missio - glauben.leben.geben

Schwester Nenlidang Gochin

Franziskanische Friedensmacherin

Sie möchte die Herzen der Menschen erreichen. Sie dafür gewinnen, in einem spannungsreichen Umfeld Konflikte friedlich zu lösen. Dafür engagiert sich die Schwester Nenlidang Gochin in der krisenerschütterten Stadt Jos in Nigeria ». „Wir wollen Vertrauen zwischen Christen und Muslimen aufbauen, gute Beziehungen in Gemeinden stärken und damit die Grundlage für einen nachhaltigen Frieden legen“, erklärt die Franziskanerin.

Jos im Bundesstaat Plateau ist eine Stadt mit einer langen Geschichte politischer, religiöser und ethnischer Gewalt. Mehrere Tausend Menschen sind dabei besonders im Umfeld von Wahlen ums Leben gekommen. Das einst harmonische Zusammenleben von Christen und Muslimen haben die immer wieder aufflammenden Konflikte stark beschädigt. Besonders Jugendliche haben sich in der oft aufgeheizten Stimmung zu Gewalttaten verleiten lassen. „Wir haben festgestellt, dass vor allem diejenigen, die in den Konsum von Drogen verwickelt sind, eine aktive Rolle in den Krisen gespielt haben. Sie sind für das Plündern, Töten, Stehlen, Vergewaltigen und die Zerstörung von Eigentum verantwortlich“, erklärt Schwester Nenlidang Gochin.

„Wir wollen die Grundlage für einen nachhaltigen Frieden legen.“
- Schwester Nenlidang Gochin

Die 43-jährige Ordensfrau ist aktiv in der Damietta-Friedensinitiative tätig, in der sie auch von 2016 bis 2019 Landeskoodinatorin war. Die Initiative ist ein franziskanisches Friedensprojekt für Afrika, das historisch auf ein Treffen von Franz von Assisi mit Sultan al-Kamil in Ägypten im Jahr 1219 zurückgeht. Heute sind in der Initiative in Jos besonders Frauen aktiv, erzählt die Franziskanerin. „Christliche und muslimische Frauen sind Teil unserer Aktivitäten. Speziell engagieren sich Witwengruppen, die jungen drogenabhängigen Menschen helfen, sich wieder mit ihren Familien zu versöhnen.“

Zu den Aktivitäten der Initiative gehören aber auch Schlichtungsteams in verschiedenen konfliktreichen Gemeinden, um Spannungen zu beobachten und einen Dialog herzustellen, bevor die Lage eskaliert. Es sind solche interreligiösen Initiativen an der Basis, die Gewalt verhindern und langfristig zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen können. „Ich bin glücklich, wenn ich sehe, wie polarisierte Gemeinschaften sich nach einem langen Prozess des Aufbaus von Vertrauen versöhnen“, sagt die Schwester.

- Bettina Tiburzy

Passion for Peace

Interreligiöse Initiativen in Nigeria setzen sich für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen ein - auch gegen den Missbrauch der Religion.

Franziskanische Ordensschwester Sr. Nenlidang Gochin aus Jos, Nigeria.

Schwester Nenlidang Gochin

Schwester Nenlidang Gochin

Gast im Monat der Weltmission 2021

  • 06. bis 10. Oktober: Bistum Trier
  • 11. bis 16. Oktober: Bistum  Magdeburg
  • 18. bis 24. Oktober: Bistum Osnabrück