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Hoffnung für die Menschen des versinkenden Tulun-Atolls

Die Insel Han von oben, sie gehört zu den Carteret-Inseln. In ein paar Jahrzehnten wird das Atoll untergegangen sein, prophezeien Klimaforscher. Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Die Insel Han von oben, sie gehört zu den Carteret-Inseln. In ein paar Jahrzehnten wird das Atoll untergegangen sein, prophezeien Klimaforscher.

Türkisblaues Wasser, Tropenstrände und Palmwälder. Eigentlich könnten die Carteret-Inseln ein Paradies sein. Die sechs Atoll-Inseln gehören zu Papua-Neuguinea und liegen 86 Kilometer nordöstlich der Insel Bougainville im Südpazifik. Bekannt ist die Inselgruppe auch unter dem Namen „Tulun“, was so viel bedeutet wie „Die Menschen vom großen Meer“. 

Doch der steigende Meeresspiegel bedroht das Tropenparadies, das nur 1,20 Meter über dem Wasser liegt. Bei starken Sturmfluten verwandelt es sich in einen Albtraum. Dann rollen die Wellen über die Inseln. Die Familien befestigen Netze zwischen den Kokospalmen und setzen ihre kleinen Kinder hinein, damit sie nicht ertrinken.

Helfen Sie den Menschen auf Tulun

2005 gründete die Inselgemeinschaft eine Organisation, „Tulele Peisa“, was so viel bedeutet wie „Wir segeln allein auf den Wellen“. „Wir wollten unserem Untergang nicht tatenlos zusehen“, erklärt Ursula Rakova, Sprecherin der Atoll-Inseln mit seinen 2700 Bewohnern. Um die Erosion der Küsten zu verlangsamen, pflanzen Jugendliche Mangroven. Und sie lernen, wie sie mit Zäunen die jungen Mangroven vor Beutetieren, wie dem Igelfisch, schützen können. Rakova hat Workshops organisiert, um die Jugendlichen zu „Mangroven Rangern“ auszubilden. Auch um sie für den Schutz ihrer Heimat zu sensibilisieren. 

Ausbildung zu „Mangroven Rangern“

Heute fällt auf den Inseln niemand mehr einen Mangrovenbaum. Alle wissen, die Mangroven werden das Versinken der Inseln nicht aufhalten. Doch sie können der Inselgemeinschaft Zeit verschaffen, um die Umsiedelung zu organisieren.

Kirche hilft bei Umsiedelung der Menschen

Die katholische Kirche schenkte der Inselgemeinschaft 2007 Land mit brachliegenden Kokos- und Kakaoplantagen in Tinputz, einem Ort an der Küste der Insel Bougainville. „Tulele Peisa“, die von Rakova geleitete Organisation der Insulaner, hat den Umzug der ersten zehn Familien, rund hundert Carterets-Einwohner, dorthin organisiert. Sie bewirtschaften jetzt die Plantagen. Mit dem Ertrag aus dem Kakaoanbau sollen weitere Familien umgesiedelt werden. 

„Der Klimawandel ist ein menschengemachtes Desaster, an dem wir Inselbewohner keine Schuld tragen“, erklärt Ursula Rakova. „Doch wir werden kämpfen. Vielleicht können wir das nur mit unseren begrenzten Mitteln. Aber wir geben nicht auf“.

Helfen Sie den Menschen auf dem Tulun-Atoll, in dem sie das Pflanzen von Mangroven unterstützen.

Eine junge Frau steckt an der Küste der Carteret-Inseln Setzlinge von Mangroven in den Boden. Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Jugendliche auf den Tulun-Inseln pflanzen Mangrovensetzlinge, um die Erosion durch den steigenden Meeresspiegel zu stoppen. Die Setzlinge müssen mit einem kleinen Boot von der Insel Bougainville auf das Atoll transportiert werden. Der Transport ist teuer und aufwendig, die stundenlange Fahrt über die offene See oft lebensgefährlich.
Ursula Rakova, Sprecherin der Inselbewohner der Carteret-Inseln Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Ursula Rakova, Sprecherin der Inselgemeinschaft, beobachtet wie immer mehr Palmen auf dem Atoll absterben. Das Salzwasser schädigt auch andere Nutzpflanzen wie Taro und Brotfruchtbäume. Durch das Pflanzen von Mangroven versuchen die Bewohner, die Erosion zu stoppen und Zeit für ihre Umsiedlung zu gewinnen.
Ein Mädchen zeigt auf den Carteret-Inseln Setzlinge von Mangroven. Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Kinder auf den Carteret-Inseln pflanzen Setzlinge von Mangroven an der Ostküste der Insel Han. Sie hoffen, möglichst lange auf ihrer Heimatinsel bleiben zu können.
  • Wenn etwa neun Hektar Mangroven auf den Carterets gepflanzt werden, können die Jugendlichen die erodierte Küstenlinie retten, verloren gegangene Korallen nachwachsen lassen und die einst prachtvollen Seegräser zurückbringen.
  • Das Mangrovenprojekt wird den Küstenstreifen wiederbeleben, die Korallen werden zum Wachsen und die Fische zum Brüten angeregt.  
  • Ursula Rakova sagt: „Wir haben bereits über 18.000 Mangrovensetzlinge gepflanzt. Mit Hilfe von Ihnen und missio möchten wir die Zahl verdoppeln.”

Helfen Sie den Menschen auf Tulun

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