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Nigerias junge Friedensstifter

Der Nordosten Nigerias ist ein gefährlicher Ort. Anschläge durch Boko Haram und gewalttätige Konflikte zwischen Bauern und Viehhirten sorgen immer wieder für Spannungen zwischen Religionen und Volksgruppen. Kinder und Jugendliche wachsen in einer Atmosphäre der Angst auf. Das SELL-Programm („Sharing Education and Learning for Life”) der Kirchenprovinz Jos hilft jungen Menschen, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln, Erlerntes an andere Jugendliche weiterzugeben und so selbst zu Friedensbotschaftern zu werden. 

Gigant in Afrika – so wird Nigeria oft bezeichnet. Mit mehr als 180 Millionen Menschen ist das Land in Westafrika das bevölkerungsreichste des Kontinents. Große Vorkommen an Öl und Gas sollten Nigerias Jugend - mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahren alt - eigentlich eine glänzende Zukunft bescheren. Doch die große Mehrheit der Nigerianer lebt in bitterer Armut.

Kinder und Jugendliche in Yola im Nordosten Nigerias. Bettina Tiburzy/missio

Besonders der Norden des Landes ist stark unterentwickelt. Die schwierige Sicherheitslage und die schlechte Situation der Wirtschaft im Nordosten haben dazu geführt, dass viele Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen. 53 Prozent der Schüler brachen die Schule ab. Das Niveau derjenigen, die sie abschließen konnten, ist geringer als das in den anderen Landesteilen.

Seit 2009 verübt Boko Haram Anschläge im Nordosten des Landes. Zwischenzeitlich hatte sie ganze Regionen im Nordosten besetzt, ein Kalifat ausgerufen und die Bevölkerung mit ihrer Terrorherrschaft drangsaliert. Viele Hundert Mädchen und Frauen entführten die Islamisten. Mehr als 20.000 Menschen ermordeten sie. Darunter waren auch nigerianische Pfadfinder, die Selbstmordattentäter daran hinderten, ein Auto in eine Kirche zu steuern.

SELL hilft Kultur des Friedens schaffen

Ziel des außergewöhnlichen Bildungsprogramms SELL ist es, die Fähigkeiten von Jugendlichen zu fördern. Im Mittelpunkt steht der respektvolle und friedliche Umgang miteinander. SELL möchte den Jugendlichen helfen, eine „Kultur des Friedens“ in ihrer Gemeinschaft zu entwickeln. Unter den Teilnehmern sind auch einige Pfadfinder der Nigerian Scouts Association. In einer Region, die seit vielen Jahren immer wieder von gewaltsamen Konflikten erschüttert wird, ist dies eine große Herausforderung.

Multireligiös und multiethnisch

Neben der Erzdiözese Jos gehören die Bistümer Bauchi, Maiduguri, Yola, Jalingo, Shendam und Pankshin zu dem Gebiet, in der SELL aktiv ist. Hier leben Christen und Muslime gemeinsam mit Anhängern traditioneller Religionen. Sie gehören zu verschiedenen Volksgruppen.

Dank SELL kann ich mich jetzt besser
in Menschen hineinversetzen, sie tolerieren
und helfen, wo es für mich möglich ist.

Nancy Bitrus (30)

SELL möchte den jungen Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen helfen, besser mit Konflikten umzugehen. Dazu sollen in insgesamt 18 Trainings 124 junge Multiplikatoren ausgebildet werden. Die Multiplikatoren sollen das Erlernte an etwa 6.000 Gleichaltrige in ihren Dörfern weitergeben. Insgesamt sind 60 Workshops in den Dörfern geplant. Darüber hinaus werden 20 Jugendliche, die im Vorprojekt ausgebildet wurden, zu Mentoren ausgebildet, um die Jugendlichen, die in den nächsten Jahren am Programm teilnehmen werden, zu unterstützen.

Das SELL-Projekt hat mir geholfen,
meine Wut zu kontrollieren und
anderen Jugendlichen ein Vorbild zu sein.

Thomas Zakariah (30)

Logo der DPSG Jahresaktion 2018

Pfadfinder-Jahresaktion

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) lädt jedes Jahr die Pfadfinder und Pfadfinderinnen ein, ihren Glauben neu zu entdecken und in die Tat umzusetzen. Mit dieser Jahresaktion zeigt sich der größte katholische Pfadfinderverband auch solidarisch mit den Schwachen und Armen weltweit. Dieses Jahr sammelt die DPSG Spenden für das SELL-Projekt in Nigeria.
Mehr Infos zur Jahresaktion.     

Ihre Ansprechpartnerinnen

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Fachbereich Gemeindeservice und Projektvermittlung

Tel.: +49 (0)241 / 75 07 - 535
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Voneinander Lernen - Friedensstifter werden

Ein schwer bewaffneter Polizist im Nordosten Nigerias. Bettina Tiburzy/missio

Inhaltlich geht es in den Workshops um:

  • interreligiösen Dialog
  • Frieden schaffen und erhalten
  • Umgang mit Konflikten zwischen Ethnien und religiösem Fundamentalismus
  • Sensibilisierung für Traumata
  • Spiritualität
  • Umweltschutz
  • Soziale Gerechtigkeit

Das SELL-Programm nutzt einen anderen Bildungsansatz als die gängige Lehrer-Schüler-Methode. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmenden, sollen die Jugendlichen voneinander lernen, ihre Erfahrungen miteinander teilen.Jeder kann dazu beitragen. Niemand wird ausgeschlossen. Dieses gemeinsame Lernen soll den Jugendlichen helfen, in ihren Dörfern in schwierigen Situationen Entscheidungen bewusst zu treffen und so selbst zu Friedensstiftern zu werden.

Helfen Sie, Jugendliche im Nordosten Nigerias zu Friedensstiftern auszubilden!