Im Süden Madagaskars begleitet Schwester Béatrice Familien, die vor Dürre, Hunger und Armut fliehen mussten.
Auf einen Blick
Krankenschwester in Tsihombe in der Diözese Tolanaro (Fort-Dauphin)
Leiterin einer Gemeinschaft von sechs Schwestern
Drei der Schwestern arbeiten als Krankenschwestern; gemeinsam betreiben sie außerdem eine Schule
Schwester Béatrice hält ambulante Sprechstunden und betreut Patientinnen und Patienten im Tuberkulosezentrum
Die Schwestern verteilen regelmäßig Lebensmittel an rund 300 Frauen und Kinder, die in extremer Armut leben
Der Süden Madagaskars
Madagaskar ist ein Inselstaat im Indischen Ozean vor der Südostküste Afrikas. Schwester Béatrice lebt und arbeitet in Tsihombe im Bistum Tolanaro (Fort Dauphin). Der Ort liegt in der Region Androy im äußersten Süden des Landes – einer Gegend, die regelmäßig von Dürren und Wassermangel betroffen ist. Für viele Familien gehören Wasserknappheit und Ernährungsunsicherheit zum Alltag.
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Nach Jahren der Dürre und den Zyklonen 2025 mussten viele Familien ihre Dörfer verlassen. Sie leben heute in einfachen Hütten aus Ästen und Planen am Stadtrand von Tsihombe.
Es ist nicht Armut, sondern Elend, was wir hier erleben.
— Schwester Béatrice Rasonhamtaryirima, 52
Die meisten Bewohnerinnen sind Frauen mit ihren Kindern. Viele Männer zog die Suche nach Arbeit in die Hauptstadt oder andere Regionen. Nicht wenige gründeten dort eine neue Familie.
Manche Behausungen bestehen nur aus Ästen und Plastikplanen. Kommt Wind auf, drohen sie weggeweht zu werden.
Um nicht zu verhungern, haben einige alles verkauft, was sie besaßen, sogar ihre Kochtöpfe.
— Schwester Béatrice Rasonhamtaryirima
Schwester Béatrice und ihre Mitschwestern besuchen die Familien auch in ihren provisorischen Behausungen. Viele Hütten sind kaum größer als ein Verschlag, weil sich die Bewohner nicht mehr Baumaterial leisten können.
Die Ordensfrauen versorgen die Familien mit Lebensmitteln. Zu Weihnachten verteilten sie 200 Kochtöpfe. Als Nächstes wollen sie bessere Unterkünfte für die Menschen schaffen.
Die siebenjährige Precella tanzt für ihr Leben gern. Für einen Moment lässt sie den schwierigen Alltag hinter sich.
Madagaskars mutige Menschen
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Schwester Béatrice gehört zum Orden der Vinzentinerinnen (Filles de la Charité Saint Vincent de Paul) und leitet das Gesundheitszentrum im Tsihombe.
Sie betreut Patientinnen und Patienten mit Tuberkulose, Lepra, HIV und Aids, aber auch mit Malaria oder Hepatitis. Operiert werden kann in der Klinik jedoch nicht.
Viele Menschen könnten sich Medikamente nicht leisten, sagt Schwester Béatrice. Deshalb behandle die Klinik sie kostenlos, obwohl dadurch regelmäßig Defizite entstünden. Die Gesundheit der Menschen habe für sie Vorrang.
Fast täglich erhalten rund 300 Frauen und Kinder eine warme Mahlzeit. Gekocht wird in der Schule, die die Schwestern leiten. Die Eltern der Schulkinder helfen beim Kochen mit.
Trotz aller Not verliert Schwester Béatrice ihr Lächeln nicht. Für viele Menschen ist sie eine echte Mutmacherin.