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Mein Leben gehört Gott und meinen Mitmenschen 

Als in Loikaw die Kämpfe ausbrachen, mussten Sr. Agatha Emi Soe und ihre Mitschwestern zusammen mit den Mädchen aus ihrem Schulinternat fliehen. Ihr Zuhause war plötzlich kein sicherer Ort mehr. Zwei Monate versteckten sie sich im Dschungel. In Nyaung Shwe im südlichen Shan-Staat fanden sie schließlich Zuflucht, in einem gemieteten Haus, das seither ihr neues Zuhause ist. Heute leitet Sr. Emi das Heim, in dem sie und 30 Mädchen aus ihrem ehemaligen Schulinternat nun leben. Viele dieser Kinder sind Waisen oder kommen aus Familien, die unter Armut, Gewalt oder Verlust leiden.

Sie schenkt Fürsorge und Hoffnung

„Mein Leben gehört Gott und meinen Mitmenschen“, sagt Sr. Emi, „das habe ich von klein auf gelernt.“ Seit 2015 begleitet sie junge Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, sorgt für ihre Bildung, schenkt Fürsorge und Hoffnung. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern kümmert sich die 39-Jährige um ihre intellektuellen, körperlichen und spirituellen Bedürfnisse und gibt ihnen Halt in einer Zeit, die von Unsicherheit und Angst geprägt ist.

 

Was ich tue, ist klein. 

Aber Gott sieht es und segnet es.

- Sr. Agatha Emi Soe

Die Herausforderungen sind gewaltig: Armut, der Zusammenbruch des Bildungs- und Gesundheitssystems, Heimatlosigkeit, die Unsicherheit nach dem Militärputsch 2021. Kirchen und Klöster wurden zerstört, auch der Konvent der Schwestern der „Missionarischen Dienerinnen des Heiligen Sakraments und das Internat. 

Doch Sr. Emi bleibt unermüdlich. Sie besucht Familien, stärkt den Glauben der Kinder und Jugendlichen, organisiert Seminare für psychosoziale Unterstützung und fördert den Dialog zwischen Christen und Buddhisten. „Es gibt so viele gute Menschen, die ihr Leben geben, um anderen Hoffnung zu schenken“, erzählt sie. „In ihnen wird das Mitgefühl lebendig.“

Unerschütterlicher Glaube

Was Sr. Emi Kraft gibt, ist ihr unerschütterlicher Glaube an Gottes Liebe und Vorsehung. „Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ – diese Bibelstelle aus dem Römerbrief ist für sie ein Versprechen, das sie durch jede Dunkelheit trägt. „Nach der Nacht kommt ein neuer Morgen“, sagt sie, „der Tod ist nicht das Ende.“ Für Sr. Emi sind es die kleinen Dinge, die zählen: ein gutes Wort, ein geteiltes Brot, ein Lächeln, das Mut macht. Sie weiß: „Was ich tue, ist klein. Aber Gott sieht es und segnet es.“ In dieser Haltung liegt die stille Kraft, mit der sie Kindern und ihrer Gemeinschaft Hoffnung schenkt.

Bettina Tiburzy

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