missio - glauben.leben.geben

Pfarrer Jose Chirackal

Einsatz in den Garo-Bergen Meghalayas

Zu sehen wie Menschen Fortschritte in ihrer Entwicklung machen, freut Pfarrer Jose Chirackal, 59, immer wieder aufs Neue. Seit über 40 Jahren lebt und arbeitet der Priester in den Garo-Bergen im Bundesstaat Meghalaya. Der ursprünglich aus Kerala stammende Chirackal leitet das Pastoralzentrum in Tura und arbeitet gleichzeitig als Gemeindepfarrer. Zuvor war er zehn Jahre lang als Finanzverwalter der Diözese tätig.

Seine Gemeinde umfasst 20 Dörfer, in denen 2000 Katholiken leben. Sie gehören zu den Garo. Diese ursprünglich aus Tibet stammende Volksgruppe ist vor hunderten von Jahren in die Berge Meghalayas migriert. Die Garo leben in einem matrilinearen Gesellschaftssystem. „Die Mutter ist das Familienoberhaupt. Ihre Kinder tragen ihren Namen. Die jüngste Tochter erbt den Besitz“, erklärt Pfarrer Jose diese seltene Form des sozialen Zusammenlebens.

In einer von Gewalt, Ungerechtigkeit und Ungleichheit geprägten Welt macht die Botschaft Jesu den entscheidenden Unterschied.

Pfarrer Jose Chirackal

In der bergigen Region gibt es sehr wenige Straßen. Oft können Ortschaften nur zu Fuß erreicht werden. Während der Monsunzeit sind manche Dörfer abgeschnitten von der Außenwelt. Viele Menschen in der Region leben in Armut. Es gibt keine Industrie und kaum bezahlte Arbeit. Fast niemand findet eine Anstellung. Ein Großteil der Garo lebt von saisonaler Landwirtschaft. Manche Männer und Jugendliche suchen ihr Glück in den illegalen Kohleminen in den südlicheren Garo-Bergen. Immer wieder sterben Menschen bei dieser lebensgefährlichen Arbeit.

Pfarrer Jose Chirackal möchte den Menschen helfen. Die Kirche klärt über die Gefahren des risikoreichen Bergbaus auf. Und sie fördert die Bildung von Kindern und Jugendlichen, unterhält Internate für diejenigen, die weit von einer Schule entfernt wohnen. Vielen Menschen bietet sie medizinische Betreuung. Immer wieder kommt es zur Ausbreitung von tropischen Krankheiten wie Malaria.

Trotz aller Schwierigkeiten konnte die Kirche vielen Menschen helfen, ein besseres Leben zu führen. Darauf ist Pfarrer Jose Chirackal stolz. Und auch darauf, dass die Kirche in Tura im Laufe der Jahre zu einer lebendigen Kirche gewachsen ist. „In Nordostindien wird der christliche Glaube in Fülle gelebt. Es gibt zwar Herausforderungen wie Armut, fehlende Kommunikationsmöglichkeiten und wenig Bildung, trotzdem ist es eine Freude, den christlichen Glauben hier zu leben.“

Bettina Tiburzy

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Gast im Monat der Weltmission 2019