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Indisches Haar für deutsche Köpfe

Haarige Geschäfte in Indien

In den westlichen Ländern sind Haarverlängerungen ein Megatrend. Mehrere hundert Euro kostet eine Frisur mit so genannten Hair Extensions aus Echthaar. Was kaum jemand weiß: Meist kommt das Haar aus Indien. Der Film erklärt die Zusammenhänge.

Indien: Die Haare der Armen

Haarverlängerungen sind der Trend der westlichen Gesellschaft. Mehrere hundert Euro kostet eine Frisur mit so genannten Hair Extensions aus Echthaar. Was die wenigsten wissen: Das Haar kommt meist aus Indien. Denn die Struktur indischer Haare gleicht der europäischer Haare am besten. Millionen Hindus opfern jedes Jahr ihre Haare in den Tempeln. Der indische missio-Projektpartner Bruder Victordass Athistaraj von der Gemeinschaft des Heiligen erzählt: „Sie lassen sich den Kopf scheren und spenden ein Teil von sich den Göttern.“

Haaropfer für die Götter

Zum Tirumala-Tirupati-Tempel im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh, der weltweit größten Pilgerstätte, kommen jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Hindus - Menschen, die aus spirituellen Gründen ihre Haare opfern. Auch zum Shani-Mahatma-Tempel im Bundesstaat Karnataka pilgern die Gläubigen. Eine Frau in einem orangefarbenen Sari tritt mit ihrem Kind auf dem Arm ein. „Ich bin heute in den Tempel gekommen, weil meine Tochter behindert ist“, sagt sie und erzählt weiter: „Sie ist vier Jahr alt und kann nicht laufen.“ Die Friseurin bindet die schulterlangen Haare der Mutter zu zwei Zöpfen. Zwei schnelle Schnitte – und schon fällt die Haarpracht auf den Steinboden. Danach betet sie zu den Göttern, dass ihre Tochter gesund wird.

Die Gründe für den Gang in die Tempel sind so unterschiedlich wie die Menschen, die dorthin pilgern. Junge Familien danken den Göttern für die Geburt ihres Kindes, Bauern opfern ihre Haare nach einer guten Ernte. Was mit den Haaren geschehen wird, weiß niemand.

Pro Tag weniger als einen Euro

Im Distrikt Koppal werden die Haare weiter verarbeitet. Die Region ist bitterarm und die Menschen sind dazu bereit, alles zu machen, um zu überleben. Geldgierige Zwischenhändler nutzen die Armut der Familien und karren prall gefüllte Haarsäcke zu den Hütten der Armen. Wenn das Säubern, Sortieren und Kämmen hier erledigt wird, steigt die Gewinnspanne. „Pro Tag gibt es für diese dreckige Arbeit umgerechnet weniger als einen Euro“, weiß Bruder Victordass. „Ich kenne Familien, in denen Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren ihren Eltern bei der Arbeit mit den Haaren helfen.“

Kinderarbeit und Ausbeutung verhindern

Er hat gemeinsam mit missio ein Programm gestartet, um die Mädchen und Jungen aus der Kinderarbeit zu befreien. Die Familien erhalten finanzielle Unterstützung, damit die Kinder nicht mehr arbeiten müssen, sondern in die Schule gehen können. Außerdem veranstaltet Bruder Victordass altersgerechte Bildungsmaßnahmen wie Theater, Musik und Tanz für die Kinder. Die Familien erhalten außerdem Unterstützung, um sich von den Arbeitgebern nicht ausbeuten zu lassen.

Ein Mädchen bekommt die langen Haare geschoren. Foto: Bettina Flitner / missio
Ein Mädchen spendet ihre Haare im Shani Mahatma Tempel.
Zwei Mädchen säubern und sortieren säckeweise die teils verfilzten und verlausten Haare. Foto: Bettina Flitner / missio
Mädchen säubern und sortieren die Haare.
Bruder Victordass rettet Mädchen und Jungen aus der Kinderarbeit Foto: Bettina Flitner / missio
Bruder Victordass möchte die Jungen und Mädchen aus der Kinderarbeit retten und ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen.

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