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Zu Gast im Libanon

Auf unserer dritten Station nehmen wir Sie mit in den Libanon. Das Land leidet unter der starken Korruption seiner Eliten, Misswirtschaft und nicht zuletzt auch unter den Folgen der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut im vergangenen Jahr. Um mehr über dieses Land in der Levante zu erfahren, finden Sie hier deshalb neben dem Maamoul-Rezept auch weitere Informationen zum Libanon.

 

Land der vielen Konfessionen

Der Libanon liegt am östlichen Mittelmeer, grenzt im Süden an Israel, im Osten und Norden an Syrien und hat knapp sechs Millionen Einwohner bei gerade einmal der halben Flächengröße Hessens. Die sehr heterogene Bevölkerung umfasst heute 18 anerkannte Religionsgemeinschaften. 

Der Berg Libanon ist ein schwer zugängliches Gebirge, das seit Jahrhunderten als sicherer Zufluchtsort für die Minderheiten im arabischen Raum diente. Zu den Minderheiten, die verfolgt wurden, gehören vor allem die Maroniten und die Drusen. Lange Zeit haben diese beiden Gruppen das politische Geschehen am Berg Libanon bestimmt. Mit der Unabhängigkeit des Libanon aus der französischen Verwaltung kamen die Küstengegend und die Bekaa-Ebene zum Staat Libanon hinzu.  

Damit erhielt er 1945 eine Bevölkerung, die fast zu gleichen Teilen aus Muslimen und Christen bestand. Hinzugekommen war ein großer Bevölkerungsanteil von Schiiten, Sunniten und Griechisch-Orthodoxen. Im Laufe der Zeit sind weitere Gruppen zugewandert, wie die Armenier oder auch die syrisch-orthodoxen und syrisch-katholischen Christen. Mit den Flüchtlingen aus Palästina und denen aus Syrien haben sich die Größenverhältnisse zwischen den Religionsgruppen deutlich verschoben, allerdings erhalten die Flüchtlinge keine libanesische Staatsangehörigkeit. Im Vergleich zur Einwohnerzahl, hat der Libanon weltweit am meisten Flüchtlinge aufgenommen Auf sieben Einwohner kommt aktuell eine geflüchtete Person.  

Bis heute herrscht im Libanon eine weitgehend uneingeschränkte Religionsfreiheit in einer Art und Weise wie es für den Nahen Osten einmalig ist. Die politische Macht ist nach der Verfassung zwischen den Konfessionen aufgeteilt. Der Libanon ist der einzige arabische Staat mit einem christlichen Präsidenten, dessen Macht allerdings seit dem Ende des Bürgerkrieges 1990 stark beschnitten wurde. Konfessionalismus – die Aufteilung der Macht unter die verschiedenen Religionen – führt aber nicht beständig zu einem religiösen Frieden. Eerzeugt ein System, in dem sich unter dem Vorzeichen Konfession verschiedene politische Machthaber auf oft korrupte Weise bereichern und staatliches Handeln lahmlegenDie chronische Wirtschafts- und Gesellschaftskrise im Libanon führte zu Massenprotesten gegen die Regierung im Oktober 2019. Lebten zu Beginn der Proteste noch 30 Prozent der Libanesen unter der Armutsgrenze, sind es inzwischen 55 Prozent.

Foto: missio

Maamoul-Rezept aus der syrisch-libanesischen Küche

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Palästinensische und syrische Flüchtlinge im Libanon versorgen