missio - glauben.leben.geben

Unsere Menschenrechtsstudien beleuchten die Situation von Menschen in Afrika, Asien und Ozeanien. Sie zeigen, wo grundlegende Rechte verletzt werden und welche Entwicklungen dahinterstehen.

Um darüber fundiert zu informieren, veröffentlichen wir in der Reihe „Menschenrechte“ Länderstudien, thematische Analysen und Ergebnisse von Fachtagungen. Grundlage sind Erfahrungen aus unseren Partnerländern und Berichte von Betroffenen vor Ort.

Im Fokus stehen besonders die, deren Rechte am stärksten gefährdet sind: Arme, Ausgegrenzte und religiöse Minderheiten.

 

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 

Eine Person sitzt auf einem Stuhl und schaut ernst. Sie trägt ein helles Hemd und hat eine aufrechte Körperhaltung. Der Hintergrund ist in sanften, warmen Farbtönen gehalten, die den Fokus auf die Person lenken.

Gerechtigkeit für Asif Pervaiz!

Zum Tode verurteilt wegen angeblicher Blasphemie: Asif Pervaiz sitzt seit Jahren in Haft. Sein Fall steht exemplarisch für die Verletzung von Religionsfreiheit.
Unterstützen Sie jetzt die Petition und helfen Sie, internationalen Druck aufzubauen.

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missio-Menschenrechtsstudien:

Studie Nr. 81: „Mobgewalt und Lynchjustiz gegen Christinnen und Christen in Pakistan”

Das Bild zeigt eine Publikation mit dem Titel „Mobgewalt und Lynchjustiz gegen Christinnen und Christen in Pakistan“. Es enthält Augenbilder und das Logo von missio. Der Fokus liegt auf Menschenrechten und dem Thema der Verfolgung von Christen in Pakistan.

Die vorliegende Studie beleuchtet die zunehmende Mobgewalt und Lynchjustiz gegen Christinnen und Christen in Pakistan – ein hochaktuelles und sensibles Thema. Ausgangspunkt sind jüngste Vorfälle, darunter die großflächigen Ausschreitungen im christlichen Viertel von Jaranwala im Jahr 2023.

Die Analyse zeigt, dass solche Gewalttaten selten spontan entstehen. Vielmehr verdichten sich in einem rechtlich nur schwach geschützten Umfeld Emotionen, Gerüchte und gezielte Aufstachelungen zu massiven Ausschreitungen. Häufig sind extremistische Gruppierungen beteiligt. Soziale Medien werden gezielt zur Verbreitung von Fehlinformationen genutzt. Hinter religiösen Vorwürfen stehen nicht selten auch ökonomische Interessen, Landkonflikte oder soziale Spannungen. Das Blasphemiegesetz wird dabei immer wieder instrumentalisiert und dient als Vorwand für Gewalt, während Polizei und Justiz oft zu spät oder gar nicht eingreifen.

Besonders eindrücklich sind die Berichte von Betroffenen, die von Angst, Ausgrenzung und anhaltender Unsicherheit geprägt sind. Für viele Angehörige religiöser Minderheiten bleibt die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit in der Praxis unerfüllt.

Die Studie formuliert konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Lage und ruft dazu auf, Fälle von Mobgewalt konsequent aufzuarbeiten und religiöse Minderheiten wirksam zu schützen.

Im Zusammenhang mit Blasphemievorwürfen werden wir auch in Einzelfällen aktiv: Für den pakistanischen Christen Asif Pervaiz, der aufgrund solcher Anschuldigungen zum Tode verurteilt wurde, haben wir eine Petition gestartet: www.missio-hilft.de/asif ». Unterstützen Sie unseren Appell für Gerechtigkeit und den Schutz der Religionsfreiheit in Pakistan.

Bibliographische Angaben

Mobgewalt und Lynchjustiz gegen Christinnen und Christen in Pakistan,
hrsg. vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V., Menschenrechte 81, Aachen 2026.
ISSN 1618-6222

Studie Nr. 80: „Zur Situation von Frauen in Pakistan: Zwangsehen und Zwangskonversionen im Fokus”

Das Bild zeigt den Titel eines Berichts mit dem Thema "Menschenrechte" von Madiha Shah. Es behandelt die Situation von Frauen in Pakistan, insbesondere Zwangsehen und Zwangskonversionen. Der Hintergrund ist in sanften Grüntönen gehalten und umfasst mehrere Augen, die verschiedene Perspektiven symbolisieren.

