Bewegende Geschichten aus Madagaskar, besondere Begegnungen – und Vanilleeis: In Aachen eröffneten missio und das Bistum Aachen den Monat der Weltmission. Ein Wochenende mit Menschen, die Mut machen.
Gottesdienst
Mit einem festlichen Pontifikalamt im Aachener Dom begann der Monat der Weltmission. Gäste aus Madagaskar und Deutschland feierten gemeinsam – und machten die Verbundenheit der Weltkirche spürbar.
Den Eröffnungsgottesdienst noch einmal erleben
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Bischof Helmut Dieser rief im Aachener Dom zu mehr Schöpfungsgerechtigkeit auf. Gerade die Menschen im globalen Süden litten besonders unter den Folgen des Klimawandels, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen hätten.
Der Aachener Dom war gut gefüllt. Viele Spenderinnen und Spender von missio waren eigens für das Eröffnungswochenende angereist.
Zum Abschluss entzündete Schwester Nirina Raherinirainy » die Kerze zum Weltmissionssonntag. Auf ihr ist ein Baobab zu sehen – eines der Wahrzeichen Madagaskars.
Fest am Dom
Nach dem Gottesdienst ging die Begegnung auf dem Münsterplatz weiter. Bei madagassischer Live-Musik kamen Gäste aus Madagaskar und Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch.
Madagaskar zum Probieren: Das Vanilleeis wurde mit echter Vanille aus Madagaskar hergestellt – vom Aachener Händler Leana und Luise.
Frauenliturgie
Jederzeit und überall: Mutige und starke Frauen - Im Kloster der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus in der Aachener Innenstadt kamen Frauen aus Aachen und Madagaskar zu einer gemeinsamen Liturgie zusammen. Im Mittelpunkt standen der gemeinsame Glaube und die weltweite Verbundenheit.
Abendsoirée
Begegnung im Aachener Krönungssaal: Bei der Abendsoirée kamen die Gäste aus Madagaskar mit zahlreichen Interessierten sowie Unterstützerinnen und Unterstützern von missio zusammen.
Gisela Steinhauer im Gespräch mit Bürgermeister Sebastian Becker, Bischof Helmut Dieser und missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener über Weltmission und die Verbundenheit mit Madagaskar.
Pauline Jaricot Preis
Ein besonderer Moment des Abends: Patience Félicité Mollè Lobè aus Kamerun erhielt den Pauline-Jaricot-Preis 2026 » aus den Händen von missio-Botschafterin Patricia Kelly». Mollè Lobè setzt sich seit fast 30 Jahren für Mädchen und junge Frauen in Not ein und hat in Douala Sozialzentren und eine Berufsschule aufgebaut.
Preisträgerin Patience Félicité Mollè Lobè mit dem Pauline-Jaricot-Preis – ein besonderer Moment der Abendsoirée im Aachener Krönungssaal.
Plötzlich wird gesungen: Ein Lied aus Madagaskar
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Karlsgarten
Vor der Abendsoirée erkundete Schwester Claudine Aimée Rasolohery » den kleinen Kräutergarten Karls des Großen. Ein passender Ort für die Wissenschaftlerin aus Madagaskar: Sie erforscht selbst die Wirkung heimischer Heilpflanzen und entwickelt daraus pflanzliche Arzneimittel.
Am Tagebau
Doch die Begegnungen führten die Gäste aus Madagaskar auch über Aachen hinaus. Gemeinsam mit Burchard Schlömer vom Bistum Aachen ging es an die Abbruchkante des Tagebaus Garzweiler.
Burchard Schlömer, Referent für „Kirche in der Gesellschaft“ im Bistum Aachen, erklärte den Gästen aus Madagaskar, wie der Braunkohleabbau die Region geprägt und verändert hat.
Ein Blick, der verbindet: Einige der Gäste aus Madagaskar kennen den Rohstoffabbau aus ihrer Heimat – und die Menschen, deren Lebensgrundlage die Arbeit in den Minen ist.
Im Café Nummer 5 in Alt-Berverath, einem Bildungs- und Begegnungsort nahe dem Tagebau Garzweiler, traf die Gruppe Andris Gulbins und seine Frau Jutta. Andris Gulbins ist Madagaskar seit Langem eng verbunden und pflegt zahlreiche Kontakte in das Land.
Spuren des Braunkohleabbaus: Auf dem Weg durch den Ort kamen die Gäste aus Madagaskar an verlassenen Häusern vorbei. Viele Menschen mussten ihre Heimat für den Tagebau aufgeben.
Anschließend ging es nach Keyenberg. Der Ort entstand für die Menschen, die wegen des Tagebaus Garzweiler ihre alte Heimat verlassen sollten. Auch die Kirche St. Petrus wurde hier neu errichtet.
Agnes Maibaum erzählte, wie die Umsiedlung ablief und was der Abschied vom alten Ort für die Menschen bedeutete. Besonders eindrücklich: die Geschichte der Kirche. Anschließend zeigte sie den Gästen die neu errichtete Kirche.
Ausflug ins Grüne
Eine andere Gruppe zog es ins Grüne – in den Nationalpark Eifel. Das Bistum Aachen hatte für die Gäste aus Madagaskar eine besondere Führung organisiert.
Gemeinsam mit Pastoralreferent Georg Toporowsky, dem Leiter der Nationalparkseelsorge, machten sich die Schwestern auf den Weg durch den Wald. Sie erfuhren, wie die Natur Menschen helfen kann, Gottes Schöpfung bewusster wahrzunehmen und ihren Wert neu zu entdecken.
Die Seelsorge im Nationalpark verbindet Naturerlebnis, Spiritualität und Verantwortung. Bei ihrem Rundgang lernten die Schwestern einen Ort kennen, an dem Respekt für Menschen, Tiere und Pflanzen ganz praktisch gelebt wird.
Die Begegnung mit der Schönheit der Natur lädt dazu ein, bewusster zu leben. Die Nationalparkseelsorge möchte Menschen ermutigen, die Schöpfung zu schützen und Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft zu übernehmen.
Was braucht ein gutes Leben?
Diese Frage steht im Mittelpunkt der Nationalparkseelsorge. Die Antwort ist so einfach wie herausfordernd: Wenn jeder nur so viel nimmt, wie er braucht, ist genug für alle da. Beim gemeinsamen Teilen eines Haselnusszopfes wird diese Haltung ganz konkret erfahrbar.
Ein kleiner Moment, der zeigt: Nachhaltigkeit beginnt nicht bei großen Worten, sondern im achtsamen Miteinander.
Die Welt einmal mit anderen Augen sehen: Beim Besuch im Nationalpark Eifel verändert Schwester Marie-Jeanne Razafiniriana » für einen Moment ihren Blick auf die Umgebung.
Bei den Schwestern aus Madagaskar stieß der Ausflug auf große Begeisterung.
Aachen von oben
Beim Treffen mit Bischof Dr. Helmut Dieser ging es für Schwester Claudine Aimée Rasolohery, Bischof Luc Olivier Razafitsimialona und missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener auch aufs Dach des Generalvikariats – mit bestem Blick über die Stadt.
Fröhlicher Abschluss im Aachener Dom: Gäste aus Madagaskar, Bischöfe, Messdienerinnen und Messdiener und viele weitere Beteiligte nach dem gemeinsamen Gottesdienst – Weltkirche, die verbindet.
Ihre Spende zum Weltmissionssonntag
Die Kollekte am Weltmissionssonntag, dem 25. Oktober 2026, ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Machen auch Sie mit und schenken Sie Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!