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Der Weg zu Frieden und Versöhnung im Niger

Mehr als 300 Personen drängen sich in den Pavillon eines Klosters in Tibiri im Niger. Ordensschwester Marie Catherine Kingbo, Oberin der „Dienerinnen Christi“, hat zu der Versammlung geladen. Gekommen sind Imane, Dorfvorsteher, Christen und Muslime, Männer und Frauen.  

Sie alle möchten die Entwicklung im Niger vorantreiben. Der Sahelstaat bildet das Schlusslicht auf dem Index für menschliche Entwicklung. Neun der rund 22 Millionen Einwohner leben in extremer Armut. Mit Sorge beobachten die Menschen die wachsenden Probleme im Land: die unsichere Ernäherungssituation, den Ausbruch der Cholera in der vergangenen Regenzeit und die zunehmende Bedrohung durch islamistische Fundamentalisten. Aus Mali und Tschad dringen IS-Kämpfer nach Niger, überfallen Häuser, entführen Kinder und erpressen Lösegeld.

Die fehlende Sicherheit bringe den Niger aus dem Gleichgewicht, fürchtet auch der Sultan von Tibiri, Abdou Balla Marafa. Er befürwortet deshalb die Arbeit von Schwester Marie Catherine Kingbo. In den Versammlungen thematisiert die Ordensfrau alle Themen, die ihrer Ansicht nach den Niger davon abhalten, sich zu entwickeln.

Heute stehen die Themen Beschneidung, Zwangsheirat und Polygamie auf der Tagesordnung - heikle Themen in der patriarchalisch-muslimischen Gesellschaft. Ein Mann meldet sich zu Wort und verweist darauf, dass der Islam der Frau die Rolle in Haus und Familie zuweise, weil sie ungebildet sei. Schwester Marie Catherine widerspricht energisch. Dann wagen auch andere Frauen zu widersprechen.

In einigen Dörfern des Nigers haben die Versammlungen von Schwester Marie Catherine bereits kleine Veränderungen bewirkt. Manche konnte sich eine Ziegenzucht aufbauen, die Menschen leiden weniger Hunger und Zwangsheiraten werden nicht mehr praktiziert. Doch in vielen Dörfern ist noch großer Handlungsbedarf. Deshalb plant Schwester Marie Catherine dreimal jährlich weitere Bildungsveranstaltungen.

Schwester Félicité Sampo im Niger mit einer Gruppe aus Kindern. Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Schwester Marie Catherine Kingbo hält eine Versammlung von Christen und Muslimen im Niger ab. Foto: H. Schwarzbach/missio

Helfen Sie, Frieden und Entwicklung zu fördern!

Als Themen sind vorgesehen:

  • Ernährungsfragen für Säuglinge und Kleinkinder,
  • Begleitung von Schwangerschaften,
  • Misshandlung von Kindern,
  • Früh- und Zwangsehe,
  • Vergewaltigung,
  • Genitalverstümmelung,
  • professionelle Geburtshilfe,
  • Familienplanung,
  • christlich-islamischer Dialog.

Die Ordensschwestern der  „Dienerinnen Christi“ arbeiten mit einem Team von Fachleuten, die auch in die Dörfer gehen, um auch den Kontakt zu den Menschen zu halten.

Ihre Spende hilft dabei, die Entwicklung im Niger zu fördern. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Fragen zum Projekt?

Sie möchten weitere Informationen zu diesem Projekt? Christoph Tenberken und seine Kolleginnen vom Fachbereich Gemeindeservice und Projektvermittlung sind gerne für Sie da. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns gerne an.

Alle unsere Projekte werden von einheimischen kirchlichen Partnern organisiert. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine solide Planung und einen gewissenhaften Umgang mit Fördermitteln.

Sollte das von Ihnen ausgesuchte Projekt bereits voll finanziert sein, werden wir Ihre Spende für das Folgeprojekt oder ein ähnliches Projekt verwenden.

 

  • Land: Niger
  • Laufzeit: 2019 - 2022
  • Projektnummer:
    MP/140/002/2019/001
  • Projektsumme: 45.000 Euro
  • Benötigte Förderung: 43.000 Euro
  • Schwerpunkt: Pastoral

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