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Corona in Ghana

Laborassistentin im Labor bei einer Blutuntersuchung. Foto: Hebron Giwa/missio
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Ghana fordern sicherere Wege zur Wählerregistrierung für die Wahlen im Dezember.

Die Regierung Ghanas reagierte schnell als im März 2020 die ersten Coronafälle in dem westafrikanischen Land gemeldet wurden. Das Land schloss alle Luft-, Land- und Seegrenzübergänge und verhängte Maßnahmen zum „social distancing“. In mehreren Großstädten Ghanas verfügte die Regierung einen teilweisen Lockdown, der über drei Wochen dauerte.

Auch die katholische Kirche Ghanas traf schnell Maßnahmen. Sie setzte alle öffentlichen Messen, Hochzeiten, Pilgerfahrten aus und schloss die Schulen.

Trotz steigender Zahlen lockert die Regierung Ghanas Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wieder. Auch Kirchen und Moscheen ist es wieder gestattet für eine beschränkte Zahl von Besuchern zu öffnen.

Wählerregistrierung als Infektionsrisiko

Über die Art und Weise der Registrierung von Wählern für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 7. Dezember 2020 wird in Ghana heftig diskutiert. Denn vielfach wurden in den Menschenschlagen vor den Registrierungszentren Abstandsregeln nicht eingehalten.

Mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Ghana schlossen sich einer Petition an, in der sie die Wahlkommission in Ghana auffordern, die laufende Wählerregistrierung wegen einiger Verstöße gegen die Hygieneprotokolle in Zentren im ganzen Land zu stoppen. Sie fordern "sicherere Wege zu ihrer Durchführung zu finden".

Auch die Bischöfe Ghanas appellieren an die Bürger, die Protokolle zur sozialen Distanzierung während der Wählerregistrierung einzuhalten und Gesichtsmasken zu tragen.

Ghana: hohe Testrate - hohe Infektionsrate

  • In Afrika hat Ghana die vierthöchste Anzahl von Fällen nach Südafrika, Ägypten und Nigeria gemeldet. Der Grund: Im Vergleich zu anderen Ländern wird viel getestet.
  • Die katholische Kirche Ghanas hat der Regierung dreizehn kircheneigene Gebäude für die Umwandlung in Isolationszentren für Coronapatienten im Land zur Verfügung gestellt.