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Ehrentrudis-Stiftungsfonds

Hilfe für Flüchtlinge

Als die Stiftungsfondsgründerin Ehrentraud Bohnengel 2012 Ihren Namensfonds gründete, um den jüngsten Staat der Erde bei seinem hoffnungsvollen Aufbau zu unterstützen, konnte sie nicht ahnen, wie wichtig gerade jetzt ihre Hilfeleistung für Flüchtlinge ist.

Das Land wird seit Dezember 2013 wieder von bürgerkriegsartigen Wirren heimgesucht. Tausende Menschen fliehen vor der Gewalt, haben alles verloren.

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten kümmerte sich in den Flüchtlingslagern im Bistum Yei aufopferungsvoll um diese Menschen. Doch hier endet für sie der Einsatz für die Flüchtlinge nicht. Nachhaltigkeit und Verantwortung bedeuten für sie, dass sie die Südsudanesen auch zurück in die alte Heimat begleiten, in der sie vor dem Nichts stehen. Neben der seelsorgerischen und psychischen Begleitung helfen die Jesuiten beim Wiederaufbau, bauen Schulen, bilden Lehrer aus und bieten Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene und Jugendliche, ebenso wie Förderprogramme für Frauen und Friedensprogramme an.

Auch dank der Erträge des Ehrentrudis-Stiftungsfonds können die Jesuiten kontinuierliche und dauerhafte Hilfe für die Menschen im Südsudan leisten.

Ehrentraud Bohnengel im Interview

Ehrentraud Bohnengel, hat mit ihrer Mutter den „Ehrentrudis-Stiftungsfonds“ gegründet. Die frühere Gymnasiallehrerin erklärt, warum.

Wie sind Sie Stifterin geworden?

Im Ruhestand hat man Zeit nachzudenken. So begann ich, mich für das Wirken meiner Namenspatronin „Ehrentr(a)ud“ zu interessieren.

Aber was hat diese Heilige mit missio zu tun? Ehrentr(a)ud war im achten Jahrhundert die erste Äbtissin des Klosters Nonnberg in Salzburg.

Sie half bei der Missionsarbeit und kümmerte sich um junge Mädchen. Ihre Vita umschreibt, was meine Mutter und ich uns für die Verwendung der Stiftungserträge wünschen: Bildungschancen für Menschen in „armen“ Ländern.

Haben Sie dafür persönliche Gründe?

Mein Vater ist aus dem Krieg nicht heimgekehrt. Ich hatte das Glück, dass meine Mutter trotz der schwierigen Nachkriegszeit viel Wert auf eine gute Ausbildung für mich gelegt hat. Außerdem hatten wir für Menschen in Not immer etwas übrig.

Was verbindet Sie mit der „Dritten Welt“?

Ich habe Weltkirche oft hautnah erlebt, z. B. durch Priester, die Urlaubsvertretung in der Gemeinde machten. Für mich war das jedes Mal eine Bereicherung.

Können Sie entscheiden, wo Ihr Geld hilft?

Mich hat die Situation im Südsudan sehr berührt. Der junge Staat steht vor dem Nichts, die Menschen brauchen Unterstützung. Das hat mich an meine Kindheit nach dem Krieg erinnert. Die nachhaltigste Hilfe habe ich durch die Chance auf Bildung erfahren. Darum haben wir uns entschieden, mit den Erträgen des „Ehrentrudis-Stiftungsfonds“ Bildungs-Projekte im Südsudan zu unterstützen.

Wie fühlt man sich als Stifterin?

Ich hätte mir nie vorstellen können, Stifterin zu werden. Eigentlich bin ich ja nicht vermögend. Darum bin ich froh, dass mir diese Möglichkeit bei der Stiftung pro missio eröffnet wurde. So kann ich meiner Dankbarkeit für ein erfülltes Leben, vor allem für eine gute Mutter, einen Platz geben. Ich würde mich freuen, wenn mein Beispiel Schule macht und sich viele zum Stiften anstiften lassen.

Ehrentraud Bohnengel sucht Menschen, die sich gemeinsam mit Ihr für die Menschen im Südsudan engagieren und den Stiftungsfonds mit einer Zustiftung unterstützen möchten.

Ehrentrudis-Stiftungsfonds Foto: Karlheinz Melters/missio
Ehrentrudis-Stiftungsfonds Foto: Stiftung pro missio
Ehrentraud Bohnengel