, den 22. Februar 2018

Dieser Aufruf soll am Sonntag, dem 21. Oktober 2018, in allen Gottesdiensten (auch am Vorabend) verlesen werden. Der Ertrag der Kollekte am 28. Oktober 2018 ist ausschließlich für die Päpstlichen Missionswerke missio (Aachen bzw. München) bestimmt.

Gebet zum Sonntag der Weltmission

Gott ist uns Zuflucht und Stärke

Gott, ich sitze in diesem Boot,
eine Nussschale im tosenden Meer.
Das schützende Ufer ist weit entfernt.
Die vertraute Heimat liegt hinter mir.
Die, die mich lieben, bangen um mich.

Gott, du bist Zuflucht und Stärke.

Gott, wir sitzen gemeinsam in diesem Boot,
eine Nussschale im tosenden Meer.
Wir spüren die Angst vor dem Tod.
Wir hoffen auf Rettung und Zuflucht.
Wir träumen von Heimat und Wärme.

Gott, du bist Zuflucht und Stärke.

Gott, du bist mit uns in diesem Boot,
eine Nussschale im tosenden Meer.
Unsere Augen sind auf dich gerichtet.
Unsere Herzen vertrauen dir.
Unsere Hände sind bereit, mit dir
an einer neuen Heimat zu bauen.

Gott, du bist Zuflucht und Stärke.

Psalm 46

Die Gebetskarte kann kostenlos hier im missio-Onlineshop bestellt werden.    

Betrachtung zum missio-Plakat

Die Mädchen haben sich herausgeputzt. Die Farben ihrer Kleider leuchten, das Haar ist zu kunstvollen Zöpfen geflochten. Für den religiösen Anlass haben sie sich einen Schal um den Kopf geschlungen, ein Rosenkranz schmückt ihren Hals. Ein Mädchen schaut selbstbewusst in die Kamera, die Freundinnen senken den Blick.

Es ist ein Festtag im Bergdorf Agaro-Bush. Die Gemeinde feiert das „Fest Gottes, des Vaters“, das in Äthiopien von orthodoxen wie auch von katholischen Christen begangen wird. In einer Prozession ziehen die Gläubigen nach dem Festgottesdienst dreimal um die Kirche. Sie tragen eine Darstellung der Bundeslade mit sich, eine Tradition, die sie bis in urchristliche Zeiten zurückführt.

Agaro-Bush liegt im Hochland von Kaffa, südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba. Die Bergregenwälder der Region sind die Heimat des Kaffees, der dort in seiner Wildform in mehr als 40 Arten vorkommt. Eine Legende sagt, dass christliche Mönche die vermeintlich wertlosen roten Früchte ins Feuer warfen und kurze Zeit später ihren Duft und ihre belebende Wirkung entdeckt haben.

Das Hochland von Kaffa gehört zu den ärmsten Regionen Äthiopiens. Die Menschen leben von dem, was sie selbst anbauen, es reicht für eine Mahlzeit pro Tag und etwas Kaffee. Die Müttersterblichkeit ist hoch, die Schulbildung prekär. Nur etwa zehn Prozent der Kinder erreichen einen Sekundarschulabschluss, meist sind es die Jungen. Welche Träume haben die Mädchen auf unserem Bild, welche Zukunft erwartet sie?

Aber heute ist Feiertag. Nach der Prozession werden die Menschen sich in den Häusern versammeln zur traditionellen Kaffeezeremonie. Es ist Aufgabe der Frauen, die Bohnen in einer Pfanne über dem Holzkohlenfeuer zu rösten, mit dem Mörser zu zermahlen und in der traditionellen Kanne, der Jebena, zu servieren. Die Zeremonie ist Ausdruck der Gemeinschaft und Gastfreundschaft. Sie schafft Geborgenheit.

Auch die Ordensfrauen von den Kleinen Schwestern Jesu bauen in ihrem Garten Kaffee an. Sie sind ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Agaro-Bush. Die Schwestern sind da, sie begleiten Familien, betreuen Schwangere. Ihre Anwesenheit ist ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft.

Welche Hoffnungen hegen die Mädchen auf unserem Plakat? Sie sind Teenager-Freundinnen – sie halten sich an den Händen, sie wirken vertraut. Heute, am Sonntag der Weltmission, stehen sie im Mittelpunkt. Sie lenken unseren Blick auf die jungen Menschen in Äthiopien. Als Kirche sind wir eine weltumspannende Gemeinschaft, wir sind aufeinander angewiesen, auf Gebet und Solidarität. Keiner glaubt allein. Gemeinsam schöpfen wir Kraft aus dem Glauben an Gott, der für uns Zuflucht und Stärke ist.

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