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Eine belebte Straße mit Fahrzeugen und Motorrädern, die in verschiedene Richtungen fahren. Auf der linken Seite stehen parkende Autos, während Passanten entlang des Bürgersteigs gehen. Bäume und Geschäfte säumen die Straße, die von Tageslicht beleuchtet wird.
Ein Stacheldrahtzaun trennt einen Bereich, in dem zwei Personen stehen. Im Hintergrund sieht man Bäume und Gebäude. Es ist Sonnenuntergang, und die Szene vermittelt eine gewisse Ruhe, obwohl die Absperrung eine Barriere darstellt.
Eine städtische Landschaft mit mehreren Gebäuden, die in verschiedenen Farben und Stilen erbaut sind. Im Vordergrund stehen hohe Tannenbäume, während im Hintergrund eine sanfte Abenddämmerung zu sehen ist. Einige Grünflächen sind sichtbar.
Fünf Frauen posieren fröhlich vor dem Rose Virginie Women Empowerment Center. Sie tragen traditionelle Kleidung und lächeln, während sie Zeichen der Freundschaft zeigen. Im Hintergrund ist das grüne Eingangsschild des Zentrums zu sehen.
Eine Gruppe junger Frauen steht an einer Essensausgabe und hält Teller. Eine Frau hinter einem großen Topf schöpft Reis auf die Teller der anderen. Der Raum ist gut beleuchtet mit Fenster und einer offenen Tür im Hintergrund.
Eine Gruppe junger Frauen steht an einer Essensausgabe und hält Teller. Eine Frau hinter einem großen Topf schöpft Reis auf die Teller der anderen. Der Raum ist gut beleuchtet mit Fenster und einer offenen Tür im Hintergrund.
Eine Gruppe von Kindern und zwei Nonnen steht im Freien und hält frisches Gemüse, darunter Salat und Kräuter. Die Szene zeigt ein Gemeinschaftsprojekt, das den Fokus auf gesunde Ernährung und landwirtschaftliche Bildung legt. Im Hintergrund sind Pflanzen und Bäume sichtbar.
Eine Gruppe von Kindern sitzt an einem Tisch und sortiert Chilischoten. Einige Mädchen lächeln und scheinen Spaß zu haben, während sie die Chilischoten in Tüten legen. Der Raum wirkt hell und freundlich.
Vier lächelnde Kinder stehen in einer Reihe und halten Schalen mit Essen. Drei Mädchen tragen bunte T-Shirts, eines hat eine Schüssel Reis in den Händen. Ein kleiner Junge steht neben ihnen und schaut neugierig. Im Hintergrund sind weitere Menschen und Bäume zu sehen.
Eine Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen, verteilt Reis aus großen Behältern. Einige halten Schalen und Löffel, während andere den Reis entnehmen. Die Szene spielt im Freien, umgeben von Bäumen, und zeigt eine gemeinschaftliche Essensausgabe.
Eine Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen, verteilt Reis aus großen Behältern. Einige halten Schalen und Löffel, während andere den Reis entnehmen. Die Szene spielt im Freien, umgeben von Bäumen, und zeigt eine gemeinschaftliche Essensausgabe.
Eine Frau in bunten Kleidern sitzt auf dem Boden und bereitet Lebensmittel über einem offenen Feuer in einem Kochtopf vor. Im Hintergrund sind weitere Menschen und eine einfache Struktur zu sehen. Die Umgebung wirkt ländlich und lebhaft.
Ein lebhaftes Straßenrestaurant unter einem Zeltdach mit Gästen, die an Tischen sitzen und essen. Mehrere Personen sind mit dem Servieren und Zubereiten von Speisen beschäftigt. Bunte Menüs hängen über den Tischen. Motorräder parken in der Nähe.
Eine Frau und zwei Kinder tragen Köpfe von Gemüse durch ein Grundstück. Die Umgebung ist ländlich mit Pflanzen und Bäumen. Die Kinder haben unterschiedliche Kleidung, und die Frau trägt ein helles Oberteil und gemusterte Hosen.
Auf einer Holzbrücke spielen und lachen mehrere Kinder, die kreativ gekleidet sind. Im Hintergrund laufen Menschen vorbei, während ein Rad mit bunten Stäben zum Verkauf daneben steht. Die Szene strahlt Freude und Lebendigkeit aus.
Eine Frau sitzt auf dem Boden eines Marktes, umgeben von frischem Gemüse und Kräutern. Sie trägt einen Hut und hält ein flaches Korbgefäß. Im Hintergrund sind weitere Marktstände und Verkäuferinnen zu sehen. Die Atmosphäre ist lebhaft und farbenfroh.
Rezepte, Geschichten und Eindrücke einer besonderen Reise

