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Pfarrer Chowaran Paul Anto

Missionar für den Frieden

„Drei von sechs jugendlichen Angreifern sind bei dem Überfall auf unsere Kirche in Kiphire vor 22 Jahren ums Leben gekommen“, erzählt Pfarrer Chowaran Paul Anto, als wäre es gestern gewesen. „Mit den anderen drei jungen Männern konnten wir zum Glück reden.“ Das war der Beginn von Antos Mission für den Frieden zwischen den verschiedenen Völkern in Nagaland. Seit beinahe 30 Jahren lebt und arbeitet der 48-jährige Priester aus dem Süden Indiens in dem Bundesstaat im äußersten Nordosten. Nach dem traumatischen Erlebnis in der Kirche von Kiphire gründete er 2005 das Friedensprogramm „Peace Channel“, das von missio unterstützt wird. Das Programm hat bereits mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche in mehr als 120 Schulen in seiner Diözese Kohima zum Mitmachen animiert.

Aus dem traurigsten Moment meines Lebens ist durch Gottes Gnade eine kraftvolle Jugendbewegung für den Frieden gewachsen.

Pfarrer Chowaran Paul Anto

Heute leitet Anto das Institut für soziale Arbeit in Nagaland, sein Fachgebiet sind Friedens- und Konfliktforschung. Zudem ist er als Sekretär der Kommission für Interreligiosität und Ökumene der Diözese Kohima tätig. Seine persönliche Mission in Nagaland ist es, vor allem den Kindern und Jugendlichen eine Kultur des Friedens zu vermitteln. Die rund zwei Millionen Menschen in Kohima gehören vielen verschiedenen Volksgruppen an. Militante Gruppierungen wollen mit Gewalt die Unabhängigkeit Nagalands vom indischen Staat durchsetzen. Über Generationen haben die Menschen gelernt, die Sprache der Gewalt der des Dialogs vorzuziehen.

„Nur Kinder und Jugendliche können den Frieden in diese von Unruhen heimgesuchte und kulturell gespaltene Region bringen.“ Davon ist Anto überzeugt. In interreligiösen Friedensgruppen lernen die jungen Menschen, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen, treten als Vermittler im Konfliktfall zwischen Gleichaltrigen auf und engagieren sich sozial. Für seine Vision einer friedlichen Gesellschaft in Nagaland erhielt Anto im Jahr 2016 von der Muslimischen Gemeinde eine Auszeichnung für interreligiöse Harmonie. Er selbst ist glücklich, dass „aus dem traurigsten Moment meines Lebens, dem Anschlag in Kiphire, durch Gottes Gnade eine so kraftvolle Jugendbewegung für den Frieden gewachsen“ ist.

Lena Monshausen

Pfarrer Chowaran Paul Anto

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Gast im Monat der Weltmission 2019