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Pfarrer Varghese Velickakam

Missionar mit sozialem Herz

Schon als Kind sehnte sich Varghese Velickakam danach, eines Tages als Missionar in ein unbekanntes Land zu gehen. In Kerala im Süden Indiens geboren und aufgewachsen, zog es den jungen Velickakam schon bald in den Nordosten des Landes. In die Himalayaregion, die zwar zu Indien gehört, sich aber kulturell und landschaftlich stark von seiner Heimat im Süden unterscheidet. Dort empfing er seine Priesterweihe. Seit 20 Jahren engagiert sich Pfarrer Varghese Velickakam in der sozial-pastoralen Arbeit in der Region.

Seit 2011 leitet der Priester die North East Diocesan Social Service Society (NEDSSS). Die kirchliche Organisation ist eine Einrichtung der regionalen Bischofskonferenz in Nordostindien mit dem Auftrag, die kirchliche Arbeit in den Bereichen Soziales und Entwicklung zu koordinieren. Dazu gehören Programme zur Friedens- und Konfliktarbeit, Förderung von Frauen und Jugendlichen, Bildungsarbeit in Schulen zum Thema Menschenrechte, Initiativen gegen Menschenhandel.

Besonders Menschenhändler nutzen im Bundesstaat Assam die verzweifelte Lage vieler armer Familien aus. Vor allem Frauen und Kinder sind davon betroffen, erklärt Velickakam. „Assam ist der Bundesstaat, in dem die meisten Kinder vermisst gemeldet werden.“

Die soziale Arbeit der Kirche ermöglicht es mir, mich für Menschen unabhängig von ihrer Religion, Kaste oder Überzeugung einzusetzen.

Pfarrer Varghese Velickakam

Auch bei der schweren Flut in Nordostindien im Juli 2019 koordinierte Velickakam die Hilfe kirchlicher Gruppen. Nach heftigen Regenfällen im Bundesstaat Assam trat der Fluss Brahmaputra über die Ufer und überschwemmte ganze Landstriche. 5,7 Millionen Menschen verloren ihr Zuhause. 150.000 Bewohner müssen jetzt in Lagern leben. Viele Menschen fanden auch in kirchlichen Schulen und Gemeindehäusern Zuflucht.

Besonders freut den 57-jährigen Missionar, dass er über die Jahre viele Menschen ermutigen konnte, sich in Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen. Hunderte solcher Gruppen für Frauen initiierte er. Vielen Kindern indigener Volksgruppen verhalf er zu einer guten Schulbildung. „Die soziale Arbeit der Kirche ermöglicht es mir, mich für Menschen unabhängig von ihrer Religion, Kaste oder Überzeugung einzusetzen“, sagt Velickakam. „Sie bietet mir viele Möglichkeiten, meine christliche und priesterliche Berufung zu leben.“

Bettina Tiburzy

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Gast im Monat der Weltmission 2019