Kulinarische Schätze aus Myanmar

Von Katja Heidemanns

Im Januar 2025 hatten wir die Chance, für anderthalb Wochen nach Mynamar zu reisen, um dort unsere Projektpartner und Projektpartnerinnen zu treffen, Fördervorhaben zu besprechen und uns selbst ein Bild von der Situation in dem bürgerkriegsgezeichneten Land zu machen. Vor allem aber wollten wir endlich der wiederholt ausgesprochenen Einladung folgen: 

„Besucht uns, helft uns, die Isolation zu überwinden, und berichtet zu Hause von dem, was ihr gesehen habt.“

Weite Teile des Landes können aufgrund der Kämpfe nicht bereist werden. Wir mussten uns deshalb auf die drei Städte Yangon, Taunggyi und Mandalay beschränken. Ein knappes Jahr zuvor konnte unsere Kollegin, die die Geschichten für das Material zur missio-Aktion recherchiert hat, noch nach Myitkyina im Norden des Landes reisen. Bereits damals erwies sich die Situation infolge der Kämpfe als wenig stabil. Heute ist die Stadt für Ausländer nicht mehr zugänglich. 

Kulinarische Begegnungen

Eine Projektreise ist immer auch eine Gelegenheit, die vielfältige Küche eines Landes kennenzulernen. Besonders, wenn wir bei Schwestern zu Gast sind, lässt sich die verantwortliche Schwester nur zu gerne über die Schulter schauen und freut sich, die Zubereitung der verschiedenen Gerichte zu erklären. Und immer wieder überrascht uns die Kreativität unserer Projektpartner. 

In Taunggyi etwa servierten uns die Schwestern selbst gekelterten roten Tafelwein aus drei Traubensorten. Ursprünglich sollte er als Messwein verkauft werden – doch ohne bischöfliche Zertifizierung blieb nur der Eigenverbrauch. „Dann trinken wir ihn eben selbst und bieten ihn unseren Gästen an“, meinten sie lachend.

Kochen als Chance

Das Thema „Kochen“ begegnete uns auf dieser Reise aber auch aus einem bedrückenden Grund. missio unterstützt in Myanmar vor allem Ausbildungsprojekte. In Vocational Schools, einer Art berufsbildender Schulen, erhalten benachteiligte Jugendliche die Möglichkeit, sich zu qualifizieren, um später auf eigenen Füßen zu stehen. Vor allem für Mädchen ist dies oft die einzige Chance, den ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen oder der Zwangsprostitution in arabischen Ländern oder in China zu entgehen. 

 

Bildung als Chance

Bisher haben Projektpartnerinnen wie zum Beispiel die Schwestern vom Guten Hirten viel Wert daraufgelegt, Englisch- und Computerkurse anzubieten, um später eine qualifizierte Tätigkeit zu ermöglichen. Jetzt baten sie uns, die Mittel umwidmen zu dürfen. Statt Computerkurse sollen Kochkurse durchgeführt werden. Angesichts der sich verschärfenden Krise und des wirtschaftlichen Einbruchs im Land ist es den Schwestern wichtig, den Mädchen etwas beizubringen, das ihnen auch in dieser Situation hilft, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 

Glück für die Schwestern und ihre Schülerinnen, dass sie eine vorzügliche Köchin in ihrem Team haben, die den Mädchen einiges beibringen können wird. Schon jetzt trainieren die Schwestern mit den Schülerinnen den Verkauf auf der Straße als ambulante Händlerinnen. 

Der Traum der Mädchen ist es allerdings, einmal eine Anstellung in einem der Hotels oder Restaurants zu finden. Einfach ist das nicht in einem Land, in dem der Tourismus seit dem Staatsstreich 2021 nahezu zum Erliegen gekommen ist. 

 

Verantwortung tragen, Selbstbewusstsein entwickeln

Die Schülerinnen und Schüler des von missio geförderten Mazarello Training Centers in der früheren Hauptstadt Yangon, größte Stadt und industrielles Zentrum von Myanmar, haben es etwas leichter.

Bisher konnte Schwester Elizabeth Phyu Phyu alle Absolventinnen und Absolventen vermitteln. Neben der exzellenten fachlichen Ausbildung geht es den Schwestern vor allem darum, Werte zu vermitteln. Die Jugendlichen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen und Selbstbewusstsein entwickeln.   

Die Aromen Myanmars

Die Küche in Myanmar ist so vielfältig wie die Regionen und Kulturen des Landes. Trotz kulinarischer Einflüsse aus China, Indien und Thailand ist sie weniger scharf als vielmehr außerordentlich aromatisch. Chili verarbeite sie eher wenig, erklärt mir Rosalyn, die in Myanmar den Flüchtlingsdienst der Jesuiten leitet. Das Geheimnis der traditionellen Küche seien Zwiebeln und Knoblauch. In zahlreichen Gerichten wird beides mit dem Mörser zu einer Paste verarbeitet, um die Aromen freizusetzen und den Geschmack in den Gerichten zu intensivieren. Ingwer, Zitronengras, Kurkuma und Kreuzkümmel verleihen den milden Currys ein feines Aroma.

