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Burkina Faso: Tausende Flüchtlinge brauchen Hilfe

Bei einem Anschlag auf Christen im Norden Burkina Fasos kamen sechs Menschen ums Leben. Foto: Projektpartner/missio

Unsere kirchlichen Partnerinnen und Partner in Burkina Faso stehen immer noch unter Schock. Bislang galt das westafrikanische Land als beispielhaft für ein friedliches Zusammenleben der Religionen und Ethnien. Doch in den vergangenen Monaten sind Christen in Kirchen und bei Prozessionen zu Anschlagszielen von islamistischen Terroristen geworden. Viele Menschen, darunter Geistliche, wurden entführt. Nichtregierungsorganisationen schätzen, dass seit November 2018 über 500 Menschen ums Leben kamen.

Unsere Projektpartner Abbé Gerard und Abbé Charles berichten, dass die Infrastruktur im Norden Burkina Fasos zusammengebrochen ist. Die Schulen sind geschlossen, Ärzte gibt es vor Ort keine mehr und die Lebensmittel sind knapp.

Nach den jüngsten Vorfällen sind nach Angaben der Vereinten Nationen insgesamt über 170.000 Menschen innerhalb Burkina Fasos auf der Flucht vor Terror, Gewalt und Hunger. Sie haben in Kaya und der Hauptstadt Ouagadougou Zuflucht in Aufnahmezentren gefunden, beispielsweise in Schulen. Doch dies kann nur eine Übergangslösung sein, denn im September beginnt der Unterricht wieder.

Die enorme Zahl von Flüchtlingen stellt missios Projektpartner vor Ort vor große Probleme. Zunächst geht es um das Nötigste zum Überleben. Die Ortskirche in Burkina Faso braucht unsere Unterstützung, um den Flüchtlingen beistehen zu können. Es fehlt an Lebensmitteln, sicheren Unterkünften und sauberem Wasser.
 
missio hat der Kirche vor Ort Unterstützung zugesagt, um die Flüchtlinge versorgen zu können. Bitte helfen Sie dabei. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Helfen Sie den Christen in Burkina Faso

Ein Priester in Quagadougou, Burkina Faso, feiert Gottesdienst. Foto: Hartmut Schwarzbach/missio
In Burkina Faso gab es in den letzten Monaten immer wieder gezielt Anschläge auf Christen.

Gezielte Hinrichtungen

Am Donnerstag, 27. Juni, überfielen Terroristen am Abend wieder ein Dorf. Das berichtet Abbé Victor Ouedraogo, zuständig für Kommunikation im Bistum Ouahigouya. Die Angreifer forderten die Bewohner des Dorfes Bani auf sich schlafen zu legen. Sie identifizierten vier Christen anhand ihrer Vornamen und eines Kreuzes, das die vier jeweils um Hals trugen. Dann trennten sie die vier von den übrigen Dorfbewohnern und richteten sie hin.

Tote bei Anschlag auf Kirche

Am Sonntag, 26. Mai, erhielt missio erneut traurige Nachricht von einem Anschlag auf Christen. Unser Projektpartner Abbé Charlemagne Sawadogo schrieb uns am Abend, dass in Burkina Faso wieder Gottesdienstbesucher ermordet wurden.

Schwerbewaffnete stürmten eine katholische Kirche in Toulfé, im Norden des Landes. Sie erschossen vier Gläubige und verletzten zwei schwer. Unter den Toten ist auch der Katechist, Bruno Yampa, der den Gottesdienst leitete. Der Bischof von Ouahigouya, Justin Kientega, hat den Anschlag in einem offiziellen Schreiben bestätigt.

missio bittet um Ihr Gebet für die Christen in Burkina Faso.

Angriffe auf Prozession und Kirche

Am Sonntag, 12. Mai, ermordeten Attentäter in der Gemeinde Dablo sechs Gläubige während des Sonntagsgottesdienstes. Die Angreifer hatten die katholische Messe gestürmt und auf die fliehenden Menschen geschossen. Anschließend zogen sie brandschatzend durch den Ort, steckten die Kirche, angrenzende Läden und ein Restaurant in Brand.

Am Montag, 13. Mai, kamen bei einem Angriff auf eine katholische Marienprozession in Zimtenga vier Menschen ums Leben. Augenzeugenberichten zufolge entführten bewaffnete Angreifer Teilnehmer an der Prozession in der Ortschaft Zimtenga im Norden Burkina Fasos und richteten vier Personen hin. Sie zerstörten auch die Marienfigur, die die Prozessionsteilnehmer mit sich trugen.

Projektpartner berichtet von Beerdigung

Zu den Getöteten aus Dablo zählt auch Pfarrer Siméon Yampa. Unser missio-Projektpartner Pfarrer Marcellin Ouédraogo kannte ihn gut. Er war auf der Beerdigung der Getöteten und schreibt:

 

Liebe Freunde von missio,

 

Pfarrer Siméon Yampa kenne ich gut. Wir haben gemeinsam das Vorbereitungsseminar und das Priesterseminar besucht – und wir wurden am selben Tag zu Priestern geweiht, allerdings in verschiedenen Diözesen.

Nach der schlimmen Nachricht bin ich zur Kirche gefahren. Es empfing uns ein schrecklicher Geruch. Die Leichen der Getöteten waren schon in Verwesung begriffen, wir alle betteten sie so gut und schnell wir konnten in Särge. Katholiken, Protestanten und Muslime haben gemeinsam geholfen, die Gräber auszuheben und haben die Getöteten auf ihrem letzten Weg begleitet. Zum Andenken wurde eine kleine Zement-Plakette gegossen.

Die Spuren der Zerstörung in der Kirche sind weiter zu sehen: Die Täter haben zum Beispiel Gesangbücher verbrannt oder ein Tam Tam - das ist ein Musikinstrument – zerstört. Pfarrer Siméon und ich haben während unserer Zeit im Priesterseminar oft gemeinsam Musik gemacht . Den Tabernakel versuchten die Terroristen vergeblich zu knacken, dann haben sie ihn einfach mit Kugeln durchsiebt.

Siméon Yampa (Foto), 34-jähriger Priester und Beauftragter für den interreligiösen Dialog, kam bei einem Anschlag in Burkina Faso ums Leben. Foto: Projektpartner/missio
Siméon Yampa, 34-jähriger Priester und Beauftragter seines Bistums für den interreligiösen Dialog, kam während des Sonntagsgottesdienstes ums Leben.
Foto: Projektpartner/missio
Die Täter schossen auch auf den Tabernakel.

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Klimaveränderungen und Dürreperioden treffen besonders die in der Sahelzone liegenden Landesteile hart. Bleibt der spärliche Regen aus oder fällt er zur falschen Zeit, müssen die Menschen hungern. Mangels alternativer Einkommensquellen versuchen viele ihr Glück bei der Goldsuche. Perspektivlosigkeit wird zum Nährboden für islamistische Terrorzellen.

In dem mehrheitlich muslimischen Burkina Faso breiteten sich in den vergangenen Jahren terroristische Gewalt, ethnische Spannungen auf lokaler Ebene und bewaffnete Banden aus.

missio fördert die Strukturen der katholischen Kirche in Burkina Faso, den interreligiösen Dialog mit dem Islam, einkommensschaffende Maßnahmen für Frauen, sowie Bildungs- und Ausbildungsprojekte.

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