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Schwester Angélique: Eine, die bleibt.

Schwester Angélique Namaika gehört zu den missio-Schutzengeln und ist in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz. In Dungu, im Nordosten des Kongo, hat sie das "Dorf der Hoffnung" für Waisen und Flüchtlinge gebaut, die vor der Rebellengruppe Lord's Resistance Army fliehen mussten. Dort ist die Ordensfrau Freundin, Mutter und Seelsorgerin in einer Person.

Preisgekröntes Engagement

Als 2009 mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen Hilfsorganisationen und Vereinte Nationen nach Dungu kamen, wurden sie auf die Ordensfrau aufmerksam und unterstützten ihre Arbeit. Für ihr uneremüdliches Engagement erhielt Schwester Angélique 2013 den Nansen-Flüchtlingspreis der Vereinten Nationen.

Mittlerweile jedoch ist der Tross der Helfer weitergezogen zu den Brennpunkten neuer Kriege und Katastrophen – und mit ihnen das Geld. Doch Schwester Angélique bleibt.

 

Augustinerschwester Angélique Namaika mit dem Nansen Refugee Award der UNHCR Hartmut Schwarzbach/missio
Schwester Angélique Namaika mit dem Nansen-Flüchtlingspreis der Vereinten Nationen.

Ihre Schutzengelpatenschaft hilft nachhaltig!

Das Leben von Schwester Angélique Namaika

  • Schwester Angélique Namaika wird am 11. September 1967 in Kembisa in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Bei ihren Eltern - zwei Kaffeebauern - wächst sie sehr religiös auf. So fühlt sie sich bereits als Kind stark mit Gott verbunden.
  • 1977 lernt sie eine deutsche Ordensfrau, Schwester Tone, kennen. Schwester Angélique ist von der Ordensschwester so begeistert, dass sie sich sie zum Vorbild nimmt. 1983 trifft Schwester Angélique Schwester Tone erneut. Zu diesem Zeitpunkt fasst sie den Entschluss, ebenfalls Nonne zu werden.
  • Neun Jahre später, 1992, legt sie ihr Gelübde in der Kongregation der Augustinerschwestern der Diözese Dungu-Doruma ab.
  • Seit 2003 kümmert sie sich um Frauen, die vor der Rebellenarmee im Nordosten der DR Kongo fliehen mussten. Sie bietet ihnen nicht nur Schutz, sondern bringt ihnen Kochen, Nähen, Lesen und Schreiben bei.
  • 2012 legt die Augustinerschwester den Grundstein für das "Dorf der Hoffnung", in dem Frauen und Kinder Zuflucht finden können.
  • Ein Jahr später wird sie für ihr Engagement mit dem Nansen-Flüchtlingspreis der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld baut sie eine Bäckerei, die nicht nur Flüchtlinge in Lohn und Brot bringt, sondern durch den Verkauf von Backwaren auch Geld erwirtschaftet. Um den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen, eröffnet sie wenig später auch eine Schule.
  • Heute ist Schwester Angélique Namaika 53 Jahre alt - und stellt sich noch immer unermüdlich in den Dienst derer, die vor den Rebellen nichts als ihr Leben retten konnten.

So fing alles an...

Schwester Angélique mit Kind Hartmut Schwarzbach/missio
Schwester Angélique zusammen mit Jean-Paul.

Alles begann mit Jean-Paul. Er war gerade einmal 3 Monate alt und wog nur 2 Kilo, als man ihn mir in die Arme legte. Ich sah in seine Augen und mir war klar, ich muss ihn retten. Ich bat im nächsten Krankenhaus um Hilfe. Doch der Arzt zuckte mit den Schultern – nur ein kleines Kind, nur geringe Chancen, dass es durchkommt.

Für ein einziges Kind, meinte er, würde sich der Aufwand nicht lohnen. Doch ich ließ nicht locker: „Wie viele brauchen sie, um Leben zu retten?“ Dies Frage traf den Mann ins Mark. Er schenkte mir nicht nur dringend notwendige Säuglingsnahrung für Jean-Paul, sondern versprach, auch alle meine künftigen Schützlinge damit zu versorgen.

...und so geht es bis heute.

Heute ist Jean-Paul sieben Jahre alt – und eines von über 50 Waisen- und Findelkindern, denen der Krieg im Nordosten des Kongo Mutter und Vater geraubt hat oder die aus Not ausgesetzt wurden.

Dank der Unterstützung von missio-Spendern kann Schwester Angélique Namaika, die im "Dorf der Hoffnung" alle nur Maman nennen, diesen Kindern helfen. Sie nimmt sie auf und zeigt ihnen mit jedem Wort und jedem Lächeln, dass sie wertvoll sind. So hilft sie ihnen, zurück ins Leben zu finden.

Um den Kindern eine Chance auf Zukunft zu geben, hat die mutige Schwester eine kleine Schule gebaut. Auch Jean-Paul kann schon lesen und schreiben.

Portraet von Schwester Angélique Hartmut Schwarzbach/missio
Für über 50 Findelkinder ist Schwester Angélique heute "Maman".

Schwester Angélique Namaika im "Dorf der Hoffnung"