In einem Dorf im Süden des Libanon läuten nachts die Kirchenglocken. Nicht zum Gottesdienst. Sondern als Zeichen: Wir bleiben.
Die Bewohner von Alma al-Shaab standen lange vor einer schweren Entscheidung. Viele Familien waren bereits geflohen. Andere hielten an ihren Häusern, ihren Feldern und ihrer Kirche fest, obwohl der Krieg näher rückte. Explosionen, Drohnen und Evakuierungsdrohungen gehörten zum Alltag.
Die Lage verschärft sich weiter
Doch die Gewalt hat sich weiter verschärft. Dabei wurde auch ein Priester Opfer der Angriffe. Der maronitische Pfarrer Pierre al-Rahi aus dem Dorf Kleyaa kam am 9. März ums Leben, als er versuchte, ein verletztes Ehepaar aus einem zerstörten Haus zu retten. Zuvor hatte er gemeinsam mit vielen Dorfbewohnern entschieden, trotz Evakuierungsdrohungen in seinem Heimatort zu bleiben.
Auch in anderen christlichen Dörfern wurden Menschen getötet. Viele Familien mussten ihre Häuser inzwischen verlassen. Schließlich wurden auch die letzten Bewohner des Grenzortes Alma al-Shaab evakuiert.
In vielen Orten im Süden des Libanon stehen Familien vor der gleichen Frage: bleiben oder fliehen. Zehntausende Menschen haben ihre Häuser bereits verlassen und suchen Schutz in sichereren Regionen. Kirchen, Klöster und Schulen öffnen ihre Türen für Familien, die plötzlich alles verloren haben.
Besonders in der Region Deir El-Ahmar in der Bekaa-Ebene spitzt sich die Lage derzeit zu. Hier haben rund 8.000 Binnenflüchtlinge Zuflucht gefunden. Schulen, Pfarreien und Privathäuser sind zu Notunterkünften geworden.
Jetzt Christen im Nahen Osten helfen
Die Partner der Kirche vor Ort warnen, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
„Alle Straßen in unserer Region sind derzeit unpassierbar. Gleichzeitig kommen immer mehr Vertriebene zu uns. Wir fürchten, dass unsere Vorräte an Lebensmitteln und Medikamenten bald nicht mehr ausreichen“, berichtet Marianne Rahme vom Entwicklungsbüro der maronitischen Erzdiözese Baalbek–Deir El-Ahmar.
In dieser Situation wird die Kirche für viele Menschen zum letzten sicheren Ort. Priester, Ordensschwestern und freiwillige Helfer organisieren Hilfe für Familien, die kaum noch Zugang zu Lebensmitteln, Medikamenten oder Heizmaterial haben.
Gemeinsam mit unserem Projektpartner CNEWA wollen wir rund 6.000 Familien unterstützen. Dazu gehören christliche Familien in den betroffenen Dörfern ebenso wie muslimische Binnenflüchtlinge, die in kirchlichen Gemeinden Schutz gefunden haben.
Die Hilfe umfasst Lebensmittel, Hygieneartikel, Heizmaterial sowie Unterstützung für Babys und ältere Menschen. Mit Ihrer Unterstützung können die Gemeinden vor Ort weiterhin Zuflucht und Hilfe bieten.
Bitte helfen Sie den Christen und ihren Nachbarn im Nahen Osten.
- Mit 25 € ermöglichen Sie Milch und Windeln für ein Baby für einen Monat.
- Mit 40 € schenken Sie einer geflüchteten Familie eine Matratze, eine Decke und ein Kissen.
- Mit 100 € helfen Sie, Heizmaterial für zwei Familien in der kalten Jahreszeit bereitzustellen.
Fragen zum Projekt?
Sie möchten weitere Informationen zu diesem Projekt? Kathrin Pontzen und ihre Kolleginnen vom Fachbereich Projektvermittlung sind gerne für Sie da. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns gerne an.
Alle unsere Projekte werden von einheimischen kirchlichen Partnern organisiert. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine solide Planung und einen gewissenhaften Umgang mit Fördermitteln.
Sollte das von Ihnen ausgesuchte Projekt bereits voll finanziert sein, werden wir Ihre Spende für das Folgeprojekt oder ein ähnliches Projekt verwenden. Außerdem unterstützen wir unsere Partnerinnen und Partner durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit in Deutschland.