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Bildung trotz Angst 

Als im März 2025 ein schweres Erdbeben Myanmar erschütterte, lagen Schulen, Krankenhäuser und Häuser in Trümmern, auch in Regionen, die schon zuvor durch Gewalt und Vertreibung gezeichnet waren. „Es war, als ob das Land den Atem anhielt“, sagt Rosalyn. Seit über 15 Jahren engagiert sich die studierte Pädagogin für geflüchtete und vertriebene Menschen in Myanmar und Thailand. Sie arbeitet für den Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diesen Menschen beizustehen, sie zu begleiten und für ihre Rechte einzutreten. 

Menschen eine Perspektive geben

„Mein Herz schlägt für die Kinder“, sagt Rosalyn. Gemeinsam mit ihrem Team sorgt die 45-Jährige dafür, dass Kinder in Camps und Konfliktgebieten Zugang zu Bildung haben, psychologisch betreut werden und besonders betroffene Familien Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Häuser erhalten. Auch kleine Einkommensprojekte werden unterstützt, um den Menschen wieder eine Perspektive zu geben. Dabei arbeitet Rosalyn eng mit Dorfvorstehern, Kirchenvertretern, Lehrkräften und lokalen Organisationen zusammen. 

Zu sehen, wie Kinder mit Freude lernen, 
erfüllt mich zutiefst.

- Rosalyn

Die Herausforderungen sind enorm: mangelnde Sicherheit, Reiseverbote, Kommunikationsprobleme, Zwangsrekrutierungen. „Es gibt so viele Menschen, die dringend Hilfe brauchen, und wir haben oft zu wenig Ressourcen“, erzählt Rosalyn. „Wir müssen jeden Tag Prioritäten setzen.“ Ihre größte Freude ist es, wenn sie sieht, wie Kinder trotz aller Not fröhlich lernen. „Ihre Freude gibt mir Kraft.“ Gleichzeitig schmerzt es sie, wenn sie Kinder erlebt, die keinen Zugang zu Bildung haben und in Angst leben müssen. 

Glaube gibt ihr Kraft

Rosalyn schöpft ihre Stärke aus ihrem Glauben. „Für mich bedeutet es, meinen Glauben zu teilen, wenn ich freundlich bin und Zeit schenke, ohne zu unterscheiden, wer vor mir steht.“ In einer Zeit, in der Familien auseinandergerissen werden und Unsicherheit den Alltag bestimmt, erlebt Rosalyn immer wieder auch Mut, Zusammenhalt und Fürsorge. „Die Liebe zu den Familien, der Einsatz der Mütter, Väter und Lehrer, ihr Glaube an Gott – das alles bringt den Geist von Mut, Hoffnung und Mitgefühl zum Leben.“ Und genau das ist es, was Rosalyn Tag für Tag weitermachen lässt.

Bettina Tiburzy

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