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Burkina Faso: Tote bei Anschlägen auf Christen

Bei einem Anschlag auf Christen im Norden Burkina Fasos kamen sechs Menschen ums Leben. Foto: Projektpartner/missio
Sechs Menschen wurden bei dem Anschlag auf die katholische Kirche im Norden Burkina Fasos ermordet.

Nach mehreren Anschlägen auf Christen wächst im westafrikanischen Burkina Faso die Furcht vor weiteren Terrorakten von Islamisten. Am Montag, 13. Mai, sind bei einem Angriff auf eine katholische Marienprozession vier Menschen getötet worden. Augenzeugenberichten zufolge entführten bewaffnete Angreifer Teilnehmer an der Prozession in der Ortschaft Zimtenga im Norden Burkina Fasos und richteten vier Personen hin. Sie zerstörten auch die Marienfigur, die die Prozessionsteilnehmer mit sich trugen.

Angriffe auf Prozession und Kirche

Zimtenga liegt in derselben Region wie die Gemeinde Dablo, wo am Sonntag, 12. Mai, sechs Gläubige während des Sonntagsgottesdienstes ermordet wurden. Die Angreifer hatte die katholische Messe gestürmt und auf die fliehenden Menschen geschossen. Anschließend zogen sie brandschatzend durch den Ort, steckten die Kirche, angrenzende Läden und ein Restaurant in Brand.

Zu den Getöteten aus Dablo zählt auch Pfarrer Siméon Yampa. Unser missio-Projektpartner Pfarrer Marcellin Ouédraogo kannte ihn gut. Er war auf der Beerdigung der Getöteten und schreibt:

 

Liebe Freunde von missio,

 

Pfarrer Siméon Yampa kenne ich gut. Wir haben gemeinsam das Vorbereitungsseminar und das Priesterseminar besucht – und wir wurden am selben Tag zu Priestern geweiht, allerdings in verschiedenen Diözesen.

Nach der schlimmen Nachricht bin ich zur Kirche gefahren. Es empfing uns ein schrecklicher Geruch. Die Leichen der Getöteten waren schon in Verwesung begriffen, wir alle betteten sie so gut und schnell wir konnten in Särge. Katholiken, Protestanten und Muslime haben gemeinsam geholfen, die Gräber auszuheben und haben die Getöteten auf ihrem letzten Weg begleitet. Zum Andenken wurde eine kleine Zement-Plakette gegossen.

Die Spuren der Zerstörung in der Kirche sind weiter zu sehen: Die Täter haben zum Beispiel Gesangbücher verbrannt oder ein Tam Tam - das ist ein Musikinstrument – zerstört. Pfarrer Siméon und ich haben während unserer Zeit im Priesterseminar oft gemeinsam Musik gemacht . Den Tabernakel versuchten die Terroristen vergeblich zu knacken, dann haben sie ihn einfach mit Kugeln durchsiebt.

 

missio bittet um Ihr Gebet für die Christen in Burkina Faso.

Siméon Yampa (Foto), 34-jähriger Priester und Beauftragter für den interreligiösen Dialog, kam bei einem Anschlag in Burkina Faso ums Leben. Foto: Projektpartner/missio
Siméon Yampa, 34-jähriger Priester und Beauftragter seines Bistums für den interreligiösen Dialog, kam während des Sonntagsgottesdienstes ums Leben.
Foto: Projektpartner/missio
Die Täter schossen auch auf den Tabernakel.

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Klimaveränderungen und Dürreperioden treffen besonders die in der Sahelzone liegenden Landesteile hart. Bleibt der spärliche Regen aus oder fällt er zur falschen Zeit, müssen die Menschen hungern. Mangels alternativer Einkommensquellen versuchen viele ihr Glück bei der Goldsuche. Perspektivlosigkeit wird zum Nährboden für islamistische Terrorzellen.

In dem mehrheitlich muslimischen Burkina Faso breiteten sich in den vergangenen Jahren terroristische Gewalt, ethnische Spannungen auf lokaler Ebene und bewaffnete Banden aus.

missio fördert die Strukturen der katholischen Kirche in Burkina Faso, den interreligiösen Dialog mit dem Islam, einkommensschaffende Maßnahmen für Frauen, sowie Bildungs- und Ausbildungsprojekte.

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