Vor ein paar Monaten erreichten uns erschütternde Nachrichten aus dem Distrikt Faisalabad in Pakistan: Die angebliche Verunglimpfung des Koran durch zwei christliche Brüder, den 28-jährigen Rocky Masih und den 26-jährigen Raja Masih, hatte in den frühen Morgenstunden des 16. August 2023 gewalttätige Übergriffe auf die christliche Gemeinschaft in Jaranwala ausgelöst. Zahlreiche Häuser und Kirchen wurden von einem marodierenden Mob geplündert und niedergebrannt. In einer Eilaktion formulierten wir einen Aufruf an den pakistanischen Innenminister » mit der Forderung, dass die Regierung christliche Gemeinden schützt, die Täter der Angriffe zur Rechenschaft zieht und den beiden aufgrund der Blasphemievorwürfe in Haft sitzenden Brüdern ein faires Gerichtsverfahren sichert.

In einer weiteren missio-Kampagne haben wir uns ein gutes Jahr lang intensiv dem Thema Zwangskonversion und Zwangsehe in Pakistan gewidmet. Mädchen und junge Frauen religiöser Minderheiten – darunter viele Christinnen – geraten in die Hände skrupelloser Verbrecher. Sie werden aus ihren Familien entführt, vergewaltigt, unter Zwang konvertiert und an meist deutlich ältere muslimische Männer verheiratet. Angesichts dieser Situation unterstützt missio ein Weiterbildungsprogramm der Caritas Pakistan in der Diözese Faisalabad, das sich explizit an Mädchen und junge Frauen aus dem ländlichen Raum richtet. Denn unsere pakistanischen Partnerinnen und Partner betonen die zentrale Rolle von Bildung: Wenn Mädchen und Frauen ihre Rechte nicht kennen und unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen leben, laufen sie in besonderer Weise Gefahr, sexuelle Gewalt zu erleiden.

Die Lage der Religionsfreiheit in Pakistan, so zeigen diese beiden Themen, ist weiterhin sehr angespannt. Frauen religiöser Minderheiten sind einer doppelten Diskriminierung ausgesetzt. Sie werden nicht nur wegen ihrer Religionszugehörigkeit, sondern auch wegen ihres Geschlechts in der Gesellschaft massiv benachteiligt und erleben vielfach Gewalt.

Mit der vorliegenden Studie der pakistanischen Sozialanthropologin Madiha Shah legt missio zum Abschluss der Kampagne „Stoppt Zwangsehe!” den Fokus auf die Situation von Frauen in Pakistan. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern werden wir auch in Zukunft die Lage der Menschenrechte im Land aufmerksam beobachten und nach Wegen suchen, um Dialog und Frieden zu fördern und insbesondere Frauen und Mädchen zu stärken.

Bibliographische Angaben

Sha, Madiha, Zur Situation von Frauen in Pakistan: Zwangsehen und Zwangskonversionen im Fokus,
hrsg. vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V., Menschenrechte 80, Aachen 2023.
ISSN 1618-6222

Alle nachfolgenden Menschenrechtsstudien können Sie kostenlos als PDF-Dateien downloaden; einige Studien können auch in unserem Onlineshop bestellt werden:

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Das Bild zeigt ein Logo des "RELIGIOUS FREEDOM NETWORK" auf einem weißen Hintergrund. Links neben dem Text befindet sich ein grafisches Element, das aus einem Geflecht abgerundeter Rechtecke in den Farben Rot und Blau besteht. Die Rechtecke sind in einem sich überlappenden Muster angeordnet, das einen gewebten oder geflochtenen Effekt erzeugt. Rechts von dieser Grafik steht der Text "RELIGIOUS FREEDOM NETWORK" in rot. Darunter befindet sich das Wort "missio" in grauer Schrift, gefolgt von einem grob gezeichneten Kreuzsymbol. Das Design ist einfach und sauber, mit einer klaren Botschaft.

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Katja Voges ist derzeit in Elternzeit und nicht erreichbar. Ihre Anfragen nimmt Walburga Hilgers gerne entgegen.

Ihre Ansprechpartnerin

Walburga Hilgers

Assistentin in den Teams „Spiritualität” und „Menschenrechte und Religionsfreiheit“
+49 (0)241 / 75 07 - 285