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Pauline-Jaricot-Preis

2022 jährt sich zum 200. Mal die Gründung der weltweit ersten Missionsvereinigung in Lyon, der Société de la propagation de la foi (Gesellschaft zur Glaubensverbreitung). Diese Gesellschaft ging wesentlich auf Pauline Jaricot (1799-1862) zurück, visionäre Schöpferin einer Sammelvereinigung in Lyon. Auch die Gründung missios im Jahr 1832 in Aachen durch Heinrich Hahn hat seinen Ursprung in den Ideen von Pauline Jaricot. Doch Pauline Jaricot hat noch mehr bewirkt: Sie war Gründerin des „Lebendigen Rosenkranzes“, dem zeitweise über zwei Millionen Menschen angehörten, und engagierte Unternehmerin.

Anlässlich der Seligsprechung Pauline Jaricots am 22. Mai 2022 in Lyon lobt missio erstmals den gleichnamigen Preis aus. Mit dem Preis werden Frauen in Afrika, Asien oder Ozeanien ausgezeichnet, die aus der Haltung der Nächstenliebe neue Wege gehen, um andere zu unterstützen und zu fördern. Frauen, die so visionär und innovativ handeln wie Pauline Jaricot. Die Gewinnerin erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro und wird zur Verleihung eingeladen.

 

 

 

Die Preisträgerinnen

Die Jury hat am 22. August  drei gleichberechtigte Preisträgerinnen ausgewählt, da jede Frau auf ihrem Gebiet der sozial-pastoralen Arbeit, der Wissenschaft und des politisch-gesellschaftlichen Einsatzes Außergewöhnliches leistet.

Die Sozialarbeiterin Nathalie Dakuo (Burkina Faso), die Theologin Dr. Nontando Hadebe (Südafrika) und die Ordensfrau Schwester Mary John Mananzan OSB (Philippinen) erhalten den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preis in einer Feierstunde am 23. Oktober in Mönchengladbach. Weitere Informationen zur Preisverleihung finden Sie hier.

Nathalie Dakuo

Nathalie Dakuo aus Burkina Faso leitet das „Haus Yorosin“ (Haus der Hoffnung). Sie wollte es nicht länger hinnehmen, dass alleinerziehende und unverheiratete Mütter in ihrer Gesellschaft diskriminiert und angefeindet werden. Sie war überzeugt, dass diese Frauen Hilfe brauchen und sich gegenseitig besser unterstützen können. So baute sie das „Haus Yorosin“ auf.
Die Jury überzeugt ihr Einsatz als Laie im Sinne Pauline Jaricots, die konkrete Hilfe vor Ort leistet. Die Pfarrei Maria Himmelfahrt aus Königstein hat Nathalie Dakuo für den Preis vorgeschlagen.  

Schwester Mary John Mananzan OSB

Schwester Mary John Mananzan, Benediktinerin (OSB), ist Kämpferin für Menschenrechte: Seit über 60 Jahren setzt sie sich auf den Philippinen gegen soziale Ungerechtigkeit und für Demokratie, Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte ein. Beispielsweise mit einer eigenen Fernsehshow erreicht sie Millionen von Menschen. Der Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen ist ihr ein besonderes Anliegen. Ihr politischer Einsatz hat die missio-Partnerin auch schon oft in persönliche Gefahr gebracht.
Wie Pauline
Jaricot zu ihrer Zeit nutzt Schwester Mary John Mananzan OSB neue Methoden der Mobilisierung einer Bewegung und der Kommunikation, wie die Jury hervorhebt. Vorgeschlagen für den Preis wurde sie vom Deutschen Komitee des Weltgebetstags der Frauen (Stein).
 

Sr. Mary John Mananzan OSB, Manila (Philippinen) Foto: Julia Knop / missio

Dr. Nontando Hadebe

Dr. Nontando Hadebe koordiniert interreligiöse Bewegung für Geschlechtergerechtigkeit. Sie ist Theologin und Aktivistin in Südafrika. Die gebürtige Simbabwerin arbeitet als internationale Koordinatorin der interreligiösen Bewegung für Geschlechtergerechtigkeit „Side by Side: Faith Movement for gender justice“ und begleitet in der Diözese Johannesburg den Vorbereitungsprozess für die Weltsynode der katholischen Kirche 2023. Während der Corona-Pandemie hat die Preisträgerin mit wöchentlichen Radiosendungen Menschen Mut zugesprochen und sie aus ihrer Einsamkeit geholt.
Die Jury beeindruckt, dass Dr.
Nontando Hadebe ein ständig wachsendes Netz an Theologinnen aufgebaut hat, um das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche zu etablieren und dabei zwischen verschieden Positionen und Glaubenstraditionen klug vermittelt. Vorgeschlagen wurde die Preisträgerin durch Dr. Regina Heyder (KDFB) und Dr. Margit Eckholt (Universität Osnabrück). 
 

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