Wie in vielen Ländern ist es auch in Myanmar üblich, bei einer Mahlzeit verschiedene Gerichte zur selben Zeit zu servieren. Eine oft klare Suppe mit einer Einlage aus Gemüse, kleinen hartgekochten Eiern oder Fleischstückchen gehört immer dazu. Sie wird nicht als Vorspeise gereicht, sondern begleitet die Mahlzeit. 

Selten habe ich so schmackhaftes Gemüse gegessen wie in Taunggyi, dem Gemüsegarten Myanmars. Das frische Gemüse wird nach Sorten getrennt zubereitet und knackig auf den Punkt gegart. Zum Nachtisch wurde durchweg Obst nach Jahreszeit gereicht. Die typischen Süßspeisen auf der Basis von Reismehl sind uns dagegen eher als Snack begegnet.

Allgegenwärtiges Hauptnahrungsmittel in Myanmar ist gekochter weißer Reis. Für die vielen Menschen, die auf der Flucht vor Terror und Gewalt im Dschungel, in Camps oder Flüchtlingsunterkünften Zuflucht suchen müssen, ist Reis oft die einzige Mahlzeit. Sr. Regina von den Good Shepherd Sisters arbeitet im St. Joseph IDP Camp, das sich auf dem Gelände der katholischen Kirche Mary of Holy Rosary in Mandalay befindet.

In den großen, mit Holz angefeuerten Reiskochern wird der Reis für über 500 Bürgerkriegsflüchtlinge zubereitet, die hier Zuflucht gefunden haben. In den umkämpften Gebieten wird die es jedoch immer schwieriger, den Reis zu beschaffen. Das Abbrennen von Reisfeldern und die Zerstörung von Reisspeichern werden im Bürgerkrieg gezielt als Waffe eingesetzt, um Menschen auszuhungern und ihren Widerstand zu brechen.

Mohinga-Suppe

Als Klassiker schlechthin gilt Mohinga, eine herzhafte Fisch- und Nudelsuppe der burmesischen Küche, die vor allem zum Frühstück gegessen wird. In Myanmar wurde sie uns im Bischofshaus der Erzdiözese Mandalay serviert, wo wir Gäste von Erzbischof Marco Tin Win waren. Da es uns nicht erlaubt war, in Privatquartieren zu übernachten, hatten unsere Partner ein Hotel in Mandalay für uns organisiert, es sich aber nicht nehmen lassen, uns vor dem Frühstück abzuholen. Einer der Priester hatte sich extra für uns früh an den Herd gestellt, um für das gemeinsame Frühstück eine vorzügliche Mohinga zu kochen. 

 

Vegetarische Kaukswe

Weil aber Fischsuppe vielleicht nicht bei allen gut ankommt und Mohinga zudem etwas aufwändiger zuzubereiten ist, schlagen wir für das Solidaritätsessen ein anderes, weit verbreitetes Gericht vor. Kaukswe ist ebenfalls eine burmesische Nudelsuppe. Sie lässt sich gut vorbereiten und ist mit ihren verschiedenen Toppings sehr variabel. Das Originalrezept wird mit Hühnchen zubereitet, in der vegetarischen Variante, die wir hier vorstellen, wird das Hühnchen durch Tofu und Gemüse ersetzt. 

Solidaritätsessen im Monat der Weltmission

Laden Sie Ihre Gemeinde oder Ihre Gruppe zu einem Solidaritätsessen ein. Wir bei missio haben es schon mal ausprobiert: Ein liebevoll gedeckter Tisch schafft Raum für Begegnung und Austausch. Viel Freude dabei.

Laden Sie Ihre Gemeinde oder Ihre Gruppe zu einem Solidaritätsessen ein. Wir bei missio haben es schon mal ausprobiert: Ein liebevoll gedeckter Tisch schafft Raum für Begegnung und Austausch. Viel Freude dabei.

Gemeinsam essen – die Welt an einem Tisch

Myanmar kulinarisch entdecken – und gleichzeitig Gemeinschaft in der eigenen Gemeinde stärken? Mit einem Solidaritätsessen nach dem Gottesdienst holen Sie die Aromen und Werte der myanmarischen Gastfreundschaft an den Tisch: einfach, herzlich, verbindend. 

Rezepte, Materialien und Ideen zur Umsetzung finden Sie hier: Solidaritätsessen planen »